mini|hochkant|Logo von Team Deutschland Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist die regierungsunabhängige Dachorganisation des deutschen Sports. Der DOSB entstand am 20. Mai 2006 durch den Zusammenschluss des Deutschen Sportbundes (DSB) und des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK). Der DOSB vertritt über 29,3 Millionen Mitgliedschaften in rund 86.000 Sportvereinen und stellt damit die größte Bürgerbewegung Deutschlands dar.
Mitgliedsorganisationen des DOSB sind 16 Landessportbünde, 70 Spitzenverbände sowie 17 Verbände mit besonderen Aufgaben (VmbA).Deutscher Olympischer Sportbund – Mitgliedsorganisation (dosb.de, abgerufen am 20. August 2024). Der DOSB ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Frankfurt am Main.Impressum des DOSB. Nachdem er im Juni 2014 ein Übergangsquartier in Neu-Isenburg bezogen hatte, ist der DOSB im Mai 2016 in sein neu errichtetes „Haus des Deutschen Sports“ im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen-Süd zurückgekehrt. Seit den Olympischen Spielen 2018 treten die Athleten unter der Marke Team Deutschland auf.
Gremien Präsidium Erster Präsident des DOSB war Thomas Bach. Er trat am 16. September 2013 nach seiner Wahl zum IOC-Präsidenten zurück. Bis zur Neuwahl übernahm Hans-Peter Krämer als amtierender DOSB-Präsident den Vorsitz. Am 7. Dezember 2013 wurde Alfons Hörmann von der DOSB-Mitgliederversammlung zum Präsidenten gewählt. Zur Wahl 2021 trat er nicht mehr an.
Seit 4. Dezember 2021 ist Thomas Weikert Präsident des DOSB. Er gewann mit 361 Stimmen zu 56 Stimmen. Vizepräsidentinnen und -präsidenten des DOSB-Präsidiums sind Verena Bentele, Martin Engelhardt, Kerstin Holze, Jens-Peter Nettekoven und Miriam Welte. Mareike Miller ist als Vertreterin der Athleten und Athletinnen, Stefan Raid als Vorstand der Deutschen Sportjugend Mitglied des Präsidiums. Kim Bui und Michael Mronz gehören dem Präsidium als Mitglied des IOC an. Die Mitgliedschaft des ehemaligen IOC-Präsidenten Thomas Bach ruht derzeit. +Präsidenten des DOSB seit der Gründung am 20. Mai 2006#PräsidentvonbisAnmerkungen1Thomas Bach20. Mai 200616. September 2013Ehrenpräsident–Hans-Peter Krämer16. September 20137. Dezember 2013geschäftsführender Präsident (kommissarisch)2Alfons Hörmann7. Dezember 20134. Dezember 20213Thomas Weikert4. Dezember 2021
Vorstand Der mit vier Personen besetzte hauptamtliche Vorstand ist für das operative Geschäft zuständig und unterliegt der Aufsicht des ehrenamtlichen Präsidiums.
Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender Thomas Arnold, Vorstand Finanzen Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport Michaela Röhrbein, Vorstand Sportentwicklung Leon Ries, Vorstand Sportjugend
Ethik-Kommission Die 2018 gegründete, unabhängige Ethik-Kommission hat ihre wesentliche Rolle in der Beratung des DOSB-Präsidiums und -Vorstandes sowie in der neutralen Untersuchung bei Anhaltspunkten für oder Hinweisen auf Verstöße gegen die Good-Governance-Regelungen. Sie ist zuständig für Untersuchung bei Hinweisen auf Verstöße durch Mitglieder des Präsidiums, des Vorstands, der Beiräte und Kommission, der Persönlichen Mitglieder, die Delegationsmitglieder von vom DOSB entsandten Mannschaften zu internationalen Multi-Sport-Veranstaltungen sowie aller hauptamtlichen Angestellten der DOSB-Geschäftsstelle. Vorsitzender ist Thomas de Maizière, als Mitglieder wurden Hansjörg Geiger und Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm gewählt; Ersatzmitglied ist die Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler.
Schirmherrschaft Schirmherr des DOSB ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Gründungsgeschichte mini|Logo des DOSB bis 2014 mini|Historische Entwicklung deutscher Sportdachverbände und Nationaler Olympischer Komitees Der DOSB entstand durch den Zusammenschluss des finanziell schwer angeschlagenen Deutschen Sportbunds (DSB)Harsche Kritik an DOSB-Gründung sport1.de vom 17. Mai 2016. und des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK). Ziel des Zusammenschlusses war die einheitliche Vertretung des Sports und die bessere Durchsetzung der Interessen der Mitgliedsverbände und -vereine.
