Das Corpus Rubenianum Ludwig Burchard oder Corpus Rubenianum, selten einfach Rubenianum und abgekürzt CRLB, ist ein Catalogue raisonné der Werke des flämischen Malers Peter Paul Rubens.

Geschichte Ziel des 1963 begonnenen Projekts ist die Erfassung, Interpretation und kunsthistorische Einordnung von Rubens’ Gesamtwerk. Berücksichtigt werden alle Arten von Arbeiten, neben den Gemälden auch Zeichnungen, Grafiken und Wandteppiche. Rubens hat mehr als 2500 Bildkompositionen geschaffen, viele von ihnen hat er mehrfach dargestellt. So umfasst das Gesamtwerk etwa 10.000 Arbeiten, die von Rubens selbst stammen oder unter seiner Aufsicht entstanden. Das Corpus Rubenianum Ludwig Burchard soll alle diese Werke vollständig erfassen.

Dem Corpus Rubenianum liegen die Aufzeichnungen und die Bibliothek des 1960 verstorbenen deutschen Kunsthistorikers und Rubens-Forschers Ludwig Burchard zugrunde. Burchard hatte 40 Jahre lang das Corpus Rubenianum vorbereitet. Das von ihm nachgelassene Material wurde wegen Burchards enger Bindung an Antwerpen der Stadt übergeben. Es wird im Forschungszentrum Rubenianum im hinteren Gartenteil des Rubenshauses aufbewahrt und der Forschung zur Verfügung gestellt. In das Werkverzeichnis fließen darüber hinaus alle seit 1960 veröffentlichten wissenschaftlichen Publikationen über Rubens ein.

Das Projekt wurde 1963 mit finanzieller Unterstützung der Stiftung des US-amerikanisch Kunstsammlers und Philanthropen Samuel H. Kress begonnen. Heute wird es von der Stiftung Corpus Rubenianum und der König-Baudouin-Stiftung mit staatlicher und kommunaler Kulturförderung getragen.

Das Corpus Rubenianum ist heute nach den Sujets in 29 Gruppen (einschließlich Addenda) gegliedert, von denen jede in einem bis sechs Bänden oder Teilbänden behandelt wird. Die ursprüngliche Planung sah nur 26 Themengruppen vor. Jeder Band wird von einem oder mehreren Kunsthistorikern verfasst.

Der erste Band, der die 39 von Rubens mit der Unterstützung von Anthonis van Dyck gefertigten und 1718 bei einem Brand zerstörten Deckenmalereien in der Antwerpener Jesuitenkirche behandelte, erschien 1968 im Brüsseler Verlag „Arcade Press“. Seither (Stand 2025) sind mehr als 60 Bände erschienen, das Projekt soll 2027 abgeschlossen werden.

Das Corpus Rubenianum wird seit 2013 digitalisiert. Seit 2014 werden die einzelnen Bände 15 Jahre nach ihrem Erscheinen kostenfrei online im PDF-Format zur Verfügung gestellt. Die meisten Bände enthalten bei den behandelten Kunstwerken Links auf den entsprechenden Datensatz in der Bilddatenbank des RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis. Dort werden teils hochauflösende Bilder angeboten und eine Auswahl der seit Veröffentlichung des Bandes neu erschienen Literatur zum Kunstwerk genannt. Von besonderer Bedeutung ist die Veröffentlichung aktueller Informationen beim RKD, beispielsweise über neu entdeckte, verschollene und wiedergefundene Werke, oder Besitzerwechsel.

Literatur Liste der Bände

Weblinks

Belege

Kategorie:Peter Paul Rubens Kategorie:Werkverzeichnis (Bildende Kunst) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert)