miniatur|Erdgeschoss des Palazzo Pedace in Salerno mit dem Campitello in der Via Porta Catena Der Palazzo Pedace ist ein Palast aus dem 18. Jahrhundert in der Via Porta Catena, 52 im Viertel Fornelle von Salerno in der italienischen Provinz Kampanien.

Geschichte und Beschreibung Der Palazzo Pedace zeigt eine kulturelle Schichtung von enormer Bedeutung.

Auf Straßenniveau sind bei der Restaurierung der alten Lottoannahmestelle wesentliche Teile einer mittelalterlichen Kolonnade mit Spitzbögen zum Vorschein gekommen, von denen einer ein kleines, in das Kapitell gehauenes Kreuz zeigt, was auf eine Kultstätte hinweist. Im Obergeschoss dagegen gibt es einen chinesischen Saal, dessen Gewölbe mit Bildern aus dem 18. Jahrhundert dekoriert sind. Diese vertikale Schichtung zeigt äußerst anschaulich die Entwicklung der Bausubstanz im historischen Zentrum von Salerno.

Die Palast liegt auf der Nordseite der Straße, die zur Kirche Santissima Annzunziata führt und Via Porta Catena (nach einem früheren, später abgerissenen Stadttor) genannt wird. Im Westen schließt an den Palast der Vicolo Santa Trofimena an, wenige Meter vom ehemaligen Standort der Porta Catena entfernt, der traditionell „Il Campitello“ genannt wird.

Das heute zu sehende Gebäude an der Via Porta Catena ist das Resultat einer Reihe von Umbauten und Erweiterungen, die Ende des 17. Jahrhunderts begannen.

miniatur|Der Palazzo Pedace befindet sich auf dem kürzlich erstellten Foto des Viertels Fornelle ganz links, fast gegenüber der Kirche Santissima Annunziata In dieser Zeit bestand das Gebäude aus einer Ansammlung von einfachen Häusern, die zum Teil Pietro del Pezzo und zum Teil Ottavio del Pezzo, Neffen und Erben des Adligen Pietro Castellomata, gehörten. Die Bauten, die formal voneinander getrennt waren, waren durch einen gemeinsamen Hof verbunden. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Palast grundlegend restauriert, was ihm die Form verlieh, die wir heute noch sehen können.

Bei der Landung der Alliierten in Salerno im Zweiten Weltkrieg wurde der Palazzo Pedace beschädigt, wenn auch nicht schwer. Nach dem Krieg eröffnete im Erdgeschoss eine Zweigstelle der Banca Commerciale Italiana, deren Wappen man heute noch unter einigen der Balkone vor dem Campitello sehen kann.

Heute (2022) ist in einem Teil des Palastes die Direzione Sistemi Informativi der Stadt Salerno untergebracht, genauer gesagt in der großen Wohnung im Obergeschoss, von der man insbesondere erwähnen muss, dass im Repräsentationssaal sich ein Gewölbe befindet, das von dem großen Gemälde Das befreite Jerusalem dominiert wird; in dem kleinen Raum, der mit diesem Saal verbunden ist, trägt das Gewölbe das Gemälde Der Traum des Josef; beide sind von bester Ausführung, inspiriert von Gemälden des neapolitanischen Meisters Francesco De Mura.

Die dargestellten Themen (ein weltliches und ein religiöses) sind Zeichen für den kulturellen Wandel und die Erneuerung, die in der Zeit des Baus des Palastes begannen: Das Leben war nicht mehr auf den bloßen, religiösen Gehorsam beschränkt, sondern hatte einen weiteren Horizont in Einklang mit den rationalistischen und klassizistischen Anliegen, die sich im benachbarten Neapel konsolidierten.

“Al piano stradale di Palazzo Pedace, durante i lavori di restauro dell’attuale sede della Delegazione FAI Salerno, sono emersi parti significative di un colonnato medievale che si prolungava anche verso la strada. E’ ben visibile, infatti, che la parete della fabbrica moderna taglia gli archi, che probabilmente occupavano almeno una parte dell’attuale carreggiata. Sulle colonne si innalzano volte a crociera con archi a sesto acuto rialzato. Con molta probabilità il colonnato rappresenta ciò che resta dell’antica chiesa di Matteo d’Ajello, il potente vice cancelliere del Regno Normanno di Sicilia.Al centro del locale, attraverso un vetro posto sul pavimento, è possibile notare resti di epoca romana“(dt.: Auf Straßenniveau sind bei den Restaurierungsarbeiten des heutigen Sitzes der Delegazione FAI Salerno wesentliche Teile einer mittelalterlichen Kolonnade zum Vorschein gekommen, die sich auch in Richtung Straße fortsetzte. Man kann gut sehen, dass die Mauer des modernen Gebäudes die Bögen durchschneidet, die sich vermutlich mindestens auf einen Teil der heutigen Fahrbahn erstreckten. Über den Säulen erheben sich Kreuzgewölbe mit erhöhten Spitzbögen. Höchstwahrscheinlich stellt die Kolonnade den Rest der alten Kirche von Matteo d’Ajello dar, des mächtigen Vizekanzlers des normannischen Reiches von Sizilien. In der Mitte des Raumes kann man durch ein Glas über dem Bodenbelag Reste aus altrömischer Zeit sehen.)

Bei den archäologischen Grabungen im Gebiet der Porta Catena in den Jahren 1993 und 1994 kamen einige Grabstätten aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. und ein Dolium in hervorragendem Zustand in der Umgebung des Palastes ans Licht, zusammen mit Resten von Wohngebäuden aus spätantiker Zeit im Gebiet der Kirche Santa Trofimena und Überresten des altrömischen Strandes im Vicolo Guaimario.

Einzelnachweise und Bemerkungen Vorher war an deren Stelle eine Zweigstelle der Banca Popolare Cattolica Salernitana.

Quellen Antonio Braca: Medioevo e Barocco a Porta Catena. Studi su un’area del Centro Storico di Salerno. Plectica, Salerno 2010.

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Kategorie:Erbaut im 18. Jahrhundert Pedace