Die burundisch-haitianischen Beziehungen beschreiben das bilaterale Verhältnis zwischen der Republik Burundi und der Republik Haiti.

Die im Jahr 1804 von Frankreich unabhängig gewordene Republik Haiti und die 1962 von Belgien in die Unabhängigkeit entlassene Republik Burundi unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Während Burundi zu 155 Staaten der Erde die Beziehungen formalisiert hat, ist das Netz offizieller Beziehungen Haitis besonders in Afrika deutlich lückenhaft. Burundi bezeichnet Haiti trotz der mangelnden offiziellen Beziehungen als „befreundetes Land“.

Beide Länder gehören der Organisation Afrikanischer, Karibischer und Pazifischer Staaten an und sind Mitglied der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF). Die OIF berief im Oktober 2024 den früheren Präsidenten Burundis, Domitien Ndayizeye, zum Sondergesandten der Organisation für Haiti. Die Generalsekretärin der OIF, Louise Mushikiwabo, erklärte im Anschluss an den 19. Frankophonie-Gipfel, die Ernennung entspräche den laufenden Bemühungen der Frankophonie, die Stabilität und die Rückkehr zur demokratischen Ordnung in Haiti, einem wichtigen Mitgliedstaat der OIF, zu fördern.

Burundi beteiligte sich mit einer Einheit bewaffneter Polizei an der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Haiti (MINUSTAH; 2004 bis 2017).

Burundi erklärte sich im Jahr 2024 auch bereit, Personal für die multinationale Sicherheitsunterstützungsmission (MMAS) nach Haiti zu entsenden.

Am Rand der 80. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York erklärte der burundische Außenminister Edouard Bizimana am 23. September 2025 in einem Treffen der Konsultativgruppe betreffend Haiti, dass die Lage in Haiti äußerst besorgniserregend sei. Angesichts der alarmierenden Zunahme der Aktionen bewaffneter Banden, der Verschlechterung der Sicherheitslage und einer beispiellosen humanitären Krise bekunde Burundi seine Solidarität mit dem haitianischen Volk. Die Unterstützung der haitianischen Nationalpolizei und der MMAS sei von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus sei es dringend erforderlich, einen humanitären Hilfsplan zu finanzieren und die Wiederaufbau- und Entwicklungsinitiativen des Landes zu unterstützen. Die Ursachen der Krise wie Armut, Ungleichheit, Arbeitslosigkeit, Straflosigkeit und schwache Institutionen seien anzugehen. Burundi fordere daher einen integrierten Ansatz, bei dem humanitäre, sicherheitspolitische und entwicklungspolitische Bemühungen abgestimmt vorangetrieben werden. Ohne echte nationale Eigenverantwortung könne nichts Nachhaltiges aufgebaut werden. Es sei unerlässlich, entschlossen zu handeln, denn die Stabilität Haitis stehe auf dem Spiel, ebenso wie die der gesamten Region. Burundi sei bereit, im Geiste afrikanischer und internationaler Solidarität zu gemeinsamen Anstrengungen beizutragen.

Weder im bilateralen politischen noch im wirtschaftlichen oder kulturellen Bereich sind Formen oder Aktivitäten der Zusammenarbeit oder des Austausches beider Länder über die internationale Ebene hinaus zu verzeichnen.

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