Die Satzung des DOSB wurde von den Hauptgremien des NOK und des DSB in einer gemeinsamen Sitzung am 10. Dezember 2005 in Köln verabschiedet. Im Rahmen der Sitzung beschlossen die bisherigen Verbände, sich aufzulösen und durch Neugründung des DOSB zu fusionieren.
Um die Führungspositionen zu besetzen, wurde eine fünfköpfige Findungskommission gebildet, der die Verbandspräsidenten Theo Zwanziger (Deutscher Fußball-Bund), Clemens Prokop (Deutscher Leichtathletik-Verband), Klaus Schormann (Deutscher Verband für Modernen Fünfkampf) und Wolfgang Rittmann (Deutsche Billard-Union) sowie als Vertreter der Landessportbünde Ekkehard Wienholtz (Landessportverband Schleswig-Holstein) angehörten. Die Kommission sprach sich im März 2006 einstimmig für Thomas Bach als DOSB-Präsidenten aus. Der frühere nordrhein-westfälische Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) erhielt im September 2006 einen Fünfjahresvertrag als Generaldirektor des DOSB.
Finanzierung Der Deutsche Olympische Sportbund finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Lotterieeinnahmen und Vermarktungslizenzen sowie mittels Bundeszuwendungen insbesondere für Projekte der Themengebiete Leistungssport; Integration, Inklusion und Chancengleichheit im bzw. mittels Sport; Sport und Gesundheit; Sport der Generationen sowie für völkerverbindende internationale Sportprojekte.Bund.de: .
2019 stellte das Bundeskartellamt gegenüber dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem IOC fest, dass Regel 40 der Olympischen Charta den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung darstelle und wettbewerbswidrig sei.Johannes Kopp: Das Klebeband. In: taz vom 6. Februar 2022, abgerufen am 11. Februar 2022 Beide verpflichteten sich zu Änderungen der Wettbewerbsregeln.B2-26/17, Bundeskartellamt, 25. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2022
Interessenvertretung
Der DOSB betreibt zur Vertretung der Interessen des deutschen Sports in der Politik zwei Büros. Das Berliner Büro befasst dabei vornehmlich mit politischen Geschehnissen von nationaler Tragweite, während das EOC EU Büro in Brüssel sich auf die sportpolitisch relevanten Entwicklungen auf EU-Ebene fokussiert.
Der DOSB bzw. sein Vorgänger DSB gibt seit 1971 die Zeitschrift Leistungssport, eine der führenden trainingswissenschaftlichen Zeitschriften der Welt, heraus. mit sportpolitischen Aussagen aber eine deutliche Zurückhaltung übt.Arnd Krüger, Uta Engels: 30 Jahre 'Leistungssport': Anspruch und Wirklichkeit, in: Leistungssport 31 (2001), 5, S. 4–9. Die DDR-Zeitschrift Theorie und Praxis des Leistungssports wurde nach der Wende eingestellt. Beide Zeitschriften sind im Institut für Angewandte Trainingswissenschaft digitalisiert kostenfrei abrufbar.
Der DOSB sieht sich als Rechtsnachfolger des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der DDR und unterstützt die DDR-Dopingopfer. Das DDR-NOK ging nach der Wende mit seinem Restvermögen von rund fünf Millionen Mark im NOK der Bundesrepublik auf.
Preise und Ehrungen mini|150px|Deutsches Sportabzeichen in Gold
DOSB-Ehrenmedaille
Seit 2008 vergibt der DOSB die Ehrenmedaille des deutschen Sports (auch DOSB-Ehrenmedaille genannt).
Die Ehrenmedaille wird an Persönlichkeiten oder Organisationen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und weiteren gesellschaftlichen Bereichen vergeben, die sich herausragende Verdienste um die Förderung und Entwicklung des Sports erworben haben. Die Medaille wurde vom Künstler Markus Lüpertz gestaltet.DOSB: DOSB-Ehrenmedaille. Online auf dosb.de, Aufruf: 29. Juni 2018.
Preisträger
2008: Horst Köhler, Bundespräsident von 2004 bis 2010 2009: Wolfgang Schäuble, Bundesinnenminister von 1989 bis 1991 und von 2005 bis 2009 sowie ehemaliger Bundesfinanzminister (2009–2017) 2010: Richard von Weizsäcker, ehemaliger Bundespräsident (1984–1994) 2011: Christian Wulff, Bundespräsident von 2010 bis 2012 2012: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern 2015: Initiative „Feuer und Flamme für Hamburg“ 2016: Joachim Gauck, Bundespräsident von 2012 bis 2017
Darüber hinaus gibt es als weitere Preise und Ehrungen den DOSB-Ethik-Preis, die DOSB-Ehrennadel, den Preis Pro Ehrenamt, den DOSB-Wissenschaftspreis, den Preis Trainerin/Trainer des Jahres, die Auszeichnung Hochschule des Spitzensports, die Auszeichnung Eliteschulen des Sports, Eliteschüler des Sports, den Gleichstellungspreis, den Deutschen Schulsportpreis, den dsj-Zukunftspreis, die IOC-Trophy, die Sportplakette des Bundespräsidenten sowie den Fair Play Preis.
