Gerhard Philipp Jakob von Glasenapp (* 13. Juli 1859 in Schivelbein; † 7. Dezember 1936 in Potsdam) war ein preußischer Generalleutnant.
Leben Herkunft Gerhard entstammte einem Zweig des pommerschen Adelsgeschlecht von Glasenapp, dass am 20. Februar 1805 die preußische Adelslegitimation erhalten hatte. Er war der jüngste von drei Söhnen des Apothekers Sigismund von Glasenapp (1819–1900) und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Spener (1824–1889). Seine älteren Brüder waren der Vizepräsident der Reichsbank Otto von Glasenapp (1853–1928) und der Zensor Kurt von Glasenapp (1856–1937). Der Indologe und Religionswissenschaftler Helmuth von Glasenapp (1891–1963) war sein Neffe.
Werdegang Glasenapp besuchte das Viktoria-Gymnasium in Potsdam und trat am 1. Oktober 1879 in das 3. Schlesische Dragoner-Regiment Nr. 15 der Preußischen Armee in Hagenau ein. Nach dem Kommando zur Kriegsschule in Potsdam avancierte er bis Mitte Februar 1881 zum Sekondeleutnant und war von Oktober 1888 bis August 1890 zur weiteren Ausbildung zum Militärreitinstitut Hannover kommandiert. Unter Beförderung zum Premierleutnant erfolgte am 20. September 1890 seine Versetzung in das Schleswig-Holsteinische Ulanen-Regiment Nr. 15. Am 17. März 1894 wurde Glasenapp als Adjutant der 6. Kavallerie-Brigade nach Brandenburg an der Havel kommandiert und am 27. Januar des Folgejahres unter Belassung in diesem Kommando als Rittmeister in das Ulanen-Regiment „Graf zu Dohna“ (Ostpreußisches) Nr. 8 versetzt. Mit der Ernennung zum Eskadronchef im Dragoner-Regiment „von Arnim“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 trat Glasenapp am 1. April 1898 in den Truppendienst zurück. Am 27. Januar 1903 wurde er zum Adjutanten der 1. Kavallerie-Inspektion in Königsberg ernannt und in dieser Eigenschaft am 22. März 1903 zum überzähligen Major befördert. Glasenapp kam am 19. Oktober 1905 nach Bromberg zum Stab des Grenadier-Regiments zu Pferde „Freiherr von Derfflinger“ (Neumärkisches) Nr. 3. Sein Regimentschef König Gustav V. von Schweden würdigte ihn im Dezember 1908 durch die Verleihung des Ritterkreuzes I. Klasse seines Schwertordens.Militär-Wochenblatt. Nr. 156 vom 19. Dezember 1908, S. 3648. Am 19. Juni 1909 wurde Glasenapp mit der Führung des in Demmin stationierten 2. Pommerschen Ulanen-Regiments Nr. 9 beauftragt. Er avancierte am 27. Januar 1910 zum Oberstleutnant und am 20. April 1910 zum Regimentskommandeur. In dieser Eigenschaft erhielt Glasenapp im September 1910 die Erlaubnis zur Annahme des Ehrenkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone und des Komturkreuzes des Greifenordens.Militär-Wochenblatt. Nr. 119 vom 22. September 1910, S. 2772. Anlässlich der Herbstübungen 1911 zeichnete ihn Wilhelm II. mit dem Kronen-Orden 3. Klasse aus.Beiheft zum Militär-Wochenblatt. Nr. 116 vom 16. September 1911, S. 2715. Vom 2. Januar 1912 war Glasenapp zur Dienstleistung bei der Militär-Veterinärinspektion kommandiert. Am 20. Februar 1912 erfolgte seine Ernennung zum Inspekteur dieser Inspektion sowie am 1. Oktober 1912 seine Beförderung zum Oberst. Ab dem 7. Juli 1913 war Glasenapp zunächst mit der Führung der 21. Kavallerie-Brigade in Frankfurt am Main beauftragt, bevor er am 1. Oktober 1913 zum Kommandeur ernannt wurde.
Bei der Mobilmachung anlässlich des Ersten Weltkriegs wurde sein Stab aufgelöst und Glasenapp erhielt das Kommando über die 25. Kavallerie-Brigade (Großherzoglich Hessische), die er zunächst in den Kämpfen an der Westfront führte. Ausgezeichnet mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes wurde er am 22. März 1915 zum Generalmajor befördert und nahm in der Folge an den Kämpfen an der Ostfront sowie dem Feldzug gegen Rumänien teil. Nachdem man ihn am 10. März 1917 zu den Offizieren von der Armee versetzt hatte, wurde Glasenapp am 25. April 1917 in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Verleihung des Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. Als z.D.-Offizier war er vom 9. Mai 1917 bis zum 5. April 1918 Inspekteur der 1. Inspektion der Ersatz-Eskadronen des VIII. Armee-Korps, dann der 2. Inspektion. Seine Mobilmachungsbestimmung wurde am 25. Juni 1918 unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant aufgehoben.
Glasenapp war Rechtsritter des Johanniterordens.
Familie Gerhard von Glasenapp heiratete am 15. November 1894 in Berlin Katharina Jähns (* 1875). Aus der Ehe gingen die Tochter Elisabeth (* 1896) und der Sohn Hans (* 1903) hervor.
Schriften Geschichte des Schleswig-Holsteinschen Ulanen-Regiments Nr. 15 von seiner Stiftung bis zum Tage des 25jährigen Bestehens. Mittler & Sohn, Berlin 1894.
Literatur E. von Glasenapp: Vollständige Genealogie des alt-hinterpommerschen Geschlechts der Erb-, Burg- und Schlossgesessenen von Glasenapp. II. Theil und Ergänzungen des 1884 erschienenen I. Theils, Voss, Berlin 1897, S. 439. (Digitalisat) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1916. Zehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 274–275. (Digitalisat) Christian Zweng: Die Preußischen Generale 1866–1920. Band 6: Ga–Hae. Institut für deutsche Phaleristik und Militärgeschichte, Osnabrück 2014, S. 164–165.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Königreich Preußen) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 3. Klasse Kategorie:Komtur des Greifenordens Kategorie:Träger des Ordens der Württembergischen Krone (Ehrenkreuz) Kategorie:Träger des Schwertordens (Ritter 1. Klasse) Kategorie:Kavallerist (Preußen) Gerhard #Glasenapp Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben 1936 Kategorie:Mann