Der Internationale St. Hubertus-Orden (englisch: International Order of St. Hubertus, IOSH) ist ein aristokratischer Jagdorden unter Großmeister Istvan Franz von Habsburg-Lothringen, der traditionelle Jagdethik und -praktiken fördert. Der Orden wurde 1695 von Graf Franz Anton von Sporck gegründet, um adlige Jäger aus Österreich, Böhmen und anderen Ländern des Habsburgerreichs zusammenzubringen. Benannt wurde der Orden zu Ehren des heiligen Hubertus, des Schutzpatrons der Jäger und Fischer. Das Motto des Ordens lautet Deum Diligite Animalia Diligentes („Den Schöpfer im Geschöpfe ehren“). Der Orden hat eine äußerst elitäre Mitgliedschaft und wurde als „geheimnisvoll“ bezeichnet.

Struktur und Aktivitäten Laut Eigenangaben ist der Orden "eine altehrwürdige Ritterorganisation gleichgesinnter Jäger und Angler, die die Kameradschaft des Ordens genießen und die gleichen Grundsätze in Bezug auf ethische Jagd und Fischerei sowie den Schutz und die Erhaltung der Wildtiere und ihrer Lebensräume auf der ganzen Welt teilen". Dem Orden steht ein Großmeister und ein Protektor vor. Er gliedert sich in Abteilungen in verschiedenen Ländern, in Europa in Luxemburg, Österreich, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, England, Belgien, der Niederlande, Deutschland, Rumänien, Ungarn, Polen und der Schweiz. In Amerika befinden sich Niederlassungen in den Vereinigten Staaten, Mexiko, Argentinien und Kanada. Die Abteilungen organisieren ihre eigenen Aktivitäten, unterhalten jedoch enge Kontakte untereinander.

Die Mitgliedschaft erfolgt auf Einladung, steht nur Männern offen und teilt sich auf in Knappen und Ordensbrüder. 2025 gab es knapp 1300 Mitglieder, wobei die US-amerikanische Abteilung mit ca. 600 Mitgliedern die größte Untereinheit bildete. Mitglieder sind häufig Angehörige des Hochadels oder wohlhabend bzw. einflussreich. Laut eigenen Angaben soll die Mitgliederschaft nicht stark wachsen, sondern soll ein kleiner, exklusiver und fokussierter Kreis bleiben. Hauptsitz des Ordens bildet der Wohnort des Großmeisters, derzeit Luxemburg.

Zu den Aktivitäten des Ordens gehören neben den Jagdveranstaltungen auch regelmäßig soziale Veranstaltungen, so werden auf der jährlichen Investitur die Knappen zu Ordensbrüdern erhoben. Der 3. November wird als Hubertustag jedes Jahr vom Orden feierlich begangen. Die Mitglieder sind auch engagiert im Bereich Naturschutz. Zwischen 2010 und 2015 spendeten die Mitglieder über 100 Millionen US-Dollar an den Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes, in dem der Orden ein Mitglied ist.

Geschichte Der Hubertusorden wurde 1695 von Graf Franz Anton von Sporck gegründet, der adlige Jäger aus Österreich, Böhmen und anderen Ländern des Habsburgerreichs zusammenbrachte. Zu den Gründungsmitgliedern des Ordens gehörten Kaiser Karl VI. und andere Adelsfamilien des Heiligen Römischen Reiches. Der Orden wurde zu Ehren des Heiligen Hubertus, des Schutzpatrons der Jäger und Fischer, benannt.

1938, nach fast 250 Jahren seines Bestehens, wurde der Orden von Adolf Hitler verboten, weil er sich weigerte, nach dem Anschluss Österreichs an NS-Deutschland den Nazi Hermann Göring als Mitglied aufzunehmen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ermächtigte Halvor O. Ekern, der politische Chefberater der US-Streitkräfte in Österreich, die Mitglieder des Ordens, mit ihren Waffen und der Jagd die ländliche Bevölkerung im Winter mit Lebensmitteln zu versorgen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Orden vom US-Botschafter in Österreich und amerikanischen Hochkommissar Llewellyn Thompson zusammen mit dem kommandierenden General Mark W. Clark, dem britischen Diplomaten Sir Harold Caccia, Dr. Albert Messany und dem österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl wiederbelebt. Er expandierte außerdem international. 1966 wurde eine US-amerikanische Niederlassung gegründet, wobei die erste Investitur im Bohemian Grove Club in San Francisco stattfand.

Andreas Salvator Habsburg-Lothringen wurde 1985 Protektor des Ordens und wurde 1991 in diesem Amt von König Juan Carlos I. von Spanien abgelöst. Im März 2013 wurde Erzherzog István von Habsburg-Lothringen der fünfte Großmeister des Ordens seit der Restitution. Erzherzog Andreas übernahm das Amt des Ehrengroßmeisters.

Der Orden erlangte im Februar 2016 mediale Aufmerksamkeit, als der Richter am Obersten Gerichtshof der USA, Antonin Scalia, während eines Aufenthalts auf der Cibolo Creek Ranch im Presidio County in Texas auf mysteriöse Weise verstarb. Der Besitzer der Ranch, John B. Poindexter, sowie C. Allen Foster, ein Anwalt aus Washington, der mit Scalia in einem Privatflugzeug zur Ranch gereist war, bekleiden Führungspositionen innerhalb des Ordens; mindestens zwei weitere Privatflugzeuge, die zur Ranch flogen, standen in Verbindung mit bekannten Mitgliedern des St.-Hubertus-Ordens. Scalia soll jedoch kein Mitglied gewesen sein. Die Ablehnung der Familie eine Autopsie durchzuführen und Unklarheiten bei der genauen Todesursache des Bundesrichters heizten später Verschwörungstheorien an.

Einzelnachweise

Kategorie:Gegründet 1695 Kategorie:Hubertus von Lüttich als Namensgeber Kategorie:Weltlicher Ritterorden