Die schmalspurigen Tenderlokomotiven der Bauart Typ Hindenburg waren von der Firma Henschel in Kassel hergestellte Industrielokomotiven der Bauart B n2t. Es wurden von 1925 bis 1936 acht Lokomotiven hergestellt.
Die Lokomotiven waren bei der Brikettfabrik Horrem, der Werschen-Weißenfelser Braunkohlen AG und bei Schöttle & Schuster eingesetzt.Auflistung der von Henschel gefertigten Lokomotiven auf www.werkbahn.de (kann als CD kostenpflichtig erworben werden) Sie waren bis 1960 im Einsatz. Eine Lok ist nicht erhalten geblieben.
Geschichte Eine Lokomotive mit der Fabriknummer 20909 ging an die Werschen-Weißenfelser Braunkohlen AG und drei Lokomotiven mit den Fabriknummern 22968, 22969 und 23156 an Schöttle & Schuster. Bei zwei Lokomotiven sind die Betriebsnummern 42 und 43 bekannt.
Brikettfabrik Horrem
Die Lokomotiven mit den Fabriknummern 20609–20612 wurden an die Brikettfabrik in Horrem geliefert und erhielten die Betriebsnummern 18 bis 21.Karl Pokschewinski, Volker Schüler, Manfred Coenen, Brikettfabriken und Anschlußbahnen im Rheinischen Braunkohlenbergbau, Lokrundschau Verlag, Gülzow 2004, ISBN 3-931647-18-8, Seiten 94 Sie waren im Bereich der Grube Fischbach für den Abraumbetrieb eingesetzt. Für den Betrieb unter den Eimerkettenbaggern waren sie als niedrige Bauart ausgeführt.Prospekt von Henschel Feldbahnlokomotiven von 1939 mit Erwähnung der Typ Hindenburg
Sie wurden später von Rheinbraun nicht übernommen, denn die Auflistung der Rheinbraun-Fahrzeuge ab 1960 zeigt keine Henschel-Lokomotiven mit den Fabriknummern des Typs Hindenburg.Internetseite der Fahrzeuge von Rheinbraun Eventuelle vorherige Betriebsnummern der RAG sind nicht bekannt.
Konstruktion
Die Lokomotiven waren aus der Serie von B-gekuppelten Lokomotiven des Herstellers Henschel die größten und stärksten Maschinen mit einer Leistung von 300 PS und einer Anfahrzugkraft von 97 kN. Sie wurden für den Betrieb unter Tagebaugroßgeräten besonders niedrig gebaut. Die Lokomotiven konnten nach Katalog bei einer Geschwindigkeit von 8 km/h in der Ebene eine Last von 1517 t ziehen. Auf 20 ‰ waren es noch 277 t, auf 50 ‰ 108 t.
Die Lokomotiven besaßen einen als Innenrahmen ausgeführten Blechrahmen mit in den Rahmenwangen eingenieteten Wasserkasten. Die Pufferbohlen waren als Querversteifung ausgebildet. Ein zusätzlicher Wasservorrat war in beiden Wasserkästen neben dem Kessel vorhanden, der linke Kasten führte die Kohlevorräte mit. Die Lokomotiven waren in der Höhe sehr gedrungen ausgeführt. Der Kessel war vorn und hinten sehr stark überhängend, was für den guten Bogenlauf mit geringem Achsabstand notwendig war. Die Lokomotiven wurden mit Feuerbüchsen aus Stahl sowie mit Sicherheitsventilen der Bauart Pop ausgestattet. Für den Betrieb mit Braunkohlefeuerung war im Schornstein ein Funkenfänger integriert. Die Steuerung nach dem System Heusinger konnte im Führerstand mit einem Handhebel verstellt werden.
Anfangs waren sie nur mit einer Handbremse ausgerüstet. Die Räder wurden mit Bremsklötzen von innen abgebremst. Sie waren mit elektrischer Beleuchtung mit einem Turbogenerator versehen.
Siehe auch
Liste schmalspuriger Lokomotiven von Henschel
Literatur
Weblinks
Internetseite über die ehemalige Brikettfabrik Horrem, Einsatzort von vier Lokomotiven Typ Hindenburg
Einzelnachweise
Kategorie:Schienenfahrzeug (Henschel) Kategorie:Triebfahrzeug (Deutschland) Kategorie:Tagebaulokomotive