Nagat Ali (; * 1975 in Kairo) ist eine ägyptische Lyrikerin, Essayistin und Literaturkritikerin. Ihr Name wurde auf die Beirut39-Liste der vielversprechendsten jungen Autorinnen und Autoren der arabischen Literatur aufgenommen (2009/2010).

Leben Ali wuchs in Kairo auf und schloss ein Masterstudium mit einer Arbeit über die Ironie in den Kurzgeschichten Yusuf Idris’ mit Auszeichnung ab. Im Jahr 2014 wurde sie an der Universität Kairo mit einer Studie über den Erzähler in den Romanen Nagib Mahfuz’ (mit Auszeichnung erster Klasse) promoviert. Ihre Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch, Kurdisch, Portugiesisch und Rumänisch. Erfahrungen aus den Protesten des Jahres 2011 in Ägypten verarbeitete sie in Essays und Tagebuchtexten. 2019 erschien bei al-Mutawassit zudem ihr Tagebuchband aṭ-ṭarīq ilā at-taḥrīr: min yawmiyyāt ṯawrat 25 Yanāyir (‚Der Weg zum Tahrir – Aus den Tagebüchern der Revolution des 25. Januar‘).

Wirken Als Lyrikerin debütierte Ali im Jahr 2002 mit dem vom Obersten Rat für Kultur in Kairo herausgegebenen Band Kā'in churāfī ghāyatuhu ath-tharthara (‚Ein Fabelwesen, dessen Zweck das Schwadronieren ist‘). Es folgten Ḥā'iṭ maschqūq (‚Rissige Wand‘, 2006) und Mithl schafrat sakkīn (‚Wie die Klinge eines Messers‘, 2010). 2019 veröffentlichte die ägyptische Staatsverlagsgruppe eine Auswahl von dreißig Gedichten unter dem Titel Qubūr zudschādschiyya (‚Gläserne Gräber‘). Neben ihrer Lyrik veröffentlichte Ali literaturwissenschaftliche Monografien, darunter al-mufāraqa fī qiṣaṣ Yūsuf Idrīs al-qaṣīra (‚Die Ironie in den Kurzgeschichten Yusuf Idris’‘, 2009) und ar-rāwī fī riwāyāt Nadschīb Maḥfūẓ (‚Der Erzähler in den Romanen Nagib Mahfuz’‘, 2017). Ihre Gedichte werden in der Kritik als von Verlust, Niederlage und einer bisweilen kafkaesken Atmosphäre geprägt beschrieben. Für ihr Schreiben erhielt sie 2009 den marokkanischen Tangier-Preis für junge Dichterinnen und Dichter. 2009/2010 wurde sie in die vom Hay Festival kuratierte Beirut39-Liste aufgenommen. Ein offizielles Beirut39-Interview skizzierte ihre poetische Programmatik und Einflüsse, darunter Dostojewski, Taha Husain und Nagib Mahfuz.

Einzelnachweise

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