mini|Blick auf Olsdorf Alfter (auch Alfter-Ort) ist eine Ortschaft in der gleichnamigen Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens, am westlichen Stadtrand von Bonn.

Geographie Die Ortschaft Alfter liegt unmittelbar nordwestlich der Bundesstadt Bonn am östlichen Rand des Vorgebirges. Sie grenzt im Norden an die Stadt Bornheim, im Osten an die Stadt Bonn, im Süden an die Ortschaft Gielsdorf und im Westen an die Gemeinde Swisttal.

Die höchste Erhebung liegt nahe dem Herrenhaus Buchholz an der Grenze zu Roisdorf () mit , der niedrigste Punkt liegt in der Flur Am neuen Weiher () mit . Durch Alfter fließt der Alfterer Bornheimer Bach mit zahlreichen Zuflüssen.

Geschichte mini|links|hochkant|FO. Alfter, Elbgermanisches Gefäß (r. o.) aus der Zeit um 10 n. Chr. Funde belegen, dass die Gegend um Alfter seit der Jungsteinzeit, so auch in fränkischer und römischer Zeit besiedelt ist. Seit der Römerzeit waren die Orte des Vorgebirgshanges ein wichtiges Weinanbaugebiet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde vornehmlich Spätburgunder angebaut.

Alfter wird erstmals 1067 urkundlich erwähnt. Es führte damals den Namen Alvetra. Später hieß der Ort Halechtre (1116), Alftera (1196) bzw. Alffter (1618). Bis 1969 war Alfter eine selbständige Gemeinde mit den Orten Birrekoven und Olsdorf. Zu Alfter gehörte auch der untergegangene Ort Pelz, der nur noch im Straßennamen „Pelzstraße“ fortbesteht. Zeitweise gehörte auch Roisdorf zur Herrlichkeit Alfter im kurkölnischen Amt Brühl. Seit 1969 ist Alfter nördlichste Ortschaft der Gemeinde Alfter. Mit 8663 Einwohnern ist sie die größte Ortschaft der Gemeinde.

Landesherrlich war das heutige Gebiet Alfters Teil des Kurfürstentums Köln. Alfter gehörte zur Herrlichkeit Alfter (mit Birrekoven, Olsdorf und Roisdorf), die im Besitz der Grafen von Salm-Reifferscheid war,Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 58 ff. Gielsdorf gehörte zum Dingstuhl Gielsdorf, Oedekoven zum Dingstuhl Duisdorf, Witterschlick zum Dingstuhl Godesberg. Nach der Inbesitznahme des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) und der Einführung neuer Verwaltungsstrukturen (1798) wurden die Ortschaften der „Mairie Oedekoven“ zugeordnet, die zum Kanton „Bonn externe“ im Rhein-Mosel-Département gehörte. Roisdorf kam zur „Mairie Waldorf“. Unmittelbar an der nördlichen Grenze von Alfter verlief damals die Grenze zum Rur-Département. Nach den auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region zum Königreich Preußen, die Mairie wurde in die Bürgermeisterei Oedekoven im Landkreis Bonn überführt, zu der auch die Bonner Stadtteile Buschdorf und Lessenich/Meßdorf gehörten.

Die Bürgermeisterei Oedekoven (ab 1927 „Amt Oedekoven“) ging 1937 im Amt Duisdorf auf. Die amtsfreie Gemeinde Alfter entstand am 1. August 1969 im Zuge der kommunalen Gebietsreform aus den ehemals selbständigen Gemeinden Alfter, Gielsdorf, Impekoven, Oedekoven und Witterschlick.

Inzwischen mit Alfter zusammengewachsen sind die kleineren Ortschaften Birrekoven und Olsdorf, die beide nie selbständig waren. Birrekoven liegt im Südwesten Alfters nahe Gielsdorf. Zwischen diesem und Birrekoven fließt der Mirbach und liegen einige Felder. Birrekoven hat eine eigene kleine Kapelle „Mariä Opferung“. Oberhalb von Birrekoven liegt zudem die „Judas-Thaddäus-Kapelle“. Zu Olsdorf gehört der oberhalb auf der Olsdorfer Heide gelegene Johannishof. Der Johannishof war ein großer Bauernhof, der von Halfen bewirtschaftet wurde. Heute ist er Sitz der Alanus-Hochschule (Campus I). Olsdorf wurde in früherer Zeit auch Alsdorf geschrieben.

Religion Bis in das 19. Jahrhundert hinein gehörte die Bevölkerung fast ausschließlich zur römisch-katholischen Kirche, in Alfter gab es auch eine kleine jüdische Gemeinde.

Der jüdische Friedhof (Beth Olam – Haus der Ewigkeit) an der Grenze zu Bornheim wurde laut Gedenkstein erstmals 1719 urkundlich erwähnt. Die jüdische Gemeinde in Alfter (sie bestand seit mindestens Anfang des 17. Jahrhunderts) ist durch den Holocaust des NS-Staates ausgelöscht worden. Alfter hat 1949 die Pflege des Friedhofs übernommen. Er steht seit 1987 unter Denkmalschutz.

