Die normalspurige Tenderlokomotive O&K Fabriknummer 12272 war eine 1931 für die Hohenzollerngrube Beuthen von O&K hergestellte Industrielokomotive der Bauart E h2t. Die Lokomotive wurde im schweren Kohleverkehr eingesetzt. Eine Betriebsnummer ist nicht bekannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Lokomotive bis Anfang der 1960er Jahre bei der Maxhütte Unterwellenborn im Einsatz und wurde anschließend verschrottet.

Geschichte Hohenzollerngrube Beuthen

1931 lieferte O&K an die Hohenzollerngrube Beuthen diese Lokomotive, die bei der Hohenzollerngrube verschiedene Aufgaben hatte. So beförderte sie Kohlenzüge von der Grube bis zum anschließenden Rangierbahnhof Beuthen und die Sandzüge zum Auffüllen der ausgekohlten Gruben. Für diese Aufgaben hatte sie die Berechtigung für das Fahren auf Reichsbahngleisen und war mit einem Kupplungsadapter für die automatische Scharfenbergkupplung für das Kuppeln der Sandbahnwagen versehen.Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6

Die Informationen über die Lokomotive sind nicht vollständig, die einzige Information ist ein Foto aus dem Jahr 1936.

Maxhütte Unterwellenborn 7II mini|links|Lokomotive O&K 12272 als Lokomotive 7II der Maxhütte Unterwellenborn Nach 1945 wurde die Lokomotive bei der Maxhütte Unterwellenborn entdeckt, konnte aber nicht eindeutig identifiziert werden. Erst das Foto von 1953 brachte Gewissheit, auch wenn sie sich in der Zwischenzeit durch die Abschrägung der seitlichen Wasserkästen stark verändert hatte.

Wie die Lokomotive von Beuthen nach Unterwellenborn gekommen ist, ist ungeklärt. Das gezeigte Bild durfte erst nach 1989 veröffentlicht werden. Bekannt ist nur, dass 1952 eine Lokomotive mit der Nummer 7I zu einem anderen Einsatzbetrieb verlegt wurde. Das letzte Mal gesehen wurde die Lokomotive 1964 im Reichsbahnausbesserungswerk Zwickau.

Konstruktion

Die Lokomotive wurde für eine starke Belastung mit schweren Zügen und auf der Sandbahnbrücke konstruiert und ist gestaltet nach den Prinzipien der Einheitslokomotiven.

Die Lokomotive war mit Druckausgleichkolbenschieber, Sandstreuer mit Druckluftsteuerung, elektrischer Schmierpumpe, Schlammabscheider incl. Speisedom, Spindelkipprost, Aschkasten und Rauchkammerausblasevorrichtung oder Doppelverbundluftpumpe ausgerüstet.

Der Barrenrahmen hatte eine Blechstärke von 90 mm. Die erste sowie die letzte Achse waren seitenverschiebbar, die geführte Länge betrug 2800 mm. Diese Ausführung reichte für einen Bogenradius von 120 m.

Der Kessel hat drei Schüsse und ist mit vier Domen bestückt. Maße sind nicht bekannt. Auf dem ersten Schuss sitzt der Dampfdom, auf dem zweiten Schuss der vordere Sandkasten, auf dem dritten Schuss der Speisedom und auf dem Hinterkessel ist der zweite Sandkasten platziert. Insgesamt konnten alle Räder von vorn und hinten gesandet werden. Die Steuerung erfolgte mit einer Heusinger-Steuerung.

Die mittleren drei Achsen wurden einseitig von vorn abgebremst. Neben der elektrischen Beleuchtung besaß die Lokomotive zur Signalgebung eine Dampfpfeife und ein Dampfläutewerk.

Literatur

Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, Seiten 81–93

Weblinks

Internetseite über die Lokomotive O&K 12272 auf dampflokomotivarchiv.de

Einzelnachweise

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