Südliches Schlachtfeld 1813 ist die Bezeichnung für ein Kulturdenkmal als Sachgesamtheit im Süden von Leipzig. Das Flächendenkmal dient dem Schutz eines Teils des historischen südlichen Schlachtfeldes der Völkerschlacht bei Leipzig.
Lage mini|hochkant=1.2|Karte des Flächendenkmals Das Flächendenkmal erstreckt sich über Teile der kreisfreien Stadt Leipzig (Stadtteil Liebertwolkwitz) sowie des Landkreises Leipzig (Markkleeberg, Großpösna). Im Norden grenzt es an den Leipziger Stadtteil Meusdorf, im Osten an Großpösna und die Wohngebiete von Liebertwolkwitz, im Süden an Störmthal und Güldengossa (Ortsteile von Großpösna) und im Westen an Auenhain und Wachau (beide zu Markkleeberg gehörend). Nicht Teil des Denkmals, und damit auch die Begrenzung, sind die stark bebauten Gebiete der jeweiligen Gemeinden.
Historischer Hintergrund → Hauptartikel: Völkerschlacht bei Leipzig und Reitergefecht bei Liebertwolkwitz mini|Versuchte Gefangennahme von Joachim Murat am 14. Oktober während des Reitergefechtes (Gemälde von Richard Knötel) Nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug zog sich dieser mit seinen verbliebenen Truppen Richtung Frankreich zurück. Zugleich versuchte er in den deutschen Gebieten (Rheinbund) seine Herrschaft zu stabilisieren. Nach dem Wechsel von Preußen und Österreich auf Seiten Russlands, unternahm Napoleon den Versuch, die Verbündeten bei Leipzig zu schlagen. Am 14. Oktober hatte Murat mit seinen Truppen Stellung im Süden von Leipzig bezogen. Um einen Eindruck von der Stärke der napoleonischen Truppen zu erhalten, befahl Fürst Schwarzenberg am 14. Oktober 1813 ein Aufklärungsgefecht gegen die napoleonischen Truppen (Gefecht bei Liebertwolkwitz).
Am 15. Oktober positionierte Napoleon einen großen Teil seiner Streitmacht im Leipziger Süden, um am folgenden Tag die verbündete Hauptarmee im Süden schlagen zu können. Am 16. Oktober bezog Napoleon auf dem Galgenberg sein Quartier und befehligte von dort aus die Gefechte im Leipziger Süden. Anfangs waren seine Truppen im Süden erfolgreich. Da keine Verstärkung aus dem Norden herangeführt werden konnte, gelang Napoleon jedoch nicht der Durchbruch durch die verbündeten Linien. Am 17. und 18. Oktober wurden die napoleonischen Truppen von der verbündeten Übermacht zurückgedrängt und Napoleon musste seine Truppen weiter Richtung Leipzig zurückziehen. Dadurch war das Südliche Schlachtfeld nicht mehr in die folgenden Kämpfe am 19. Oktober einbezogen.
Geschichte des Areals im 20. Jahrhundert mini|Abbaupläne der Tagebaus Espenhain bis in die 2020er Jahre Bereits seit den 1920er Jahren war das Gebiet als Bergbaufläche ausgezeichnet. Zu DDR-Zeiten wurde der Tagebau Espenhain stetig erweitert und hätte, den Planungen nach, den Rand des Gebietes in den 2020er Jahren erreicht. In den 2030er Jahren wäre das Südliche Schlachtfeld, gemeinsam mit weiten Teilen der Gemeinden Wachau und Liebertwolkwitz, dem Kohlebergbau zum Opfer gefallen. Mit der Wende wurden diese Pläne endgültig verworfen.
In den 1980er Jahren wurden zwei Denkmäler mit Bezug zur Völkerschlacht gesetzt und das Gelände wurde 1991 als Flächendenkmal unter Schutz gestellt. Zur Bewahrung, Entwicklung und Vermarktung des Areals, schlossen sich 1992 die Anliegergemeinden Liebertwolkwitz, Wachau und Störmthal (damals allesamt selbständig) zum „Zweckverband Südliches Schlachtfeld“ zusammen. So sollte „ein russisches Hüttendorf mit Biwak errichtet werden und eine Windmühle, die auf zeitgenössischen Malereien zu sehen ist. Auch Restaurants und Hotels waren geplant“. Durch die Beschränkungen des Denkmalstatus (weitestgehender Erhalt der Freiflächen) konnten diese Pläne jedoch nicht umgesetzt werden. Der Zweckverband wurde 2005, auch aufgrund der Eingemeindung von Liebertwolkwitz nach Leipzig, aufgelöst.
mini|Autobahnzubringer S242 bei der Straße „An der Trift“
Bis 2006 wurde ein Abschnitt der A38 auf dem Gelände des Flächendenkmals errichtet. Die Autobahn wurde teils im Boden versenkt, wodurch die Sichtachse Nord-Süd weniger behindert wird. Zugleich wird das Areal ebenerdig durch den Autobahnzubringer S242 in Ost und West geteilt. Beide Straßen können mittels mehrerer Brücken gequert werden.
mini|Die Grundwiesen im 19. Jahrhundert
Heutzutage (2025) weist in Liebertwolkwitz ein Schild Richtung Südliches Schlachtfeld. Die Denkmäler auf dem Gebiet sind weiterhin vorhanden und können besichtigt werden. Auf den sogenannten „Grundwiesen“ findet regelmäßig im Oktober eine Gefechtsnachstellung statt.
Denkmäler mit Bezug zur Völkerschlacht siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Großpösna und Liebertwolkwitz
Apelsteine Nr. 1, 2, 5, 6 und 10 Russisch-Preußisches Denkmal Denkmal für das Reitergefecht am 14. Oktober 1813 Galgenberg mit Galgenbergdenkmal
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Leipzig) Kategorie:Leipziger Militärgeschichte Kategorie:Liebertwolkwitz