miniatur|Palazzo delle Poste e Telegrafi in Salerno Der Palazzo delle Poste e Telegrafi, oft auch einfach Palazzo delle Poste genannt, ist ein Palast aus den 1920er-Jahren am Corso Giuseppe Garibaldi, 203, im Zentrum von Salerno in der italienischen Provinz Kampanien. Seine Rückseite zeigt zum Lungomare Trieste.

Geschichte Im Jahre 1919 kam die Idee auf, einen eigenen Sitz für die Büros der Post zu schaffen und 1921 wurden die Ingenieure Toma und Donzelli mit der Entwicklung eines Projektes auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück beauftragt, aber das Projekt wurde bereits im Keim erstickt.

Mit der Machtübernahme durch das Regime Mussolini ging das Baurecht an das Kommunikationsministerium über und 1928 lebten die Arbeiten unter der Leitung von Ingenieur Roberto Narducci vom technischen Büro des Ministeriums und mit einem Vertrag an des neapolitanische Unternehmen des Ingenieurs Cesare Giovagnoni wieder auf.

Das ursprünglich projektierte Bauwerk hatte vier Vollgeschosse und ein Tiefparterre, aber bereits 1931 wurde das Bauvolumen durch Aufstockung um ein Dachgeschoss erweitert. Am 28. Oktober 1932 wurde in Gegenwart des Untersekretärs für Kommunikation, Lojacono, der erste Monumentalbau im Salerno des 20. Jahrhunderts (10.000 cbm Bauvolumen) eingeweiht.

In den Monaten vom 11. Februar bis 15. Juli 1944, als Salerno Hauptstadt eines Rumpf-Italiens war, war das Gebäude Sitz des Untersekretariats für Post- und Telegrafenwesen.

2012 kaufte das Rainone Real Estate den Palast, der im Erdgeschoss noch die Büros der Post enthielt, und beauftragte das Studio L22 von der Gruppo Lombardini mit der Projektierung der Restaurierung und des Umbaus zu einer Luxusresidenz. Die 2016 begonnenen Arbeiten wurden 2018 abgeschlossen, wobei das Gebäude vollständig erhalten, aber mit einem Dachgarten und einem automatischen Parkhaus im Keller ausgerüstet wurde.

Beschreibung miniatur|links|Der Palast vom Lungomare Trieste aus miniatur|Der Eingangsbereich Das Gebäude ist nach den Prinzipien der Symmetrie und der Monumentalität eines modernisierten Klassizismus mit einer kompakten und einheitlichen Haupteingangsfront zum Corso Giuseppe Garibaldi und einer Fassade mit Nebeneingang zum Lungomare Trieste erstellt. Das Mauerwerk besteht aus einer Mischung aus Kalkstein und Travertin bis zum Zwischengeschoss und aus gelbem Tuffstein von da ab nach oben.

Erd- und Zwischengeschoss sind mit Bossenwerk verkleidet und ruhen auf einem weiß gestrichenen Sockel des Tiefparterres. Der Geschosstrennungssims verläuft in einer Linie mit den Fenstern des ersten Obergeschosses, den Figurengruppen an den Ecken und dem Mittelbalkon, letzterer durch zwei Säulen gestützt, die den Bogen des Eingangs flankieren.

An den glatt verputzten Wänden des zweiten Obergeschosses gibt es quadratische, zweiflüglige Fenster, abgeschlossen durch ein horizontales Bauelement, das entlang des gesamten Umfangs verläuft. Die fünf Geschosse des originalen Baus schließt ein Kronengesims nach oben ab, über dem sich ein Dachgeschoss erhebt, das ursprünglich nur für den Mittelteil vorgesehen war, der auf dieser Ebene durch zwei Figurengruppen des römischen Künstlers Conti begrenzt wird. Die Fassade zum Lungomare Trieste setzt sich dagegen aus einem isolierten Baukörper auf zwei Ebenen zusammen, der zwischen den beiden Außenflügeln des Hauptgebäudes und dem kleinen Innenhof befindet.

Die Innenräume zeigen große Räumlichkeiten mit Wänden, die mit kostbarem Verdellomarmor verkleidet sind, Mosaikböden mit Keramik aus Cremona, eine Monumentaltreppe und Stuckdekorationen. Die Räume im Tiefparterre wurden als Lagerräume ausgebaut, während die beiden großen Säle im Erdgeschoss dem Publikumsverkehr dienten. Im Zwischengeschoss waren die Kassenbüros untergebracht und im ersten Obergeschoss residierte die Provinzialdirektion und es gab Büros für die Inspektoren und einen Versammlungssaal. Das zweite Obergeschoss war für die Vermittlungsstelle des Telefonnetzes und die Einrichtungen des Telegrafenamtes reserviert.

Im Dachgeschoss lagen die Büros des telegrafischen Bauvereins. Der kleine Anbau auf der Seite des Lungomare Trieste diente als Garage, Lager und Fahrraddepot und es waren die Räume für den Hausmeister und einen Freizeitclub der Eisenbahner untergebracht. Bei den Umbauarbeiten, die 2018 abgeschlossen wurden, wurde der zweistöckige Anbau auf der Seite des ‚‚Lungomare Trieste‘‘ abgerissen und teilweise wieder aufgebaut, um ein automatisches Parkhaus und einen Gemeinschaftsgarten zu ermöglichen.

Einzelnachweise

Weblinks und Quellen

Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren Poste e Telegrafi Kategorie:Bauwerk der Moderne in Kampanien KAtegorie:Faschistische Architektur