Orsara Bormida () ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit Einwohnern (Stand ).

Geographie mini|Lage der Gemeinde Orsara Bormida in der Provinz Alessandria Die Gemeinde Orsara Bormida ist rund 30 Kilometer südlich von der Provinzhauptstadt Alessandria und 11 Kilometer östlich von Acqui Terme entfernt. Der gleichnamige Hauptort liegt am Rande eines Hügelausläufers, der auf der orographisch rechten Seite etwas flussabwärts von Acqui Terme den Fluss Bormida di Spigno überragt. Der Ortsteil San Quirico liegt auf einer Anhöhe südöstlich des Hauptortes.Il Piemonte: paese per paese. 5: Montaldo Scarampi–Pinasca. o. S.

Das Gemeindegebiet umfasst einschließlich der Fraktion San Quirico eine Fläche von 5,14 km². Die Nachbargemeinden sind Montaldo Bormida, Morsasco, Rivalta Bormida, Strevi und Trisobbio.

Etymologie Das Toponym ist nach Dante Olivieri erstmals 1135 in der Form Ursaria belegt. Der Name ist nach anderen Autoren auch 1156 dokumentiert. Er lässt auf die Etymologie als Ableitung von ursus (lateinisch für Bär) mit der Endung -arius schließen. Die Bedeutung des Ortsnamens dürfte daher „Ort der Bären“ sein.Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 458.

1863 wurde die Gemeinde Orsara in Orsara Bormida umbenannt.

Geschichte mini|Castello di Orsara Die Umgebung von Orsara war bis zum Frühmittelalter mit Wäldern bedeckt. Erst im Laufe des 13. Jahrhunderts war der Wald Feldern, Wiesenflächen, Gärten und Weinbergen gewichen.

Die ersten historischen Erwähnungen sind eng mit der Burg von Orsara verbunden. Letztere befand sich laut einer Chronik des 13. Jahrhunderts im 11. Jahrhundert im Besitz des Bischofs von Acqui. Die Burg und die zu Füßen liegende Siedlung waren in der Folge in die Streitigkeiten zwischen dem Bischof, der Stadt Acqui und der Stadt Alessandria um die Vorherrschaft in der Umgebung verwickelt.Comuni della provincia di Alessandria. S. 254.

Im 13. Jahrhundert gehörte es zu den Ländern, die Friedrich II. von Wilhelm IV. von Monferrat als Pfand erhielt. Im 14. Jahrhundert gelangte Orsara für fast zwei Jahrhunderte in den Besitz der Familie Malaspina, bevor der Ort, der davor für eine kurze Periode der Schatzkammer des Herzogs von Monferrat gehörte, zusammen mit Morsasco ein Feudalbesitz von Giovanni Battista Lodron wurde.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde es von Morsasco abgetrennt und an Sebastiano Ferraris verkauft, eine Familie, die das Schloss bis zur Französischen Revolution in ihrem Besitz hielt.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft Die Wirtschaft in Orsara Bormida stützt sich im Wesentlichen auf den Primärsektor insbesondere auf den Acker- und Gemüsebau sowie die Viehzucht, aber vollem auf den Weinbau. Angebaut werden Reben des Dolcetto für den Dolcetto d’Acqui, einen Rotwein mit DOC Status. Die Beeren der Rebsorten Spätburgunder und/oder Chardonnay dürfen zum Schaumwein Alta Langa verarbeitet werden. Die Sorte Barbera wird zur Erzeugung des Barbera del Monferrato gezogen. Des Weiteren gibt es kleinere Metallbaubetriebe und Tischlereien. In den Sommermonaten spielt auch der Tourismus eine gewisse Rolle.

Sehenswürdigkeiten Castello di Orsara, die Ursprünge der Burg gehen auf das Jahr 1000 zurück, als ein erster Wachturm errichtet wurde. Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Anlage zu einer Burg ausgebaut. Im 18. Jahrhundert wurde der Bau zu einem Ansitz umgestaltet. Das Castello di Orsara ist von einer Parkanlage umgeben und befindet sich in Privatbesitz. Chiesa dell’Annunziata, von der in der Nähe der Burg gelegenen Kirche sind Teile des mittelalterlichen Baus am Turmfuß des Campanile und der Apsis erhalten. Die Pfarrkirche San Martino, die seit 1276 nachweisbar ist und zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert mehrmals umgebaut wurde. Der Campanile stammt aus dem 16. Jahrhundert. San Sebastiano, Ende des 19. Jahrhunderts im neoromanischen Stil erbaute Kirche. Santuario dell’Uvallare, im 16. Jahrhundert erbaute Wallfahrtsstätte.Comuni della provincia di Alessandria. S. 255. Museo Entnografico dell’Agricoltura, im Rathaus eingerichtetes ethnografisches Museum. In den Räumen des Museums, einst Sitz der örtlichen Schule, sind wertvolle Dokumente der Ortsgeschichte, Gebrauchsgegenstände vergangener Generationen, Kleidung, Werkzeuge und Geräte des bäuerlichen Lebens ausgestellt.

Persönlichkeiten Aldo Morbelli, (1903–1963), italienischer Designer Riccardo Morbelli, (1907–1966), italienischer Dramatiker, Drehbuchautor, Texter, Roman- und Fernsehautor

Literatur Il Piemonte: paese per paese. 5: Montaldo Scarampi–Pinasca. Bonechi, Florenz 1995. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4. Comuni della provincia di Alessandria. (=Comuni del Piemonte. Band 2). Herausgegeben vom Consiglio Regionale del Piemonte, Nerosubianco Edizioni, Cuneo 2008 (2. Auflage), S. 254–255.

Weblinks

Informationen über die Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Piemont