mini|Kimekomi-Puppe Die japanische Kimekomi-Puppe ( Kimekomi Ningyō) wird aus Holz und Stoffresten gefertigt und dient in der Regel dekorativen Zwecken. Sie wird besonders zum Hina-Matsuri und zum Kodomo no Hi aufgestellt.
Geschichte Es heißt, dass Kimekomi-Puppen erstmals im Kyōto der Genbun-Zeit (1736–1741) hergestellt wurden. Ihren Ursprung haben sie in den sogenannten Kamo-Puppen. Tadashige Takahashi, der bei einem Priester des Kamigamo-Schreins in Kyōto angestellt war, soll damals in seiner Freizeit aus Resten von Weidenruten Kamo-Puppen angefertigt haben, die er mit Stoffresten von Priestergewändern bekleidete. Sie gelten als Beginn der Kimekomi Ningyō, die ihren Namen durch den besonderen Herstellungsprozess, zur Bekleidung der Puppen Stoff festzustecken, erhielt. Diese Technik wurde in der Meiji-Zeit nach Tokio gebracht. Dort entwickelte man eine neue Herstellungsmethode, bei der man Toso-Mischungen statt des anfangs benutzten Holzblocks als Rohling verwendete, um so eine große Stückzahl herstellen zu können.
Traditionell schenken Großeltern in Japan ihren Enkelkindern Kimekomi-Puppen, den Mädchen zum Hina-Matsuri, den Jungen zum Kodomo no Hi, um ihnen Gesundheit und Glück im Leben zu wünschen.
Wegen des rückgängigen Absatzes erweiterten die Puppenmacher ihr Angebot im Laufe der Zeit und stellen heute neben den traditionellen Puppen auch andere Figuren mit der besonderen Kimekomi-Technik her, beispielsweise die Maneki-neko (Winkekatze).
Herstellung Kimekomi-Puppen werden mit einer Technik angefertigt, die auch in der Schreibweise ihres Namens ersichtlich ist: komi) bedeutet „präzise einstecken“. In das für den Puppenkörper verwendete Material werden nämlich dünne Rillen geritzt, in die anschließend die Stoffenden gesteckt werden, sodass der Stoff später als Gewand nur glatte Kleiderlinien aufweist.
Der Puppenkörper selbst besteht aus Toso, einem Gemisch aus Harz und Sägemehl des Blauglockenbaums, das in eine Form gepresst wird. Die Formgebung dieses Rohlings legt das Erscheinungsbild der Puppe fest. Bevor die Kimekomi-Puppe ihre Kleidung erhält, werden die Kanten des Toso-Holzblocks in Form gefeilt und die rauen Stellen geglättet. Das Holz wird anschließend mit einer weißen Paste überzogen, die weißes Pigment aus Muscheln ( Gofun) und dem japanischen Klebstoff Nikawa (Tierleim) als Bindemittel enthält und auch zur Konservierung der Puppe beiträgt. Der ausgewählte Stoff wird dann in die vorbereiteten, mit Klebstoff versehenen Rillen gedrückt und um die Puppe gelegt, sodass er direkt anliegt. Da sich der Körper unmittelbar unter einer einzigen Stoffschicht befindet, gilt dessen Formgebung als wichtiger, den Stil der Kimekomi Ningyō definierender Produktionsprozess. Ihr Kopf wird getrennt vom Puppenkörper gefertigt. Dafür wird eine gebrannte Masse aus Hakuundo-Ton verwendet. Das Puppengesicht wird von Hand gemalt und ihre Haare, die meist aus feinen Seidenfäden bestehen, werden angeklebt. Oft beteiligen sich mehrere Puppenmacher an der Herstellung einer Kimekomi Ningyō.
Bei den Kimekomi-Puppen lassen sich verschiedene Stile unterscheiden. Die in Kyōto hergestellten zeichnen sich durch eine majestätische Ausstrahlung ihrer Gesichter aus, während die in Tokio fabrizierten Puppen sich durch schmalere Gesichter und klarer definierte Augen auszeichnen.
Weblinks
Video über den Herstellungsprozess einer Kimekomi-Puppe
Einzelnachweise
Kategorie:Kunst (Japan) Kategorie:Puppenart