Die Einschienenbahn Santo Domingo (spanisch Monorriel Santo Domingo, kurz MSD genannt) ist ein in der Ausschreibung befindliches öffentliches Personennahverkehrssystem in Santo Domingo über vorerst 10,5 Kilometer und 12 Stationen und ergänzt die beiden Linien der Metro der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Die Hochbahn durchquert das Stadtgebiet von Ost nach West und ermöglicht an mehreren Stationen den Umstieg in die Linien der Metro, der Seilbahnen und der Busse.
Planung und Bau Der Um- und Ausbau des Verkehrssystems im gesamten Land ist Teil des Sustainable Urban Mobility Plan (PMUS) in Übereinstimmung mit dem Gesetz 63-17 über Mobilität, Landverkehr, Transit und Verkehrssicherheit der Dominikanischen Republik. Neben den Planungen für eine dritte Metrolinie, die in Form der Stadtbahn Tren Metropolitana im Jahr 2024 in eine Ausschreibung mündeten, die dann mangels Bewerber abgebrochen wurde, gab es bereits frühzeitig Überlegungen, alternativ oder ergänzend eine Einschienenbahn auch in Santo Domingo zu bauen. Dazu wurden vor allem vier Trassen vertieft untersucht. (Video auf YouTube) Nachdem das Stadtbahn-Projekt (vorerst) scheiterte, erhielt die zur Umsetzung dieser Aufgaben gegründete Behörde FITRAMFITRAM, abgerufen am 19. Sep. 2025 (spanisch) im Frühjahr 2025 vom Kongress den Auftrag, das Projekt Monorriel Santo Domingo umzusetzen. Die FITRAM schrieb die vorliegenden Planungen für die Phase I der Einschienenbahn, den ersten Bauabschnitt von Puente Juan Carlos bis Centro Olímpico, am 8. September 2025 aus. Die Vergabe soll im Oktober des Jahres erfolgen und die Bauarbeiten unmittelbar danach beginnen. Die Eröffnung könnte frühestens 2028, spätestens 2030 erfolgen. (Video auf YouTube)
Strecke Die Strecke der Einschienenbahn verläuft durchgängig zweigleisig und aufgeständert über insgesamt 10,5 Kilometer Streckenlänge und 12 Stationen. Sie beginnt im Osten an der Station Puente Juan Carlos an der Kreuzung der Avenidas Charles de Gaulle und Las Américas. Von dort geht es zunächst nordwestwärts entlang der Avenida las Américas, bis sich die Strecke kurz vor der Station Parque Les 3 Ojos nach Westen wendet. An der nächsten Station San Vicente de Paul besteht zukünftig Anschluss an die von der derzeitigen Endstation Concepción Bona hierher verlängerte Metrolinie 2 sowie den hier zukünftig beginnenden Tren Metropolitana zum Flughafen AILA. Weiter geht es für die Monorriel Santo Domingo nach Westen mit einer Verschwenkung nach Süden, um den Río Ozama über die um einen dritten Brückenzug erweiterte Puente Mella im Verlauf der Avenida México zu queren. Nach der Station Palacio Nacional schwenkt die Strecke wieder nach Norden auf die Avenida 30 de Marzo ein, bevor es entlang der Avenida San Martín zur Station Miraflores an der Avenida John F. Kennedy geht, wo ein Umstieg zur Metrolinie 2 möglich ist. An der Kreuzung der Avenida Máximo Gómez biegt die Strecke nach Süden ab zur vorläufigen Endstation Centro Olímpico mit Anschluss an die Station Professor Juan Bosch der Metrolinie 1. (Video auf YouTube) Die Gesamtkosten für den Bau einschließlich Zugdepot und Betriebswerk, aber ohne Rollmaterial, belaufen sich auf 28,46 Milliarden Pesos (Preisstand 2025), das sind umgerechnet rund 38 Millionen Euro pro Kilometer. Die Lage von Betriebswerk samt Zugdepot ist bisher nicht festgelegt.
Die Eröffnung des ersten Bauabschnittes mit 12 Stationen von Puente Juan Carlos bis Centro Olimpico ist für 2029 geplant.
Weitere Planungen Die Phase II der MSD führt die Strecke nach einem Schwenk in die Avenida de 27 Febrero zu Beginn über rund 7 Kilometer und insgesamt acht Stationen weiter nach Südwesten. An der Kreuzung der Avenida Winston Churchill besteht zukünftig eine Umsteigemöglichkeit zur Tranvía, die Ulises Francisco Espaillat an der Metro 2 über Centro de los Héroes an der Metro 1 nach Carretera Sánchez an der zukünftigen Seilbahnlinie 4 verbindet. Die MSD führt weiter und wendet sich an der Plaza de la Bondera nordwestwärts zur Station Pintura mit Anschluss an die Seilbahnlinie 3, die von der Station Km 9 Autopista Duarte an der Metro 2 hierher verläuft.
In einem dritten Bauabschnitt soll die Einschienenbahn von dieser Station weiter nach Nordwesten entlang der Prolongación Avenida 27 de Febrero über rund 6,7 Kilometer und vier oder fünf weitere Haltestellen bis zur Station 27 de Febrero weiter geführt werden, wo es eine Umsteigemöglichkeit an der gleichnamigen Station der Metrolinie 2 zu dieser geben soll.
Technik Die Einschienenbahn Santo Domingo ist eine Sattelbahn der Bauart ALWEG. Auf einem 690 Millimeter breiten Fahrbalken sitzen die über Tragräder auf und Führungsräder seitlich des Balkens bewegten sowie mit seitlicher Stromzuführung versorgten Züge.
Fahrzeuge Zum Einsatz sollen vierteilige Zuggarnituren der Baureihe Alstom Innovia 3000 kommen, die auch bereits bei der Einschienenbahn Santiago de los Caballeros fahren: zwei 13,21 Meter lange Endwagen sowie zwei 11,85 Meter lange Mittelwagen. Somit sind die für Zweirichtungsverkehr ausgelegten Züge insgesamt 50,47 Meter lang bei 3,15 Metern Breite und 4,05 Metern Höhe und einem Leergewicht von 63,76 Tonnen. Sie bieten bei sechs Stehplätzen je Quadratmeter insgesamt jeweils 562 Fahrgästen Platz, womit ein Gesamtgewicht von 98,34 Tonnen erreicht wird. Steuerungstechnik und Infrastruktur sind darauf ausgelegt, zukünftig Zuggarnituren mit vier Mittelwagen und somit 74,16 Metern Länge und knapp 850 Passagieren einsetzen zu können.
Betrieb Die Betriebstechnik ist dafür ausgelegt, in Spitzenzeiten Züge im 90-Sekunden-Takt rollen zu lassen, sodass dann bis zu 22.480 bzw. 34.160 Passagiere je Stunde bei zukünftigen Sechs-Wagen-Garnituren bewegt werden können. Der Betrieb wird vollautomatisch sein, die Steuerung erfolgt mittels CBTC.
Einzelnachweise
Kategorie:Verkehrsbauwerk in der Dominikanischen Republik Santo Domingo Kategorie:Öffentlicher Personennahverkehr (Dominikanische Republik) Kategorie:Einschienenbahn Kategorie:Geplantes Bauwerk Kategorie:Verkehrsprojekt Kategorie:Santo Domingo