Die Al-Ofouq-Klasse ist ein Klasse von vier Patrouillenbooten der Marine des Sultanat Oman, die seit 2015 in Dienst steht.
Geschichte Anfang der 2010er Jahre wurde durch das omanische Verteidigungsministerium ein Vertrag für vier Patrouillenboote und entsprechende Unterstützungsleistungen im Wert von 534,8 Millionen Euro als Ersatz für die alternden Boote der Seeb-Klasse ausgeschrieben. Dieser Auftrag wurde im April 2012 durch den singapurischen Rüstungs- und Technologiekonzern ST Engineering gewonnen. In der Folge wurden durch das singapurische Unternehmen ein Entwurf erarbeitet und die entsprechenden vier Fahrzeuge zwischen 2013 und 2016 in Singapur gebaut. Sie ähneln in ihrer Funktion den Einsatzschiffen der Potsdam-Klasse der deutschen Bundespolizei.
Einheiten Kennung Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Z20 Al-Seeb (السيب) ST Engineering,Singapur 29. März 2013 29. Januar 2014 31. März 2015 Z21 Al-Shinas (الشينس) 5. September 2013 14. Juni 2014 10. September 2015 Z22 Sadh (ساده) 7. Januar 2014 17. September 2014 Januar 2016 Z23 Khassab (حساب) 15. Juni 2015 24. Juni 2016 2. August 2016
Technische Beschreibung Rumpf und Antrieb Der Rumpf eines Schiffes der Al-Ofouq-Klasse ist 75 Meter lang, 10,8 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 1250 Tonnen einen Tiefgang von 3,3 Metern. Die Schiffe verfügen über ein Hubschrauberlandedeck, auf dem mittlere Hubschrauber landen können. Der Antrieb besteht aus zwei Dieselmotoren MTU 20V 8000 M91 mit einer Gesamtleistung von 24.400 PS (17.946 kW). Diese geben die Leistung an zwei Wellen mit je einem Propeller weiter. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Knoten (46 km/h) und die Reichweite 3000 Seemeilen bei 16 Knoten.
Bewaffnung mini|76-mm-Geschütz Super Rapid Geschützturm Das 76-mm-Geschütz Super Rapid von OTO Melara befindet sich auf dem Vorderdeck. Die Waffe mit 62 Kaliberlängen verschießt eine breite Munitionspalette mit einer Kadenz von bis zu 120/min und einer Mündungsgeschwindigkeit von 925 m/s. Die effektive Reichweite gegen Bodenziele beträgt 16.000 m, gegen Luftziele als Flak bis zu 7.800 m. Das Geschützrohr kann um 35°/s in der Elevation in einem Bereich von +85°/−15° bewegt werden. Die Drehgeschwindigkeit des Turmes beträgt 60°/s. Die Masse wird durch die Verwendung von Leichtmetall reduziert, das Gehäuse besteht aus GFK. Die kleine Mündungsbremse reduziert den Rückstoß von 11 t um 10 % auf 9,9 t, die dann mittels Hydraulik abgefangen werden.
Das Geschütz arbeitet wie folgt: Unter Deck befindet sich der Doppelbeladering mit einer Aufnahmekapazität von 70 Patronen, die durch die Drehbewegung der Beladeeinrichtung von dem äußeren in den inneren Ring befördert werden. Auf der linken Seite wandern die Patronen in eine Förderschnecke in der Drehachse des Turmes, welche die Munition senkrecht nach oben führt. Oben angekommen, werden die Patronen von Pendelarmen entgegengenommen. Diese zwei Pendelarme schwenken alternierend (bewegt sich einer nach oben, schwenkt der andere nach unten) und geben die Patrone an die Zuführtrommel in der Rohrachse ab. Die Patrone fällt auf die Beladeschale, wird angesetzt, der Verschluss steigt und der Schuss kann ausgelöst werden.
Waffenstation Die 30-mm-Waffenstationen MARLIN 30 von Oto Melara befinden sich mittschiffs auf Höhe des Schornsteins je Back- und Steuerbords. Die Waffenstation besteht aus einer ferngesteuerten Lafette, in welche eine Bushmaster-II-Maschinenkanone verbaut ist. Diese hat eine Kadenz von bis zu 200/min und eine Reichweite von bis zu 3.500 m.
Besatzung Die Besatzung hat eine Stärke von 60 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften.
Weblinks
AL SEEB corvettes (2015-2016) auf Navypedia (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Militär (Oman) Kategorie:Patrouillenbootsklasse