Die denkmalgeschützte Wolfgangskirche (auch Simultankirche Freckenfeld oder St. Michael) in Freckenfeld ist das Kirchengebäude der lokalen protestantischen Kirchengemeinde im Landkreis Germersheim. Sie fungiert als Simultankirche der Protestantischen Landeskirche, die von der römisch-katholischen Gemeinde viermal jährlich genutzt wird. Benannt ist die Kirche nach dem Herzog Wolfgang von Zweibrücken wegen seines militärischen Einsatzes für die französischen Protestanten.
Lage Das Kirchengebäude steht an der Straßenecke in Freckenfeld, bei der die Lindenstraße auf den Anfang der Kirchstraße trifft. Damit befindet sie sich unweit des Bienwaldes und der deutsch-französischen Grenze. Direkt neben der Kirche liegt der Friedhof Freckenfeld.
Beschreibung Es handelt sich um eine flachgedeckte gotische Saalkirche vom Anfang des 16. Jahrhunderts, die 1747 nach Westen verlängert wurde. Bei den Verglasungen ihrer Spitzbogenfenster handelt es sich teilweise um Bleiglasfenster. Diese wurden von W. und D. Köhler geschaffen und zeigen u. a. reformatorische sowie alttestamentliche Motive. Der Chor im Norden ist dreiseitig geschlossen und wird von einem Netzgewölbe überspannt. An den Chor schließt sich der Kirchturm an, auf dessen Turmhelm ein Hahn thront. Im Erdgeschoss des Turmes befindet sich die Sakristei. In der Kirche befindet sich eine aus der ehemaligen Schlosskirche von Bad Bergzabern stammende Rokoko-Kanzel.
Die Kirche hat Sitzplätze für etwa 500 Personen.
Orgel mini|Oberlinger-Orgel im Stiehr-Gehäuse Der später zum kurpfälzischen Hoforgelmacher ernannte Johann Friedrich Ernst Müller (Heidelberg) baute um 1740 eine Orgel für die Wolfgangskirche, deren Gehäuse erhalten ist. Sie wurde 1823 in die Protestantische Kirche von Ingenheim versetzt.
Um 1785 baute Johann Michael Stiehr (Seltz) eine Orgel für die Kirche. Das Gehäuse ist ebenfalls erhalten. Johann Jelaćić (Speyer) nahm 1880 umfangreiche Umbauarbeiten vor. Die Werkstatt Oberlinger (Windesheim) baute im Jahr 1962 die heutige Orgel im historischen Gehäuse. Sie verfügt über 20 Register auf zwei Manualen und Pedal. Während die Spiel- und Registertraktur mechanisch sind, sind die Windladen als Schleifladen ausgeführt. Link Orgelbau (Giengen an der Brenz) restaurierte die Orgel im Jahr 1992. Die Disposition lautet: I Hauptwerk C–g3 1. Prinzipal 8′ 2. Rohrflöte 8′ 3. Oktave 4′ 4. Kleingedackt 4′ 5. Oktave 2′ 6. Sesquialter II 7. Mixtur V ′ 8. Trompete 8′ Tremulant II Positiv C–g3 9. Gedackt 8′ 10. Prinzipal 4′ 11. Koppelflöte 4′ 12. Oktave 2′ 13. Quinte ′ 14. Scharff IV 1′ 15. Krummhorn 8′ Tremulant Pedal C–f1 16. Subbaß 16′ 17. Octavbaß 8′ 18. Choralbaß 4′ 19. Mixtur V 2′ 20. Posaune 16′
Koppeln: II/I, I/P, II/P Effektregister: Cymbelstern
Literatur
Weblinks
Beschreibung der Kirche im Webauftritt der Protestantischen Kirchengemeinde Freckenfeld
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Germersheim Kategorie:Kulturdenkmal im Landkreis Germersheim Wolfgangskirche Kategorie:Wolfgangskirche Kategorie:Kirchengebäude der Evangelischen Kirche der Pfalz Kategorie:Simultankirche Kategorie:Saalkirche in Rheinland-Pfalz Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk in Rheinland-Pfalz Kategorie:Erbaut im 16. Jahrhundert Kategorie:Rokoko-Kanzel Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Kirchengebäude in Europa