miniatur|Palazzo Ruggi d’Aragona in Salerno Der Palazzo Ruggi d’Aragona ist ein Palast aus dem 16. Jahrhundert an der Via Torquato Tasso, 46, in Salerno in der italienischen Provinz Kampanien. Er liegt in der Nähe des archäologischen Komplexes San Pietro a Corte im „langobardischen“ Teil des alten Salerno.

Geschichte Der Palast besticht durch einen Eingang mit kaskadenförmiger Marmortreppe mit großer Raffinesse. Seine Grundfläche ist bemerkenswert; sie umfasst den Großteil des historischen Zentrums. “Il palazzo (...) è probabilmente della fine del Cinquecento. Il palazzo risale nella sua attuale veste al 1700, epoca nella quale fu comprato e rimaneggiato dal marchese Ruggi. L’opera fu eseguita dall’architetto Ferdinando Sanfelice.“(dt.: „Der Palast (...) stammt vermutlich aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Der Palast entstand in seiner heutigen Form um 1700, eine Epoche, in der ihn der Markgraf Ruggi kaufte und umbauen ließ. Das Werk wurde vom Architekten Ferdinando Sanfelice ausgeführt“).

Er wurde im 18. Jahrhundert umgebaut und nahm so dank Sanfelice zum Teil einen barocken Stil an. Im 20. Jahrhundert wurde er im Jahre 1943 bei den Bombardements im Zuge der Landung der Alliierten in Salerno beschädigt und erneut im Jahre 1980 beim Erdbeben in der Irpinia.

In den 1930er-Jahren, in der Zeit des Faschismus, wurde der Palast als Schule genutzt; danach wurde er aufgegeben. Die Restaurierungsarbeiten, mit denen Anfang der 1990er-Jahre begonnen worden war, sind noch im Gange. Heute ist ein Teil des Palastes von der örtlichen Soprintendenza belegt, die ihn für Ausstellungen nutzt.

Heute gilt der Palazzo Ruggi d’Aragona als einer der historischen Paläste Salernos von größter touristischer Bedeutung, vor allen Dingen, weil dort in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts der Kaiser Karl V. drei Tage lang als Gast von Herzog Ferrante Sanseverino wohnte.

Seit 2011 ist in dem Palast die Soprintendenza per i Beni Architettonici e Paesaggistici per le Province di Salerno e Avellino untergebracht.

Beschreibung Der Palast wurde in zwei Abschnitten erstellt: Dem mittelalterlichen, der entlang der Gradoni della Madonna della Lama entlang verläuft und dem nördlichen (entstanden bei einer späteren Erweiterung), der sich fast bis zur Via Trotula De Ruggiero erstreckt. Die beiden Blocks oder Abschnitte sind durch die alte Via Torquato Tasso getrennt und durch eine hohe Galerie verbunden, an der etliche Zimmer liegen.

Ein breites Portal mit Lisenen und ionischen Kapitellen und einen kleinen Aussichtsbalkon auf der Seite des Architravs gibt es zur ‚‚Via Torquato Tasso‘‘ hin. Durch dieses Portal gelangt man in einen breiten, rechteckigen Innenhof. Die Fassade vor dem Eingang ist in zwei Bereiche geteilt: Der linke Teil gehört zu einem Gebäude, das einst für Pferde und Wagen genutzt wurde, wogegen der rechte Teil die Eingangsfassade über zwei Stockwerke mit der bühnenreifen Eingangskaskadentreppe mit doppeltem Zügen im Stile Vanvitellis darstellt, die den Zugang zum ersten Obergeschoss vermittelt.

Neptunbrunnen Im Innenhof findet sich der monumentale Neptunbrunnen von Salerno. Er besteht aus einem halbrunden Becken, das vorne durch ein Kartuschenwappen mit springendem Löwen verschönert wird. Über dem Becken öffnet sich eine breite Nische mit Wänden aus rauem Stein, die den Eindruck einer Grotte erweckt; in der mittleren Aushöhlung wurde eine Figurengruppe eingefügt, die eine Gottheit und Meeresungeheuer darstellt, während sich in der Mitte der Gott Neptun befindet.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Erbaut im 16. Jahrhundert Ruggi d'Aragona Kategorie:Barockbauwerk in Kampanien