Das Erdbeben in Afghanistan 2025 ereignete sich am 31. August 2025 um 23:47 Uhr AFT (21:17 Uhr MESZ). Das Erdbeben der Stärke 6,0 betraf die Provinzen Nangarhar und Kunar in Afghanistan nahe der Grenze zu Pakistan. Mehr als 2200 Menschen kamen ums Leben, rund 3600 weitere wurden verletzt.
Tektonische Lage Ein Großteil Afghanistans liegt in einer ausgedehnten Zone kontinentaler Deformation innerhalb der Eurasischen Platte. Die seismische Aktivität des Landes wird im Westen durch die Subduktion der Arabischen Platte und im Osten durch die schräge Subduktion der Indischen Platte beeinflusst. Die Subduktionsrate der Indischen Platte entlang der kontinentalen Kollisionsgrenze wird auf mindestens 39 mm pro Jahr geschätzt. Die dadurch verursachte Transpression führt in der oberen Erdkruste zu einer hohen Erdbebenaktivität. Seismische Ereignisse sind in Afghanistan bis in Tiefen von etwa 300 km nachweisbar, was auf die Subduktion der Platten zurückzuführen ist. Die unter dem Hindukusch auftretenden Beben entstehen durch Bewegungen an Störungszonen, die die Ablösung der subduzierten Kruste aufnehmen.
In der oberen Erdkruste stellt die Chaman-Verwerfung eine bedeutende Transformstörung dar, die mit großen flachen Erdbeben verbunden ist und die transpressionale Grenze zwischen der Eurasischen und der Indischen Platte bildet. Diese Zone umfasst eine Reihe seismisch aktiver Überschiebungs- und Blattverschiebungsstörungen. Aufgrund ihrer Häufigkeit und der hohen Deformationsraten treten Erdbeben in dieser Region überwiegend mit Blattverschiebungs-Mechanismus auf.
Erdbeben Das Epizentrum des Erdbebens lag im Distrikt Kuz Kunar in der Provinz Nangarhar, nahe der Grenze zum Distrikt Nurgal in der Provinz Kunar, 27 km ostnordöstlich der Stadt Dschalalabad und 25 km westlich der Grenze zur Provinz Khyber Pakhtunkhwa in Pakistan. Das Hypozentrum befand sich 8 km unter der Erdoberfläche und die maximale modifizierte Mercalli-Intensität betrug VII–VIII (Sehr stark – Schwer) im Epizentrum, VI (Stark) in Jalalabad und IV (Leicht) in Kabul und der pakistanischen Stadt Peschawar. Auch in Islamabad, Lahore und Teilen Indiens, darunter Delhi, waren Erschütterungen zu spüren. Mindestens 13 Nachbeben wurden Berichten zufolge gespürt, darunter ein Beben der Stärke 4,5 mb um 23:33 MESZ und zwei der Stärke 5,2 mb um 23:33 und 01:46 MESZ.
Am 5. September ereigneten sich nochmals zwei starke Nachbeben der Höhe 6,2 mb und 5,4 mb. Das Epizentrum lag erneut in Dschalalabad. Weitere Menschen wurden verletzt. Die Erschütterungen seien in acht Provinzen im Osten des Landes sowie in Indien und Pakistan zu spüren gewesen.tagesschau.de - Erdbeben in Afghanistan · Starke Nachbeben (5. September 2025)
Am 3. November ereignete sich nachts ein erneutes Beben mit einer Stärke von 6,3 mb, mit dem Epizentrum südwestlich von Cholm in 28 km Tiefe. Auch das benachbarte Masar-e Scharif wurde stark betroffen. Die Blaue Moschee wurde dabei beschädigt. Am stärksten wurde die Provinz Balch betroffen. Allein in der nordöstlichen Provinz Badachschan wurden ca. 800 Häuser zerstört oder beschädigt. Das Erdbeben war bis in die rund 300 Kilometer entfernte Hauptstadt Kabul zu spüren gewesen. Es gab über 700 Verletzte und 27 Tote.Norden von Afghanistan: Tote und Verletzte nach schwerem Erdbeben. tagesschau.de, 3. November 2025.
Hilfsmaßnahmen Stunden nach dem Erdbeben sagte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid, dass lokale Beamte und Freiwillige Rettungsaktionen durchgeführt und in den betroffenen Gebieten Hilfe geleistet hätten. Aufgrund begrenzter Ressourcen baten die Taliban auch internationale Hilfsorganisationen um Unterstützung. Viele Freiwillige in der Provinz Nangarhar suchten Krankenhäuser auf, um verletzten Opfern Blut zu spenden. Vier Hubschrauber mit medizinischem Personal trafen im Distrikt Nurgal ein. Die Vereinten Nationen schickten Hilfsteams in die betroffenen Gebiete. Mehrere Opfer wurden in das Regionalkrankenhaus Nangarhar geflogen. Mindestens 40 Flüge wurden durchgeführt. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bot humanitäre Hilfe an, darunter medizinische Hilfsgüter aus dem Land.
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