Das Castello di Magliano Nuovo ist eine Burgruine aus dem 6. Jahrhundert im Ortsteil Magliano Nuovo der Gemeinde Magliano Vetere in der italienischen Region Kampanien. Sie liegt in der Via Giardino, 54. Zwar ist ihre Gründung auf die Zeit der Goten zurückzuführen, aber sie wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut, insbesondere unter der Herrschaft des Hauses Anjou.

Geschichte 6.–19. Jahrhundert Im blutigen Gotenkrieg im 6. Jahrhundert erbauten die Goten, die an der strategischen Überwindung der Preta Perciata interessiert waren, eine Burg auf einem Berg. Bereits in altrömischer Zeit gab es auf diesem Berg vermutlich eine Siedlung (zusammen mit einer Zwillingssiedlung auf dem benachbarten ‚‚Monte Ceglie‘‘).

Später waren es die basilianischen Mönche, die sich in der Gegend niederließen und ihren eigenen Konvent bauten, die Kirche San Nicola und die Felsenkapellen von Capizzo und Magliano Vetere.

Auf dem Territorium folgten die Herrschaften der Byzantiner und dann der Langobarden aufeinander; unter letzteren war Magliano Sitz der gleichnamigen Grafschaft. Auch die Langobarden waren interessiert an dem Übergang und aus dieser Phase ist das Zugangstor, das Gafio, erhalten.

Die Normannen verschafften Magliano eine Status in ihrer Baronat Novi und bauten auf den vorhandenen, ostgotischen Mauerring zwei Türme mit quadratischem Grundriss auf.

Von Restaurierungen durch die nachfolgenden Verwaltung unter Kaiser Friedrich II. blieb die Burg – anders als andere Burg im italienischen Süden – unberührt, vielmehr wurden die Arbeiten von der Bevölkerung selbst durchgeführt.

Das Territorium fiel dann unter die Herrschaft des Hauses Anjou; dieses ließ fünf weitere Türme (mit kreisrundem Grundriss) aufbauen.

Nach den Kämpfen mit dem Haus Aragón gehörte die Burg später der Familie Sanseverino und dann den Carafas; schließlich fiel sie in die Hände der Pascas, die sie bereits unter den Normannen besaßen. Anfangs wurde sie ihnen von den Staufern abgenommen, weil sie an der Verschwörung der Barone teilgenommen hatten, aber das Haus Anjou gab sie ihnen zurück und sie bis zur Abschaffung der Feudalherrschaft behalten (letzter feudaler Eigentümer war Baron Nicola Pasca).

Heute Die ursprüngliche Struktur der Burg wurde zum Bau von Privathäusern verändert, ist aber größtenteils noch vorhanden. Man kann das Gafio langobardo (dt.: langobardisches Tor) sehen.

Beschreibung Mauerring miniatur|Gemälde auf dem Hauptplatz des Dorfes, das das komplett originale Aussehen der Burg zeigt Von dem Mauerring ist noch viel erhalten: Der größte Teil davon findet sich in der Nähe der noch erhaltenen Türme, weitere Teile wurden zum Bau von Privathäusern und Straßen zerstört.

Türme Von den ursprünglich sieben Türmen (zwei normannische und fünf aus der Zeit des Hauses Anjou) sind nur noch drei (alle aus der Zeit des Hauses Anjou) vollständig erhalten. Von den vier nicht mehr vollständig erhaltenen ist einer der normannischen Türme noch am ehesten komplett, der ursprünglich höchste. Wenn man diesen betrachtet, ist nicht klar, ob der obere Teil erst kürzlich abgebrochen wurde oder bereits im Spätmittelalter, wie es angesichts der neuen Kriegsnotwendigkeiten angemessen war (insbesondere aufgrund der neu aufgekommenen Artillerie, die höhere Türme gefährlich machte). Der Zustand der anderen drei Türme ist prekär: Einer der normannischen Türme ist nicht mehr zu sehen, und zwar der, der über dem Gario langobardo, dem Zugangstor zur Siedlung (heute noch zu sehen und in Gebrauch) stand. Von einem der unter der Herrschaft des Hauses Anjou aufgebauten Türme ist nur noch ein winziger, kaum sichtbarer Teil an der Piazza di San Nicola erhalten. Und vom letzten Turm aus der Zeit des Hauses Anjou ist jede Spur verloren und es ist heute nichts mehr davon erhalten.

Tore Das Gafio langobardo, das alte Zugangstor zur Siedlung, ist sicherlich der besterhaltene Teil der Burg (zusammen mit den Türmen aus der Zeit der Herrschaft des Hauses Anjou). Es gibt weitere „Tore“, die früher als Zugang zu den Räumlichkeiten der Burg dienten, die für Wohnzwecken der jeweiligen Besitzerfamilien genutzt wurden, und andere, die den Zugang zu den Türmen und den Schießständen der Soldaten gewährten. Heute dienen viele dieser Eingänge als Zugänge zu Privathäusern oder werden als Lagerraum genutzt; ein besonderer führt in einen Privatgarten, der ebenfalls einer Adelsfamilie gehört.

Einzelnachweise Giuseppe Antonini: La Lucania, Discorsi. 1745. Antonio Troisi: Magliano nel Cilento. Storia di una Terra, di uno Stato, di un Comune. 2013. Pietro Ebner: Economia e Società nel Cilento Medioevale.

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