Leo Goldhaber (; geboren 10. August 1902 in Danzig, Deutsches Reich; gestorben 1992 in Tel Aviv-Jaffa) war ein deutsch-israelischer Ökonom und Bankier.

Leben Leo Goldhaber war ein Sohn des Holzhändlers Simon Goldhaber (1873–1943) und der Perla Paula Rapaport (1872–1943), er hatte eine Schwester. Er besuchte in Danzig das Gymnasium und engagierte sich als Gruppenleiter in der jüdischen Jugendorganisation Blau-Weiß.

Er studierte Volkswirtschaft an der Handelshochschule Leipzig mit einem Abschluss als Diplom-Kaufmann und an der Universität Leipzig mit einem Abschluss als Diplom-Steuersachverständiger und wurde promoviert. Goldhaber wurde Leiter der „Bank für Realbesitz Leipzig“ und wirkte in der Jüdischen Gemeinde Leipzig mit. Er wurde 1935 als Danziger Jude aus dem Deutschen Reich ausgewiesen.

In Danzig wurde Goldhaber 1935 Direktor der Jewish Public Bank (Żydowskiego Banku Publicznego). Es gelang ihm, vom American Joint Distribution Committee eine langfristige Einlage von 25.000 Danziger Gulden zu erhalten, und er entwickelte die Bank zu dem Finanzinstitut des jüdischen Mittelstands in Danzig, dem seit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten im Deutschen Reich 1933 auch im Freistaat Danzig der Zugang zum Kapitalmarkt erschwert worden war. Goldhaber heiratete Sophie Barinbaum (1911–1992), sie hatten zwei Kinder. 1937 wurde er unter dem Vorwand der Veruntreuung angezeigt und geriet in Haft, es konnte ihm aber nichts nachgewiesen werden, was wiederum als Grund dafür herhalten musste, dass er keine Haftentschädigung erhielt.

Goldhaber floh 1938 nach Palästina. Seine Eltern und seine Schwester flohen nach Frankreich, sie wurden 1943 im Sammellager Drancy inhaftiert und am 7. Oktober des Jahres in das KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Goldhaber war von 1939 bis 1958 Leiter der Feuchtwanger-Bank Tel Aviv, von 1956 bis 1968 stellvertretender Direktor der Bank Leumi. Er sorgte für die Einbeziehung der den Holocaust überlebenden Danziger Juden in die Wiedergutmachungspolitik der Bundesrepublik Deutschland.

Schriften (Auswahl) Standortsprobleme der Kreditinstitute in Sachsen (unter Berücksichtigung der Frage der Kreditbeschaffung). Leipzig, Phil. Diss., 1931

Literatur Goldhaber, Leo, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band I: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, ISBN 3-598-100-87-6, S. 230. Erwin Lichtenstein: Die Juden der Freien Stadt Danzig unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. Tübingen: Mohr, 1973, ISBN 9783168340423.

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