Neben der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus verfügt Alfter seit 1996 über die Evangelische Kirche am Herrenwingert.

Politik Gemeinderat mini|hochkant|Wappen der Herren von Alfter bei Anton Fahne Fünf Wahlbezirke (und ein Stimmbezirk) der 16 Wahlbezirke der Gemeinde Alfter sind der Ortschaft Alfter zugeordnet. Bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 wurden alle Wahlbezirke von der CDU gewonnen, somit stellt diese Partei für Alfter sechs Vertreter im Gemeinderat. + Wahlergebnisse im Detail Wahlbezirk Name Partei Ergebnis Wahlbeteiligung 010 Hans Thomas Ehlers CDU 32,54 % 49,64 % 020 Joslyn Cathrin Josephiné Felicita Reingen CDU 25,72 % 58,01 % 030 Mario Ciesielski CDU 25,96 % 64,36 % 040 Daniel Jung CDU 28,03 % 71,17 % 050 Martin Andreas Forster CDU 27,77 % 64,30 % 061 Imad Krebs-Rahi CDU 30,92 % 63,46 % Der Wahlbezirk 060 besteht aus den Stimmbezirken 061 (Alfter) und 062 (Gielsdorf).

Bürgermeister und Ortsvorsteher Seit der Eingemeindung 1969 gibt es in Alfter Ortsvorsteher, vorher ehrenamtliche Bürgermeister.

+ Ortsvorsteher Name Partei von bis Norbert Lehna CDU 2018 Werner Jaroch CDU 2001 2018 Margarete Offermann CDU 1984 2001 Josef Hippchen UWG 1979 1984 Heinrich Hergarten CDU 1975 1979 Peter Winterscheid CDU 1970 1975 Johann Gimnich CDU 1969 1970 + Bürgermeister Name Partei von bis Anmerkung Johann Gimnich FWG 1961 1969 Johann Kreutzberg CDU 1956 1961 Heinrich Weiler CDU 1948 1956 W. hatte dieses Amt auch von 1929 bis 1933 inne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kunst mini|Alanus Campus II (weitere Bilder)

Die bildende Kunstszene in Alfter ist durch die Alanus Hochschule geprägt. Überall im Ort finden sich Exponate, insbesondere im Ortszentrum Schloss/Hertersplatz/Herrenwingert, im Broich-Park und vor allem am Johannishof (Campus I).

Sprache Im Ort wird von vielen Einheimischen noch Alfterer Platt gesprochen.

Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

Die Burg Alfter stammte (spätestens) aus dem 12. Jahrhundert (erstmals erwähnt 1117, Herren de Halechtre). Ab 1188 war mit dem Anwesen das kurkölnische Erbmarschallamt verbunden. Im 15. Jahrhundert kam sie in den Besitz der Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck. Die Burg wurde 1468 durch Brand zerstört. Aus dem Friedensvertrag von 1481 geht hervor, dass die Burg wieder aufgebaut wurde. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aus nicht bekanntem Anlass erneut niedergebrannt und wieder aufgebaut. 1583 wurden der Ort, die Burg und das angrenzende Anna-Kloster im Truchsessischen Krieg überfallen und komplett zerstört. Der heutige Bau, eine unregelmäßig geschlossene Rechteckanlage, wurde 1721 von Graf Wilhelm von Salm errichtet. Das hufeisenförmige Herrenhaus und der Wirtschaftshof stammen aus derselben Zeit. In nächster Nähe zum Schloss steht die katholische Kirche Sankt Matthäus sowie ein Gebäude, das nach der Grundschule seit 1992 die öffentliche Bücherei beherbergt, und ein Fachwerkhaus, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückgeht. Am Hertersplatz steht auch das ehemalige St. Anna-Kloster. Fachwerkhaus Hertersplatz 13 Jüdischer Friedhof (Alfter)

Auf dem Gebiet der Ortschaft Alfter sind 30 (Stand: April 2025) bauliche Anlagen oder Teile baulicher Anlagen als Baudenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalens ausgewiesen. Sie sind in der Denkmalliste der Gemeinde Alfter eingetragen.

Bodendenkmäler Die „Hangmotte“ genannte Erdwallanlage, eine ehemalige Fliehburg befindet sich zwischen der Straße Görreshof im Süden und dem Buchholzweg im Norden (südlich von Herrenhaus Buchholz). Zu den Bodendenkmälern in Alfter gehören auch mehrere römische Übungslager und die „Römische Wasserleitung“.

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Alfter Liste der Bodendenkmäler in Alfter Liste der Stolpersteine in Alfter Friedensweg Alfter-Roisdorf Herrenhaus Buchholz

Grünflächen und Naherholung

Der Naherholung dienen der Naturpark Rheinland, der teilweise auf Alfterer Gebiet liegt, mit der Ville und dem Vorgebirge. Größere, offene Wasserflächen gibt es in Alfter nicht, dafür ortsnahe/innerörtliche Parks (Jakob-Wahlen-Park, Broich-Park) mit kleinen Wasserflächen, gespeist durch den Alfterer Bornheimer Bach bzw. seine Zuflüsse. Oberhalb von Alfter gibt es den Aussichtspunkt Böhling, der Blicke nach Bonn, in das Rheintal, auf das Siebengebirge und auf Alfter eröffnet.

Der Schlosspark ist öffentlich nicht zugänglich. Er steht teilweise der OGS und den Bewohnern des Schlosses zur Verfügung. Auch Veranstaltungen der Donnerstag-Gesellschaft finden dort statt. Im privaten Anna-Garten am Haus der Alfterer Geschichte werden historische Exponate (landwirtschaftliches Gerät u. ä.) gezeigt, er ist öffentlich zugänglich.

Alfter gehört zu den Gemeinden, die im Grünen C zusammengeschlossen sind. Mit dem Wegenetz, den Stationen und anderen Elementen des Grünen C wurde versucht, weitere Elemente der Naherholung zu schaffen.

Sport Fußball mini|Waldstadion (2014) Einer der Fußballvereine, der VfL Alfter, spielte zeitweise in der Mittelrheinliga, der höchsten Liga des Fußballverbandes Mittelrhein und der fünfthöchsten Spielklasse in Deutschland. Die zweite Mannschaft des VfL Alfter spielt in der Kreisliga B, der zweithöchsten Spielklasse im Fußballkreis Bonn. Der Sportplatz der Ortschaft Alfter, das sogenannte Waldstadion, befindet sich wie die Alanus-Hochschule auf dem Vorgebirgsberg am Strangheidgesweg. Auf dem ehemaligen Tennenplatz wurde im Sommer 2008 ein Kunstrasen verlegt.

Tennis Der Tennisclub Alfter (TC Alfter e. V.) nimmt an den Mannschaftsmeisterschaften des Tennisverbandes Mittelrhein teil.

Tischtennis Der TTC Blau-Weiß Alfter e. V. ist einer der ältesten Tischtennisclubs des Westdeutschen TT-Verbandes. Er entstand 1946 aus Mitgliedern des Schützenvereins, deren junge Mitglieder aufgrund des Nachkriegs-Schießverbotes ein neues Betätigungsfeld suchten. Seitdem nimmt der TTC Alfter am Spielbetrieb des Westdeutschen Tischtennisverbandes mit Damen-, Herren-, Jugend- und Schülermannschaften teil.

Sonstiges Der Sportverein Alfterer Sport-Club (ASC) verfügt über Volleyball-, Leichtathletik-, Radsport-, Breitensport und Walkingabteilungen.Alfterer Sport-Club 1968 e. V.

Kulinarische Spezialitäten Alfter liegt in einem klimatisch und geologisch begünstigten Gebiet, so dass viele Sorten Salat, Kräuter und Gemüse wie auch Erdbeeren und Rhabarber gut gedeihen. Insbesondere der Alfterer Spargel (Anbaugebiet „Bornheim“) war schon frühzeitig überregional bekannt und gefragt. Spargel in allen denkbaren Varianten ist deshalb in der Saison Bestandteil der Speisekarten der örtlichen Restaurants. Zu den Alfterer Spezialitäten zählt auch der Rebellenblut genannte Brombeerwein.

Brauchtum Alfterer Karneval Der Karneval hat in Alfter eine lange Tradition. Eine Quelle von 1623 verweist bereits auf den „Hochfastelabent“ in Alfter. Ebenso wird davon ausgegangen, dass der Begriff „Veilchendienstag“ aus Alfter stammt.

Kirmes In Alfter wird dreimal Kirmes gefeiert Anna-Kirmes – Zu Ehren der hl. Anna, der Patronin des früheren Klosters, wird Ende Juni (Annentag 26. Juni) diese „Kleinkirmes“ auf dem Herrenwingert ausgerichtet. Groß-Kirmes – Zu Ehren des hl. Matthäus, dem Patron der Pfarrkirche, findet diese Kirmes in der Regel am dritten Wochenende (Matthäustag 21. September) ebenfalls auf dem Herrenwingert statt. Birrekovener Kirmes – Das Patrozinium der Birrekovener Kapelle Mariä Opferung fällt auf den 21. November. Am dritten Wochenende im November wird deshalb diese Kirmes bei der Kapelle gefeiert.

Traditionsvereine In Alfter gibt es zahlreiche Vereine, die im Ortsausschuss organisiert sind.

Traditionsvereine mit über 100-jähriger Geschichte sind

Das Alfterer-Lied