Abenaa Adomako (* um 1962) ist eine deutsche Aktivistin, die sich für Sichtbarkeit, Ermächtigung und eine erinnerungspolitische Verankerung afrodeutscher Blickwinkel einsetzt. Sie entstammt der seit dem späten 19. Jahrhundert in Deutschland dokumentierten Familie Diek und wirkte 2023 an der vielbeachteten Ausstellung Auf den Spuren der Familie Diek im Schöneberg Museum in Berlin mit. Sie machte als Mitgründerin der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland und als Protagonistin der ARD-Dokumentation Schwarz und deutsch (2021) auf sich aufmerksam.
Leben Adomako stammt aus Berlin; ihre Familie lebt seit 1891 in Deutschland und gilt als eine der frühesten über mehrere Generationen dokumentierten afrodeutschen Familien. Ihr Urgroßvater Mandenga Diek kam 1891 aus Kamerun nach Deutschland, machte sich als Kaufmann selbständig und erwarb später die deutsche Staatsangehörigkeit. In der NS-Zeit wurden Dieks Töchter Erika und Doris aus der Schule ausgeschlossen; die jüngere Tochter entging nur knapp einer Zwangssterilisation. Die von Verfolgung, Überleben und anhaltender Diskriminierung geprägte Familiengeschichte wurde später zu einem wichtigen Bezugspunkt für Forschung und öffentliche Erinnerung an schwarze Geschichte in Deutschland. Adomako ist eine Enkelin von Erika Diek und gehört zur fünften Generation der in Deutschland lebenden Familie.
Sie lebt in Berlin-Schöneberg und arbeitet bei einer Nonprofit-Organisation als Projektassistentin.
Wirken Mit Anfang 30 beteiligte sich Adomako an der Gründung der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD e. V.) zur Schaffung eines Ortes der Selbstorganisation, Stärkung und Anerkennungsarbeit. Ihre Arbeit zielt auf die Sichtbarmachung afrodeutscher Geschichte – in Gesprächen, Medienbeiträgen und kuratorischen Projekten. Im Jahr 2021 war sie Teil der ARD-Dokumentation Schwarz und deutsch, in der Angehörige aus vier Generationen schwarzer Deutscher ihre Erfahrungen erzählen. 2023 wirkte sie an der Sonderausstellung Auf den Spuren der Familie Diek. Geschichten Schwarzer Menschen in Tempelhof-Schöneberg im Schöneberg Museum mit. Zum Abschluss führte sie gemeinsam mit ihrem Bruder Roy Adomako durch die Ausstellung. Als porträtierte Zeitzeugin im Band Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte trug sie zur Dokumentation afrodeutscher Lebensgeschichten über mehrere Generationen bei. Überdies ist sie im dekolonialen Netzwerk Berlins präsent und setzt sich in der Initiative Black Elders Empowerment Education (BEEEg). 2024 trat sie im Rahmen des Frauenmärz mit Natasha A. Kelly im Schöneberg Museum in einer öffentlichen Diskussion zu schwarzem Feminismus, Sichtbarkeit und Erinnerung auf.
Einzelnachweise
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