mini|Mansour El Souwaim (2018) Mansour El Souwaim (; * 18. Februar 1970 in Nyala) ist ein sudanesischer Schriftsteller. 2009/2010 wurde er auf die Beirut39-Liste der vielversprechendsten Vertreter der jungen Generation arabischer Autorinnen und Autoren aufgenommen. Im Jahr 2023 erhielt er für den Roman Ṭuḥlub azraq (‚Blaualge‘) den zweiten Preis des Tayeb-Salih International Award for Creative Writing.

Leben El Souwaim wurde am 18. Februar 1970 in Nyala (Darfur) geboren und studierte an der Abteilung für Musik und Theater der Universität Sudan für Wissenschaft und Technologie. Seit den 2000er-Jahren arbeitet er als Autor und publizistischer Beobachter für die sudanesische Presse und war mehrere Jahre in der saudischen Online-Presse tätig. 2009 nahm er an der ersten „Nadwa“ (Schreibwerkstatt) des International Prize for Arabic Fiction teil. Im April 2010 trat er im Rahmen des Hay-Festival-Projekts Beirut39 in Beirut auf.

Wirken Seine Texte befassen sich immer wieder mit dem Leben der Ausgeschlossenen und den sozialen Rändern des Sudan, was Kritiker als prägend für seine Poetik beschrieben haben.

Seine Debüt-Novelle Tuḫūm ar-Ramād (‚Grenzen der Asche‘) ist in Darfur angesiedelt und nutzt den Blickwinkel eines Generals zur literarischen Auseinandersetzung mit der Verflechtung von Gewalt, Klientelismus und ethnischen Spannungen.

Für seinen 2005 erschienenen Roman Ḏākirat Širrīr (‚Memoiren eines Schurken‘) erhielt er den von der Abdel-Karim-Mirghani-Stiftung vergebenen Tayeb-Salih-Preis. Die französische Übersetzung Souvenirs d’un enfant des rues erschien 2011/2012 und wurde in der französischen Presse rezipiert.

Mit Āḫir as-Salāṭīn (2014; ‚Der letzte der Sultane‘) widmete er sich der historischen Figur des Darfur-Herrschers ʿAlī Dīnār und verknüpfte dokumentarische und fiktionale Ebenen.

ʿArabat al-Amwāt (2017; ‚Der Wagen der Toten‘) setzt seine formale Experimentierfreude fort und verfolgt das Schicksal mehrerer Figuren – vom Leichenwagenfahrer bis zum Journalisten – in einer von Gewalt und gesellschaftlicher Härte geprägten Gegenwart.

Mit dem 2024 in Juba erschienenen Roman Ṭuḥlub Azraq (‚Blaualge‘) setzte El Souwaim sein Werk fort; das Manuskript war 2023 mit dem zweiten Preis des Tayeb-Salih-Preises ausgezeichnet worden. Der Roman verknüpft die Wege des Generals Ǧaʿfar al-Bašīr und des Scheichs Maǧid an-Nūrānī, überblendet Zeitebenen und legt autoritäre Kontinuitäten offen.

Werke Tuḫūm ar-Ramād (‚Grenzen der Asche‘), Khartum: Maktabat al-Šarīf al-Akādīmiyya, 2001 Ḏākirat Širrīr (‚Memoiren eines Schurken‘), Beirut: ad-Dār al-ʿArabiyya li-l-ʿUlūm, 2011, ISBN 978-614-010-057-2 Ašbāḥ Faransāwī (‚Französische Gespenster‘), Kairo: Dār al-ʿAin, 2014, ISBN 978-977-490-261-1 Āḫir as-Salāṭīn: Ḥurūb as-Sulṭān ʿAlī Dīnār ʿalā Tuḫūm Madāfin as-Salāṭīn (‚Der letzte der Sultane‘), Kairo: Awraq li-n-Našr wa-t-Tawzīʿ; Khartum: Dār Āfāq, 2014; Neuauflage: Kairo: Dār al-Bašīr li-ṯ-ṯaqāfa wa-l-ʿUlūm, 2025, ISBN 978-977-879-630-8 ʿArabat al-Amwāt (‚Der Wagen der Toten‘), Tunis: Meskiliani Publishing & Distribution, 2017, ISBN 9789938833768 Kānat wa kān .. wa kānat al-uḫrā (‚Sie war, er war … und die andere auch‘), Khartum: Dār al-Muṣawwarāt li-n-Našr wa-t-Tawzīʿ, 2020, ISBN 978-99942-72-35-8 Ṭuḥlub Azraq (‚Blaualge‘), Juba: al-Mawsūʿa aṣ-Ṣaġīra li-ṭ-ṭibāʿa wa-n-Našr wa-t-Tawzīʿ, 2024

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Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Autor Kategorie:Sudanese Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann Kategorie:Literatur (Sudan)