Schockwerbung ist eine Form der Werbung, die das Publikum absichtlich schockiert oder verstört. Sie verletzt dabei gesellschaftliche Normen oder persönliche Wertvorstellungen und setzt drastische Bilder sowie provokative Slogans ein, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Schockwerbung soll das Interesse der Zielgruppen wecken, die Aufmerksamkeit für Marken steigern oder auf soziale bzw. gesundheitliche Themen hinweisen (z. B. Gurtpflicht, HIV-Prävention, Rassismus, Umweltprobleme, Tabakkonsum).

Da diese Form der Werbung oft Tabubrüche enthält, gilt sie als provokativ, umstritten und teilweise anstößig. Als Vorreiter gilt die italienische Benetton Group, die seit den 1980er-Jahren mit drastischen Kampagnen (United Colors of Benetton) weltweite Aufmerksamkeit erregte.

Typen Schockwerbung kann auf verschiedene Weise Normen verletzen:

Missachtung gesellschaftlicher, religiöser oder politischer Werte (z. B. Obszönität, sexuelle Anspielungen, Gewaltbilder) Tabubrüche wie Nacktheit, Fäkalien oder Profanität Inszenierung von Schreckensszenarien wie Krankheiten, Unfällen oder Tod

Auch die Bewerbung von Produkten wie Zigaretten, Hygieneartikeln oder Verhütungsmitteln wird häufig als schockierend wahrgenommen. Beispiele sind Anti-Raucher-Kampagnen mit Bildern von geschädigten Organen, blutigen Lungen oder drastischen medizinischen Darstellungen.

Wirksamkeit Die Wirksamkeit von Schockwerbung wird in der Werbewissenschaft kontrovers diskutiert. Studien zeigen, dass schockierende Inhalte die Aufmerksamkeit deutlich steigern, sich stärker ins Gedächtnis einprägen und das Verhalten beeinflussen können. Gleichzeitig kann zu explizites Material die Marke langfristig schädigen. Psychologisch wird die Wirkung u. a. mit dem Konzept der selektiven Wahrnehmung erklärt: Rezipienten blenden unangenehme Inhalte (z. B. ein starker Raucher beim Anblick einer kranken Lunge) oft unbewusst aus.

Beispiele mini|Frühzeitiges Beispiel für Schockwerbung, 1919 Bekannte Beispiele für Schockwerbung sind die Kampagnen von Benetton:

Fotos eines an AIDS sterbenden Mannes ein Model mit dunkler Hautfarbe, das ein Baby mit heller Hautfarbe stillt ein Priester und eine Nonne, die sich küssen Fotos von Todeskandidaten in den USA ein Neugeborenes mit noch vorhandener Nabelschnur

Auch andere Marken haben auf Schockwerbung gesetzt:

Calvin Klein mit kontroversen Unterwäschekampagnen in den 1990er-Jahren, die sexuelle Anspielungen mit sehr jungen Models verbanden. Die britische Anti-Raucher-Kampagne „Get Unhooked“ (2007), die Raucher mit Angelhaken in den Lippen zeigte und wegen massiver Beschwerden nach kurzer Zeit zurückgezogen wurde.

Siehe auch

Schockeffekt

Einzelnachweise

Kategorie:Werbung