mini|hochkant|Wappen derer von den Reven im Wappenbuch des Westfälischen Adels Von (den/der) Reven (auch: Revele o. ä.) ist der Name eines westfälisch-rheinländischen Adelsgeschlechts.
Geschichte Der ursprüngliche Name des Geschlechts van Revele (lateinisch: de Revalia) ist mit „von Reval“ zu übersetzen, nach dem deutschen Namen der estnischen Hauptstadt Tallinn. Die Familie bestand aus Hansekaufleuten und kam ursprünglich aus Attendorn im heutigen Kreis Olpe im südlichen Sauerland.Manfred Groten: Köln 1308. Erinnerung, Quellen, Konstruktionen. In: Andreas Speer, David Wirmer (Hrsg.): 1308 – Eine Topographie historischer Gleichzeitigkeit, Berlin/New York 2010, S. 472. Vermutlich handelt es sich um eine Seitenlinie der wappengleichen Herren von Hanxler/Hanxleden aus Schmallenberg-Hanxleden.Ahlemann (2019), S. 312 f.
Ob bereits der ab 1268 in Köln, Paris und Reval/Tallinn auftretende Dominikanerbruder Mauricius de RevaliaSiiri Rebane: Tallinna Mauricius Gotlandi Petruse kirjutises „Stommelni Cristina elu“, Magisterarbeit, Tartu 2008, S. 465 f. zur Familie zählte, ist nicht sicher. Wahrscheinlich aber gehörte der ab 1277 zum Lübecker Rat zählende Hinrik van Revele zur Familie, da unmittelbar nach ihm auch ein Wedekin van Revele im Rat war,Michael Lutterbeck: Der Rat der Stadt Lübeck im 13. und 14. Jahrhundert, in: Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck, Reihe B, Nr. 35, Lübeck 2002, S. 350. der vermutlich identisch war mit dem Wedekind van Revele, welcher Anfang des 14. Jahrhunderts als Kölner Bürger auftritt. Die sichere Stammfolge aber beginnt mit Hermann von den Reven, dessen Sohn, der Knappe Johann de Revele, 1349 wegen der damaligen Pestepidemie mit seiner Ehefrau Dederadis vor dem Marienaltar in der Kölner Domkirche sein Testament machte.Kurt Niederau, Aline Poesgen (Bearb.): Kloster Gräfrath, Urkunden und Quellen 1185–1600, in: Anker und Schwert, Band 11, Solingen 1992, S. 90 f., Nr. 106.
Die Kaufmannsfamilie war bereits Mitte des 13. Jahrhunderts in Reval ansässig und kam mit entsprechendem Namen zurück in das Rheinland. Dort hinterließ sie in Köln und Umgebung viele Spuren. Spätestens Anfang des 14. Jahrhunderts war die Familie eine der erfolgreichsten Kaufmannsfamilien der deutschen Hanse. Eine Urkunde des englischen Königs Eduard III. von 1339 nennt vier deutsche Kaufleute, die 600 Säcke Wolle zollfrei nach Antwerpen ausführen durften. Davon gehörten allein drei zur Familie Reven.Karl Kunze: Hanseakten aus England. 1275 bis 1412, Hamburg 2013, S. 76 f., Nr. 110. Aus der Stammlinie, die u. a. in die Familien von Eller und von Kalkum einheiratete, entwickelten sich zwei Hauptlinien. Eine zu Lohmar, Blech und Auel, die andere in Köln. Durch die Eller-Ehe kamen kurzzeitig verschiedene Güter in Huckingen und Umgebung an die Familie.
Wappen Blasonierung: In Blau ein schrägrechtsgestellter, goldener Maueranker. Auf dem Helm mit blau-goldenen Helmdecken ein blauer Hut mit goldenem Umschlag, darauf eine goldene Kugel, besteckt mit fünf, abwechselnd blau und golden gefärbten Straußenfedern.Spießen (1901–1903), S. 105.
Stammfolge Ahlemann bringt folgende Stammfolge (Jahreszahlen = urkundliches Erscheinen):
Literatur Dietmar Ahlemann: Genealogien ausgewählter adeliger und bürgerlicher Familien. In: Huckinger Heimatbuch, Band IV (Geschichte der Huckinger Höfe), Duisburg 2019, S. 312–313. Lothar Müller-Westphal: Wappen und Genealogien Dürener Familien, Düren 1989, S. 719–720. Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 13, Köln 1997, S. 9–27. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 105 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 259 (hhu.de).
Einzelnachweise
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