Sterne des Sports
Zusammen mit den Volksbanken Raiffeisenbanken zeichnet der DOSB jedes Jahr die Sterne des Sports aus. Die „Sterne des Sports“ sind Deutschlands wichtigster Vereinswettbewerb im Breitensport. Dabei werden Sportvereine ausgezeichnet, die sich über ihr sportliches Angebot hinaus besonders gesellschaftlich engagieren.
Grünes Band mini|Logo der Deutschen Sportjugend In Kooperation mit der Commerzbank AG vergibt der DOSB seit 1986 das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein.
Die Bewertungskriterien ergeben sich aus dem Nachwuchsleistungssport-Konzept des DOSB und schließen unter anderem die Trainersituation, die Zusammenarbeit mit Institutionen wie Schulen oder Olympiastützpunkten, die Doping-Prävention sowie pädagogische Aspekte der Leistungsförderung mit ein.
Die Jury prämiert jedes Jahr 50 Vereine oder Vereinsabteilungen aus den olympischen und nichtolympischen Spitzenverbänden des Deutschen Olympischen Sportbundes, deren sportfachlichen Voraussetzungen zur Förderung erfüllt sind. Voraussetzung für die Vereine ist, dass sie aktive Talentsuche und -förderung von Jugendlichen sowie aktive Dopingprävention betreiben.
Der Preis ist mit einer Förderprämie von je 5.000 Euro für die leistungssportliche Nachwuchsarbeit der ausgezeichneten Vereine verbunden.
Botschafter des Grünen Bands ist der Hockeyolympiasieger Moritz Fürste.„Auch ich durfte von solch einer vorbildlichen Förderung profitieren und weiß daher aus eigener Erfahrung, wie wertvoll die Arbeit der Vereine ist. Als Botschafter des ‚Grünen Bandes‘ möchte ich den Vereinen daher, stellvertretend für alle Sportlerinnen und Sportler, ‚Danke‘ sagen.“
- Moritz Fürste
Mitgliedsverbände Landessportbünde Dem DOSB gehören 16 Landessportbünde (LSB) bzw. Landessportverbände (LSV) an, zu denen rund 87.000 Sportvereine zählen. Auf Landesebene sind die LSB bzw. LSV die Dachverbände für die Vereine und Fachverbände. Sie steuern die Sportpolitik und sind für die öffentlichen Geldflüsse innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches verantwortlich. Logo 16 LandesverbändeBundesland Vereine Mitglieder25x25pxLandessportverband Baden-Württemberg 11.274 (2021) 3.888.468 (2021)25x25pxBayerischer Landes-Sportverband 11.725 (2021) 4.263.649 (2021)25x25pxLandessportbund Berlin 2.479 (2021) 662.076 (2021)25x25pxLandessportbund Brandenburg 3.003 (2021) 343.752 (2021)25x25pxLandessportbund Bremen 381 (2021) 142.259 (2021)25x25pxHamburger Sportbund 818 (2021) 520.205 (2021)Landessportbund Hessen 7.532 (2021) 2.064.311 (2021)25x25pxLandessportbund Mecklenburg-Vorpommern 1.871 (2021) 257.587 (2021)25x25pxLandessportbund Niedersachsen 9.333 (2021) 2.525.641 (2021)25x25pxLandessportbund Nordrhein-Westfalen 17.887 (2021) 4.919.852 (2021)25x25pxLandessportbund Rheinland-Pfalz 5.923 (2021) 1.344.127 (2021)25x25pxLandessportverband für das Saarland 2.023 (2021) 354.418 (2021)25x25pxLandessportbund Sachsen 4.436 (2021) 656.189 (2021)25x25pxLandessportbund Sachsen-Anhalt 3.049 (2021) 346.237 (2021)25x25pxLandessportverband Schleswig-Holstein 2.524 (2021) 738.987 (2021)25x25pxLandessportbund Thüringen 3.342 (2021) 350.130 (2021)
Spitzenverbände (43 olympische (36px|klasse=skin-invert-image) und 25 nichtolympische Verbände, Stand: August 2024)
Dem DOSB sind 68 Spitzenverbände angeschlossen, von denen 43 Fachverbände olympische Sportarten und 25 nichtolympische Sportarten vertreten.