mini|Kamel Riahi (2018) Kamel Riahi (; * 16. Mai 1974) ist ein tunesischer Schriftsteller, Kulturjournalist und Moderator, der in Print-, Radio- und TV-Formaten sowie auf Literaturfestivals tätig ist. Im Jahr 2009 wurde er vom Hay Festival auf der Beirut39-Liste der vielversprechendsten arabischen Autorinnen und Autoren unter 39 Jahren genannt. Für den Roman al-Mishrat (‚Das Skalpell‘) erhielt er 2007 den Comar d’Or für die beste tunesische Romanveröffentlichung. Für das Tagebuch Wahid-Sifr lil-Qatil (‚1:0 für den Mörder‘) wurde er 2018 mit dem Ibn-Battuta-Preis ausgezeichnet.
Leben Seit den 1990er-Jahren veröffentlicht Riahi regelmäßig in arabischen und internationalen Kulturmedien und arbeitet als Produzent und Moderator von Kulturformaten. 2009/2010 leitete er die Übersetzungsabteilung am Arab Higher Institute for Translation in Algier. Von 2014 bis zu seiner neuen Aufgabe 2018 war er Leiter des Kulturhauses Ibn Khaldoun in Tunis. Am 1. März 2018 berief ihn das Kulturministerium zum Leiter der neu gegründeten Maison du Roman (Beit al-Riwaya) an der Cité de la Culture in Tunis. Im Mai 2018 wurde das Haus eröffnet und als erste Einrichtung dieser Art im arabischen Raum präsentiert, die eine Spezialbibliothek und Werkstätten für literarische Praxis umfasst. 2022/2023 war Riahi als Gastdozent an der University of Toronto tätig. Seit 2022 wird die Maison du Roman von der Journalistin und Romancierin Amel Mokhtar geleitet.
Wirken Riahis Werk umfasst die Romane al-Mishrat (2006; ‚Das Skalpell‘), al-Ghurila (2011; ‚Der Gorilla‘), Ashiqat al-Nadhl (2015; ‚Die Geliebte des Schurken‘) und al-Beretta yaksibu da'iman (2020; ‚Beretta gewinnt immer‘) sowie das Tagebuch Wahid-Sifr lil-Qatil (2018; 1:0 für den Mörder). Seine Prosa befasst sich mit Themen wie urbane Gewalt, gesellschaftliche Marginalisierung und Rassismus; für al-Ghurila wurde früh die Auseinandersetzung mit antischwarzem Rassismus in der arabischen Welt hervorgehoben. al-Mishrat brachte ihm 2007 den Comar d’Or ein. Für Wahid-Sifr lil-Qatil erhielt er 2018 den Ibn-Battuta-Preis in der Sparte „Tagebuch“. Als Kurator und Moderator prägte er den Salon Beit al-Khayal und präsentierte die Sendungen Beit al-Khayal (El Wataniya 1) und Inhiyaz (Radio Tunisie Culture). Durch die Aufnahme in die Beirut39-Liste wurde er 2009 international sichtbar positioniert. Seine Auftritte und Arbeitskreise führten ihn regelmäßig auf Literaturveranstaltungen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturjournalist Kategorie:Hörfunkmoderator Kategorie:Fernsehmoderator Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Tunesier Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann