Das alte Rathaus – alternativ Gemeinde- und Schulhaus genannt – ist ein Bauwerk in Dahn im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz). Es steht unter Denkmalschutz.

Lage Das Gebäude steht mit der Hausnummer 7 an der Ostseite der Marktstraße, die mit der Bundesstraße 427 identisch ist. Unmittelbar nördlich befindet sich die katholische Kirche St. Laurentius. Unmittelbar südlich verläuft die in diesem Bereich als Einbahnstraße angelegte Kanalstraße. Unmittelbar westlich am Bauwerk führen mehrere Wanderwege wie der Prädikatswanderweg Pfälzer Waldpfad, eine Route der Pfälzer Jakobswege, der Höcherbergweg, eine Route, die mit einem gelb-roten Balken markiert ist und vom Wellbachtal bis nach Rülzheim verläuft, die Jungferntour sowie eine nicht mehr unterhaltene Markierung „gelbes W“ des Westpfalz-Wanderwegs vorbei.

Beschreibung Das Haus ist ein klassizistischer Krüppelwalmdachbau. Über dem Eingang steht fälschlich die Jahreszahl 1818. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine Dachgaube hinzugefügt. Das geschnitzte Portal des Gebäudes entstand 1935.

Geschichte Das Bauwerk wurde 1820 auf dem damaligen Marktplatz als „Gemeinde-Schul- und Arresthaus“ errichtet. Ein Teil des Geländes hatte zuvor zum damaligen Friedhof gehört, der sich seinerzeit um die Laurentiuskirche herum befunden hatte, wofür mehrere Gräber geopfert werden mussten. Beim Bau gab es die Schwierigkeit, dass das Holz aus den umliegenden Wäldern von Dahn für die Unterzüge nicht die erforderliche Stärke aufwies.

Damit begann die „Zerstörung“ des Platzcharakters und seine damit einhergehende Umwandlung in eine Verkehrsstraße, die in den folgenden Jahrzehnten zunehmend Kontur annahm.

Anfangs war das Gebäude Schulhaus; jedoch dienten lediglich zwei Räume dem Unterricht, die restlichen waren Wohnung für den Lehrer, Büro und Wachtstube. Von Anfang an wurde es von seiner Kapazität her der bereits damals sehr hohen Schülerzahl nicht gerecht. Beispielsweise zog zeitweise eine Klasse ins nahe 1829 errichtete und 1969 abgerissene Wachthaus und ab 1871 wurde zusätzlich das vormalige Gerichtsgebäude genutzt.

Wegen des Platzmangels zog die Schule 1901 ins Gebäude der heutigen Kreisgalerie. Zudem diente das Bauwerk als Dahner Rathaus, ehe 1984 das Verwaltungsgebäude der seit 1972 bestehenden Verbandsgemeinde Dahner Felsenland entstand, das ebenso die Funktion des städtischen Rathauses übernahm. Seit 1987 finden im seither als „altes Rathaus“ bezeichneten Gebäude Ausstellungen des Kunstvereins Dahn statt. Zudem ist es Sitz des Fördervereins Landjudentum im Wasgau e. V., dessen Ziel es ist, das Andenken des jüdischen Lebens im Einzugsgebiet der Stadt zu bewahren.

Literatur Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz (PDF; 8,7 MB). Mainz 2023.

Einzelnachweise

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