Westphilippinisches Meer 250px|rahmenlos|zentriert Filipino-NameTagalogKanlurang Dagat ng Pilipinas Tagalog Karagatang Kanlurang Pilipinas Alternativer Filipino-Name Tagalog

Westphilippinisches Meer (Filipino: Kanlurang Dagat ng Pilipinas oder Karagatang Kanlurang Pilipinas; abgekürzt WPS) ist die Bezeichnung der Regierung der Philippinen für jene Teile des Südchinesischen Meeres, die innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone des Landes liegen. Der Begriff wurde ursprünglich in den 1960er Jahren verwendet, um das Gewässer vor der Ostküste der Philippinen zu bezeichnen. Mitte der 2000er Jahre wurde der Name von den Philippinen neu verwendet, um das Gewässer westlich des Landes rund um die Spratly-Inseln und die Scarborough-Sandbank zu benennen, im Zusammenhang mit territorialen Streitigkeiten mit der Volksrepublik China. Die philippinische Regierung schrieb die offizielle Verwendung des Ausdrucks Westphilippinisches Meer im Jahr 2012 vor.

Geschichte Hintergrund Der Begriff „Westphilippinisches Meer“ wird von der internationalen Gemeinschaft mindestens seit dem Jahr 1961 verwendet und findet Erwähnung in Fachpublikationen der Geologie und Ozeanographie. Er bezog sich jedoch ursprünglich auf den westlichen Teil der Philippinensee, der östlich des philippinischen Archipels liegt.

Heutige Verwendung Die Streitkräfte der Philippinen begannen im Jahr 2006, die Bezeichnung Westphilippinisches Meer für das Gebiet um die umstrittene Spratly-Inselgruppe zu verwenden. Im Jahr 2011 begann die Regierung der Philippinen unter der Administration von Präsident Benigno Aquino III. damit, die Gewässer westlich des philippinischen Archipels als Westphilippinisches Meer zu bezeichnen. Der offiziell angegebene Zweck der neuen Bezeichnung stand im Zusammenhang mit dem nationalen Kartierungssystem. Nach Angaben anderer Regierungsquellen erfolgte die Umbenennung des Gewässers jedoch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Volksrepublik China über territoriale Ansprüche. Nach Aussage von Walden Bello, einem Mitglied des philippinischen Repräsentantenhauses, trägt die Bezeichnung „Südchinesisches Meer“ unterschwellige Konnotationen eines chinesischen Besitzanspruchs, und die Umbenennung in Westphilippinisches Meer habe China einen psychologischen Schlag versetzt. Sie sollte die territorialen Ansprüche der Philippinen auf die Spratly-Inseln symbolisieren und bekräftigen sowie den chinesischen Souveränitätsanspruch über das gesamte „Südchinesische Meer“ zurückweisen. Das philippinische Militär führte ähnliche Gründe für die Verwendung der Bezeichnung an. Der Sprecher der Streitkräfte, Kommodore Miguel Jose Rodriguez, erwähnte ebenfalls die unterschwellige Botschaft, die die Bezeichnung „Südchinesisches Meer“ vermittle, und erklärte, dass jedes Land seine eigene Bezeichnung für das Gebiet habe. Daher sollten die Philippinen es als Westphilippinisches Meer bezeichnen, was das Militär bereits seit mindestens Mitte der 2000er Jahre tue.

Im Repräsentantenhaus der Philippinen reichte der Akbayan-Abgeordnete Walden Bello im Juni 2011 eine Resolution ein, in der er die Regierung aufforderte, das Verfahren zur Umbenennung des Südchinesischen Meeres in „Westphilippinisches Meer“ (Western Philippine Sea) zu prüfen. Nach Aussage von Walden Bello besitzt der Begriff Westphilippinisches Meer keine spezifische räumliche Abgrenzung oder geografische Genauigkeit, sondern soll vielmehr verdeutlichen, dass das Südchinesische Meer nicht das Meer Chinas ist. Der Vorschlag, dem Meer eine andere Bezeichnung zu geben, erhielt Unterstützung von den Streitkräften der Philippinen, die den Ausdruck Westphilippinisches Meer bereits seit Mitte der 2000er Jahre verwenden.

Dies wurde im September 2012 durch eine Verwaltungsanordnung kodifiziert, die die Verwendung dieses Begriffs durch die Ministerien, Unterabteilungen, Behörden und Organe der philippinischen Regierung vorschrieb. Im September 2012 gab die Regierung der Philippinen bekannt, dass sie beginnen werde, die Gewässer westlich der Philippinen in amtlichen Karten, anderen Kommunikationsformen und Dokumenten als „Westphilippinisches Meer“ zu bezeichnen. Die Anwendung des Begriffs wurde dahingehend präzisiert, dass sie auf die Gewässer innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone der Philippinen beschränkt ist.

