mini|FrauenOrte-Tafel in Elsterwerda für die Lehrerin Anna-Liesa Schwieger (2014) Die FrauenOrte Land Brandenburg sind ein Projekt des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg e. V., das sich der Sichtbarmachung bedeutender Frauen in der brandenburgischen Geschichte widmet. Mit Gedenktafeln an den früheren Wohn- oder Arbeitsorten der Frauen würdigt es das Wirken und Leben von Frauen, die die Geschichte Brandenburgs geprägt haben.
Geschichte Die Projektidee zu den FrauenOrten entstand auf Initiative der Sachsen-Anhalt-Frauen-Initiativ-Runde (SAFIR) im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur EXPO 2000. In Sachsen-Anhalt wurden auch die ersten Orte als FrauenOrte ausgezeichnet. Die erste Gedenktafel wurde am 31. Mai 2000 an der Kindertagesstätte „Rotkäppchen“ in Zörbig angebracht.
Angeregt durch das Projekt in Sachsen-Anhalt entstanden die frauenORTE Niedersachsen (2008), FrauenOrte Land Brandenburg (2010), frauenorte sachsen (2016) und FrauenOrte NRW (2022).
In Brandenburg wurde das Projekt 2010 durch Sabina Scheuerer, damalige Sprecherin des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg ins Leben gerufen. Zwischen 2010 und 2014 entstanden die ersten 45 FrauenOrte-Tafeln im Land Brandenburg.
Anlässlich des zehnjährigen Projektjubiläums wurde 2020 eine Wanderausstellung zu den FrauenOrten entwickelt. 2021 wurde alle 45 Tafeln überarbeitet und modernisiert.
Seit 2022 ergänzen die FrauenOrte-Hörspaziergänge ausgewählte FrauenOrte. Sie basieren auf historischem Quellenmaterial und ermöglichen es, ausgewählte Biografien sowohl vor Ort in Kombination mit einer Wanderung oder digital in Form von Podcasts zu erfahren.
Neue FrauenOrte-Tafel entstehen seit 2023. Den Anfang machte die 46. Tafel, die in Freyenstein an die radikale Frauenrechtlerin Minna Cauer erinnert. Jährlich kommen weitere FrauenOrte hinzu.
Sozialwissenschaftlerin und Beirats-Mitglied der FrauenOrte Sabine Hering: „Ich denke, Geschichte ist immer ein Stück Identität. Wenn ich als Frau versuche, eine Identität jenseits der Marginalität zu suchen, brauche ich Vorbilder – und zwar aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Das können erfolgreiche Pädagoginnen sein, Unternehmerinnen, Musikerinnen. Oder einfach Frauen, die ihr Leben abweichend von der Norm für sich gestaltet haben.“
Engagement Vorschläge für neue FrauenOrte nimmt das Projekt gern entgegen. Diese können bei der Projektleitung eingereicht werden. Die Entscheidung über eine Aufnahme fällt der FrauenOrte-Beirat auf Basis transparenter Kriterien.
Frauenorte in Brandenburg
Name Ort Zeit Beschreibung eröffnet Gedenktafel/Wirkungsort Anne Marie Baral Potsdam, Jägerallee 10–12, ehemaliger Jägerhof, Wirkungsstätte von Anne Marie Baral () 18. Jh. königliche Seidenproduzentin, 1728–1805 20.06.2012 160px 100px Annemirl Bauer Mühlenfließ, Ortsteil Niederwerbig, Dorfstraße 10, Lebens- und Arbeitsort von Annemirl Bauer () 20. Jh. Malerin, 1939–1989 05.05.2014100pxMinna CauerWittstock/Dosse, Ortsteil Freyenstein, Minna-Cauer-Straße 2, Geburtshaus von Minna Cauer ()19. / 20. Jh.Frauenrechtlerin und Demokratin, 1841–1922, Hörspaziergang auf den Spuren von Minna Cauer08.09.2023 Cottbuser Stadtverordnete Cottbus, Erich-Kästner-Platz, rechts neben dem Stadthaus Cottbus () 20. Jh. Fünf gewählte Abgeordnete die aus Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Cottbus am 2. März 1919 ihr Amt antraten: Johanna Grauert (Gemeinsame bürgerliche Liste), Charlotte Großmann (Gemeinsame bürgerliche Liste, DDP), Elsbeth Petschke, geb. Krüger (Sozialdemokratische Liste, SPD), Martha Peschke, geb. Nuglisch (Sozialdemokratische Liste, SPD), Anna Utz (Sozialdemokratische Liste, SPD) 09.03.2014 Agnes Bircke von der Duba Mühlberg an der Elbe, Lebensort und Wirkungsstätte von Agnes Bircke von der Duba () 15. Jh. Stifterin und Wohltäterin24.10.2012 Diakonissen Kloster Lehnin, Klosterkirchplatz 1–19, Kloster Lehnin, Gründungs- und Wirkungsort der Lehniner Diakonissen () 20. Jh. Evangelische Schwesterngemeinschaft, seit 191121.8.2011 160px 100px Marjana Domaškojc Kolkwitz, Ortsteil Zahsow/Cazow, Dorfaue 9F, Dorfgemeinschaftshaus, Wohnort von Marjana Domaškojc () 19. / 20. Jh. Niedersorbische Fabrikarbeiterin und Dichterin, 1872–1946 27.09.2024 100px Sophie von Dönhoff Heckelberg-Brunow, Ortsteil Beerbaum, neben der Gutseinfahrt, Lebens- und Wirkungsstätte der Gräfin von Dönhoff () 18. Jh. Selbstbewusste Geliebte und Gutsherrin, 1768–183417.10.2012 100px Johanna Elberskirchen Rüdersdorf bei Berlin Ort 1: Gedenktafel für Johanna Elberskirchen, aufgestellt auf Initiative des SPD-Ortsvereins nahe der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße 57, oberes Ende der Rudolf-Lübkes-Brücke, Wohnort von Johanna Elberskirchen ()