Zilpha Elaw (* um 1790 bei Philadelphia, Pennsylvania; † 1873 in London) war eine US-amerikanische methodistische Wanderpredigerin und spirituelle Autobiografin, die zu den frühesten öffentlich predigenden schwarzen Frauen in den USA zählt. Sie wirkte zunächst im Nordosten der Vereinigten Staaten und setzte ihre Predigttätigkeit ab 1840 im Vereinigten Königreich fort. Ihre Memoiren erschienen 1846 in London und zählen heute zu den wichtigen Quellen zur religiösen Kultur des 19. Jahrhunderts aus dem Blickwinkel einer schwarzen Frau.Memoirs of the Life, Religious Experience, Ministerial Travels and Labours of Mrs. Zilpha Elaw. London 1846; .

Leben und Wirken Elaw wurde nahe Philadelphia (Pennsylvania) als Tochter freier schwarzer Eltern geboren und wuchs in einer tief religiösen Familie auf. Nach dem Tod der Mutter, als sie zwölf Jahre alt war, kam sie in den Haushalt eines Quäker-Ehepaars, was sie später in ihren Erinnerungen als prägend schilderte. Im Jahr 1808 schloss sie sich einer methodistischen Gemeinschaft an. Um 1810 heiratete sie Joseph Elaw, einen Tuchwalker, und die Familie lebte in Burlington (New Jersey), wo eine Tochter geboren wurde. Auf einem Erweckungslager erlebte sie eine Trance, hielt erstmals öffentlich eine Ansprache und beschrieb Visionen sowie eine persönliche Berufung zum Predigtdienst. Nach dem Tod ihres Mannes in den 1820er Jahren eröffnete sie mit Unterstützung von Quäkern eine Schule für schwarze Kinder in Burlington und begann intensiver zu reisen und zu predigen. 1840 reiste Elaw nach England, wo sie sich dauerhaft niederließ und 1850 den Londoner Kaufmann Ralph Bressey Shum heiratete. Elaw starb 1873 in London.

Als Wanderpredigerin bereiste Elaw die Neuenglandstaaten bis nach Maine und die südlichen Mittelatlantikstaaten bis nach Virginia; sie predigte vor Schwarzen und Weißen, Versklavten und Versklavern. Zeitgenössische Berichte und ihre Autobiografie schildern, dass ihre Predigten zu Bekehrungen führten und zugleich auf Widerstände stießen, was Elaw theologisch als Wirken des Heiligen Geistes deutete. Ab 1840 setzte sie ihre Tätigkeit im Vereinigten Königreich fort, wobei sie – so die Forschung – die Spannung zwischen US-Erweckungsfrömmigkeit und viktorianischer Religionskultur scharf beobachtete und kommentierte. Im Jahr 1846 veröffentlichte sie ihre Memoiren in London, die autobiografische, geistliche und Reiseliteratur verbinden und daher in der Forschung als eigenständiger und wichtiger Beitrag zur afroamerikanischen Literatur gelten. In den USA wird Elaw – neben Jarena Lee und Julia A. J. Foote – häufig als Vorreiterin weiblicher Predigt im afroamerikanischen Protestantismus erinnert. Neuere Ausgaben und bibliothekarische Erschließungen haben ihre Memoiren als Quelle für Theologie-, Geschlechter- und Transatlantikforschung erneut zugänglich gemacht.

Einzelnachweise

Kategorie:Autobiografie Kategorie:Prediger Kategorie:Methodistischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:US-amerikanischer Emigrant im Vereinigten Königreich Kategorie:Evangelischer Missionar Kategorie:Afroamerikanische Literatur Kategorie:Christliche Literatur Kategorie:Reiseliteratur Kategorie:Autor Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren im 18. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1873 Kategorie:Frau