Orta San Giulio (piemontesisch und lombardisch Òrta) ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Novara (NO) in der Region Piemont, ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens) und ist Träger der Bandiera Arancione des TCI.
Lage und Einwohner Orta San Giulio liegt rund 50 Kilometer nordöstlich von der Provinzhauptstadt Novara am Ostufer des Ortasees (Lago d'Orta oder Cusio) auf einer in den See hineinragenden Landzunge und ist ein bedeutender Fremdenverkehrsort mit malerischer Altstadt. Die meisten Bürgerhäuser stammen aus der Zeit der Renaissance und des Barock. Zum Gemeindegebiet, mit insgesamt Einwohnern (Stand ), gehört auch die Insel Isola San Giulio sowie die Ortsteile (Fraktionen) Corconio, Imolo und Legro.
Die Nachbargemeinden sind Ameno, Bolzano Novarese, Gozzano, Miasino, Pella, Pettenasco und San Maurizio d’Opaglio. 418px|mini|links|Panorama Bevölkerungsentwicklung
Verkehrsanbindung In der Gemeinde Orta San Giulio befinden sich zwei Bahnhöfe an der Bahnstrecke Domodossola–Novara. Der Bahnhof Orta-Miasino und der Bahnhof Corconio-Ameno, der aber seit 2003 geschlossen ist.
Unmittelbar neben der Ortschaft verläuft die Staatsstraße 229 (Strada statale 229 del Lago d'Orta). Die rund 60 km lange Straße verbindet Novara mit Gravellona Toce. Dort mündet sie in die Staatsstraße 33, die weiter bis an die Schweizer Grenze verläuft.
Sehenswürdigkeiten Die Piazza Mario Motta ist der Hauptplatz des Ortes, wo auch die Boote zur Isola San Giulio ab- und anlegen. Seit 1228 findet hier jeden Mittwoch der Wochenmarkt statt. An der nördlichen Schmalseite liegt das ehemalige Rathaus aus dem Jahre 1582, jetzt Palazotto della Comunitá. Von der Ostseite des Platzes führt die Gasse Salita della Motta zur Kirche Santa Maria Assunta hinauf. Sie wurde erstmals im Jahre 1485 erbaut und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wiedererrichtet. Das Oratorio di San Rocco ist eine weitere im Ort gelegene sehenswerte Kirche mit barocker Ausstattung. Über dem Ort erhebt sich der etwa 90 Meter höhere Sacro Monte d’Orta, auf dem ein Kalvarienberg mit 20 Kapellen zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi sowie die Chiesa San Nicolao Francesco gelegen ist. Der Sacro Monte d’Orta ist ein Teil des UNESCO-Welterbes der neun Sacri Monti im Piemont und der Lombardei. Die Villa Crespi fällt durch ihren orientalischen Baustil und ihre Lage an der Ortseinfahrt jedem Passanten sofort auf. Das Gebäude wurde 1879 von Cristoforo Benigno Crespi, der es während der italienischen Gründerzeit in der Baumwollbranche zu erheblichem Reichtum gebracht hatte, als privater Wohnsitz erbaut. Heute ist es ein Hotel. Landschaftlich schön ist eine Wanderung direkt am Seeufer entlang um die Halbinsel herum (Dauer: etwa 1 Stunde) Der Ortsteil Legro ist als „bemaltes Dorf“ bekannt; die Wände vieler Häuser sind geschmückt mit gemalten Szenen aus Spielfilmen, die im Bereich des Ortasees gedreht wurden.
Giro d’Italia Orta San Giulio war zweimal Zielort bei der Giro d’Italia. JahrEtappeStartortkmEtappensiegerMaglia rosa197516.Arenzano193 Fabrizio Fabbri Fausto Bertoglio198315.Savona219 Paolo Rosola Giuseppe Saronni Einmal war Orta San Giulio Startort des Giro d’Italia: JahrEtappeZielortkmEtappensiegerMaglia rosa198316.Mailand110 Frank Hoste Giuseppe Saronni
Söhne und Töchter der Gemeinde Leonardo Benevolo (1923–2017), Architekt und Architekturhistoriker
Bildgalerie
Weblinks
Informationen über Orta San Giulio (In englischer Sprache) Orta San Giulio: das Schmuckstück des Ortasee auf de.lagomaggiore.net, abgerufen am 29. November 2015 Ein Rundgang durch San Giulio in sphärischen Panoramen Renzo Dionigi: Pfarrkirche Santa Maria Assunta auf Flickr Renzo Dionigi: Wohnhaus mit Fresken auf Flickr
Einzelnachweise