Abdullah Thabit (; * 1973 in Abha, Provinz Asir) ist ein saudi-arabischer Lyriker und Romancier, der durch den Roman al-Irhābī 20 (‚Der 20. Terrorist‘, 2006) bekannt wurde. Er stand 2009/2010 auf der Beirut39-Liste der 39 bedeutendsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 40. Nach massiven Drohungen im Umfeld der Veröffentlichung von al-Irhābī 20 zog er 2006 mit seiner Familie von Abha nach Dschidda.

Leben Thabit wurde 1973 in Abha (Provinz Asir) geboren und studierte Arabische Sprache und Literatur an der König-Khalid-Universität. Er schrieb ab 2000 für die Tageszeitung Al-Watan – zunächst bis 2006 in der Meinungsrubrik, seit 2007 als Verfasser einer wöchentlichen Kolumne. Nach Erscheinen seines Romans al-Irhābī 20 verließ er nach Drohungen seine Heimatregion und siedelte 2006 nach Dschidda über. 2009/2010 wurde er im Rahmen des Hay-Festival-Projekts Beirut39 als einer der wichtigsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 40 Jahren ausgewählt. 2012 war er Resident des International Writing Program in Iowa City.

Wirken Thabit veröffentlicht Lyrik und Prosa; seine Texte befassen sich mit Themen wie Sozialisation, religiöse Radikalisierung und die Rolle von Kunst und Kultur in Saudi-Arabien. Der Roman al-Irhābī 20 (2006) erzählt als Fiktion die Lebensgeschichte des Protagonisten Zahi al-Jabali und verarbeitet reale Bezüge – etwa die Erkenntnis des Autors, einen der 9/11-Attentäter aus seiner Heimatstadt Abha zu erkennen –, wobei das Buch seine eigene Jugendnähe zu fundamentalistischen Milieus literarisch aufarbeitet. Die Veröffentlichung löste landesweit Debatten und kontroverse Reaktionen aus. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen der Roman Wajh an-Nāʾim (‚Das Gesicht des Schlafenden‘) sowie Gedichtbände wie Jalba li-taḥrīk al-waqt (2019).

Einzelnachweise

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