mini|Reste der Gefängnisstrukturen 2025 Das Lyttelton Gaol (dt.: „Gefängnis von Lyttelton“) war ein Gefängnisgebäude und ein Gefängniskomplex in Lyttelton, Neuseeland.
Geschichte mini|Architektonische Schnittzeichnung des Lyttelton-Gefängnisses, angefertigt 1923 für einen Regierungsbericht Der Bau der ersten Gebäude auf dem Gelände des Lyttelton-Gefängnisses begann 1851 unter der Leitung von William ChaneyDavid Gee: The Devil's Own Brigade: A History of the Lyttelton Gaol 1860–1920. Millwood Press, Wellington 1975: S. 8. nach den Plänen von Benjamin Mountfort.John Wilson: City and Peninsula: The Historic Places of Christchurch and Banks Peninsula. Christchurch Civic Trust 2007: S. 60. ISBN 978-0-473-12239-3 Das genaue Eröffnungsdatum des Gefängnisses ist nicht bekannt. Die Gefängnisordnung wurde erstmals 1857 veröffentlicht, und die Gebäude waren bis 1861 weitgehend fertiggestellt. Es war der erste Gefängnisbau in der Region Canterbury.Geoffrey Rice: Lyttelton: Port and Town. Canterbury University Press 2004: S. 24. ISBN 1-877257-24-9.
Das Gebäude war mit Steinen von Quail Island (Ōtamahua) verkleidet. Das Hauptgebäude war von einer hohen Steinmauer umgeben, deren Mauerkrone mit Glasscherben und Metallspitzen bewaffnet war.
Häftlinge aus dem Gefängnis wurden als Zwangsarbeiter für öffentliche Bauarbeiten eingesetzt, insbesondere für Landgewinnung und den Bau von Kais für den Hafen von Lyttelton, sowie von Straßen und Stützmauern, von denen viele noch heute existieren. In den 1870er Jahren wurden Häftlinge auch zum Bau von Fort Jervois auf Ripapa Island eingesetzt. Zeitweise war es das Hauptgefängnis der Südinsel.
Häufig wurden die Haftbedingungen in dem Gefängnis in den 1860er Jahren von Beamten wie Edward Seager immer wieder kritisiert, vor allem wegen seiner geringen Größe und der daraus resultierenden beengten Verhältnisse. Dies lag unter anderem daran, dass dort auch Schuldner und psychisch Kranke untergebracht waren. In Addington, war der Bau eines neuen und größeren Gefängnisses geplant, welches dann in den 1870er Jahren eröffnet wurde.
William Donald war in den 1860er Jahren als Gefängnisarzt tätig.
Sieben Männer wurden zwischen 1868 und 1918 im Gefängnis von Lyttelton wegen Mordes gehängt. Die Hinrichtungen fanden zunächst außerhalb des Gefängnisses statt, wurden aber 1862 innerhalb der Mauern abgehalten. Eine Glocke kündigte die bevorstehende Hinrichtung an, und die Kinder der Gegend stiegen auf die Hügel, um einen Blick ins Gefängnisgelände zu erhaschen.
Trotz der gewaltigen Mauern gelang es einigen Gefangenen, aus dem Gefängnis zu fliehen, zumeist durch Flucht von den Arbeitskolonnen. Der bekannteste dieser Ausbrecher war James McKenzie, dem die Flucht zweimal gelang. Arthur Howard, der 1885 im berüchtigten Fall der „abgetrennten Hand“ („severed hand“) wegen Betrugs verurteilt wurde, war einer der wenigen Ausbrecher, denen es gelang, die Mauern zu überwinden.
Schließung und Abriss mini|Der Upham Memorial Clock Tower am Standort des ehemaligen Gefängnis’. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beherbergten neuere Gefängnisse in Addington und insbesondere das neue Christchurch-Gefängnis in Paparua (eröffnet am 5. Januar 1915)—die Mehrheit der Gefangenen. 1921 stand Lyttelton Gaol leer.
Der Abriss gestaltete sich schwierig, da die Gefängnismauern 61 cm (2 ft) dick und aus massivem Beton und Steinmauerwerk bestanden. Ende 1922 wurden Gefangene aus Paparua mit dem Abriss des Gefängnisses beschäftigt. Um einen Großteil des Gebäudes zu sprengen, mussten Sprengstoffe eingesetzt werden. Der Bruchbeton wurde für den Straßenbau sowie für Landgewinnungsprojekte im Hafen verwendet.
Nach dem Abriss wurde das Gelände an die benachbarte Lyttelton Borough School für deren Schulhof verpachtet. Die Upham Memorial Clock wurde 1953 zu Ehren des beliebten Arztes Charles Upham dort aufgestellt. Die hohen Betonmauern des Gefängnisses an der Rückseite und an einer Seite sind erhalten und archäologisch bedeutsam, da sie zu den frühesten Beispielen für die Verwendung von Beton in Neuseeland zählen.
Am 13. Dezember 1996 wurden ie Überreste in das neuseeländische Verzeichnis der Baudenkmäler (NZ Category I Nr. 7353) aufgenommen.
Literatur David Gee: The Devil’s Own Brigade: A History of the Lyttelton Gaol 1860–1920. Millwood Press, Wellington 1975. oclc=2913001 Geoffrey Rice: Lyttelton: Port and Town. Canterbury University Press 2004. ISBN 1-877257-24-9 oclc=64481354 John Wilson: City and Peninsula: The Historic Places of Christchurch and Banks Peninsula. Christchurch Civic Trust 2007. ISBN 978-0-473-12239-3 oclc=174092073
Einzelnachweise
Kategorie:Historic Place der Kategorie I Kategorie:Canterbury (Region) Kategorie:Rechtsgeschichte (Neuseeland) Kategorie:Bauwerk in der Region Canterbury Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Neuseeland