Schiedsspruch von 2016 Am 12. Juli 2016 entschied der Ständige Schiedshof zugunsten der Philippinen in einem Verfahren, das sich nicht auf die Namensgebung bezog. Er stellte klar, dass „das Tribunal weder aufgefordert wurde noch beabsichtigt, eine maritime Grenze zwischen den Parteien oder mit einem anderen an das Südchinesische Meer angrenzenden Staat festzulegen“. Das Tribunal entschied außerdem, dass China keine „historischen Rechte“ auf Grundlage der Karte mit der „Neun-Striche-Linie“ besitzt.

Rechtlicher Umfang Es gibt keine genaue Abgrenzung der Gebiete im Südchinesischen Meer, die das Westphilippinische Meer bilden. Die Verwaltungsanordnung, mit der das Gebiet offiziell benannt wurde, definierte es wie folgt:

Die Seegebiete auf der Westseite des philippinischen Archipels werden hiermit als Westphilippinisches Meer bezeichnet. Diese Gebiete umfassen das Luzon-Meer sowie die Gewässer in und um die angrenzenden Gebiete der Kalayaan-Inselgruppe und des Bajo de Masinloc, auch bekannt als Scarborough-Sandbank.— § 1, Administrative Order Nr. 29 (2012)

Nach philippinischem Recht bezieht sich das Westphilippinische Meer ausschließlich auf jene Teile des Südchinesischen Meeres, die die Regierung der Philippinen als Teil der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) des Landes beansprucht. Die Benennung des Gebiets wurde durch die Administrative Order Nr. 29 (2012) offiziell, die am 5. September 2012 von Präsident Benigno Aquino III. erlassen wurde. Die Anordnung verweist außerdem auf das Präsidialdekret Nr. 1599, das 1978 während der Amtszeit von Präsident Ferdinand Marcos erlassen wurde und die philippinische AWZ festlegte, sowie auf das Republic Act Nr. 9522, auch bekannt als „Baselines Law“, das 2009 während der Amtszeit von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verabschiedet wurde und die Basislinien des philippinischen Archipels festlegte.

Die Verwaltungsanordnung bekräftigt den philippinischen Anspruch auf die eigene ausschließliche Wirtschaftszone im Südchinesischen Meer und bringt damit die Position der Regierung der Philippinen zum Ausdruck, dass sie gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 souveräne Rechte über das Gebiet des Westphilippinischen Meeres besitzt sowie die „innewohnende Befugnis und das Recht, ihre Seegebiete zum Zweck des nationalen Kartierungssystems mit einer entsprechenden Nomenklatur zu versehen“.

Verwendung mini|Inoffizielle Karte der Nationalen Behörde für Kartierung und Ressourceninformationen (National Mapping and Resource Information Authority, NAMRIA), die geographische Merkmale im Westphilippinischen Meer zeigt. Die Namen der Merkmale entsprechen den von der philippinischen Regierung anerkannten Bezeichnungen.

Gemäß der Administrative Order Nr. 29 (2012) ist die Nationale Behörde für Kartierung und Ressourceninformationen (NAMRIA) verpflichtet, die Bezeichnung Westphilippinisches Meer in den von der Regierungsbehörde erstellten und veröffentlichten Karten zu verwenden. Auch andere Regierungsstellen sind angehalten, den Begriff zu verwenden, um die Nutzung des Namens sowohl im Inland als auch international zu fördern.

Vor der Erlassung der Anordnung hatte das philippinische Wetteramt (PAGASA) im Jahr 2011 die Bezeichnung übernommen, um sich auf die Gewässer westlich des Landes zu beziehen, während weiterhin der Begriff „Philippinensee“ für die Gewässer östlich des Archipels verwendet wurde.

Der Begriff Westphilippinisches Meer wird gelegentlich verwendet, um sich auf das gesamte Südchinesische Meer zu beziehen, diese Verwendung wird jedoch als unzutreffend zurückgewiesen.

Der Begriff „Westphilippinisches Meer“ ist in Google Maps auffindbar. Im April 2025 aktualisierte Google seine Karte, um eine deutlichere Beschriftung für das Westphilippinische Meer aufzunehmen. Die Bezeichnung „Südchinesisches Meer“ bleibt nordwestlich der neuen Markierung weiterhin sichtbar. Die Regierung der Philippinen und die Streitkräfte der Philippinen begrüßten die Maßnahme, während das Außenministerium der Volksrepublik China dagegen Einspruch erhob. Die deutliche Beschriftung wurde jedoch vorübergehend entfernt, bevor sie später wieder sichtbar war.

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Einzelnachweise

Kategorie:Südchinesisches Meer Kategorie:Philippinen Kategorie:Meer (Australasiatisches Mittelmeer)