Eva Maria Jägle (* 1990 in Überlingen) ist eine deutsche Medienkünstlerin und Philosophin. Sie ist Mitglied des performativ-philosophischen Kollektivs philomation und verbindet in ihrer Arbeit künstlerische und theoretische Zugänge, insbesondere im Bereich der Videokunst, Performance und Philosophie.

mini|Eva Maria Jägle (2022)

Leben und Ausbildung Jägle studierte Philosophie an der Universität Wien sowie Bildende Kunst mit Schwerpunkt auf Videokunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 2019 promoviert sie am Institut für Philosophie der Universität Wien bei Arno Böhler. Ihre Dissertation mit dem Titel Die Kinematographie der Philosophie durch Deleuze widmet sich dem Zusammenhang von Film und Denken. Seit 2024 ist sie zudem Dissertantin im FWF-Projekt Philosophy in the Arts – Arts in Philosophy (PEEK AR-822) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Im Rahmen dieser künstlerischen Forschung wurden Performances unter anderem im Volkstheater Wien und im brut Wien realisiert.

Philosophisches Arbeiten Jägles künstlerische und wissenschaftliche Arbeit ist stark interdisziplinär ausgerichtet. Sie ist zudem Mitglied im Verein Expedition Philosophie e. V., einem Zusammenschluss für performative Philosophie mit Sitz in Deutschland. Gemeinsam mit anderen Künstlern und Philosophen arbeitet sie kontinuierlich im Rahmen des von ihr mitgegründeten Kollektivs philomation, das sich der performativen Philosophie widmet. In diesem Kontext entstehen Lecture-Performances, Theaterstücke und experimentelle Filmformate, die an verschiedenen Orten zur Aufführung gelangen, etwa im Rahmen des Festivals Leipzig denkt (Lofft Theater), in den Cammerspielen Leipzig, an der Humboldt-Universität zu Berlin oder bei der Conference of the Royal Holloway’s Centre for Continental Philosophy in London.

Ihre philosophische Arbeit reflektiert das Verhältnis von Film und Denken ausgehend von Gilles Deleuze. In ihrer Dissertation untersucht sie, wie Philosophiegeschichte als Montage dargestellt werden kann – mit filmischen Mitteln wie Dramaturgie, Schnitt und Bildlichkeit. Dabei bezieht sie sich auf eine Vielzahl von Philosophen, darunter Immanuel Kant, Friedrich Nietzsche, G.W.F. Hegel, Hannah Arendt, Luce Irigaray, Silvia Federici, Jacques Derrida, Michel Foucault, G.W. Leibniz sowie Miriam Schaub. Im Zentrum steht Deleuze’ Konzept der Immanenzebene sowie seine Lektürepraxis als Regisseur-Philosoph, die philosophische Begriffe in bewegte Bilder überführt.

Künstlerische Praxis Parallel dazu ist Jägle als Videokünstlerin in der freien Theaterszene aktiv. Sie gestaltete Videoarbeiten für Produktionen des Tanz- und Performancekollektivs Dans Kias am Off-Theater Wien (u. a. Crie de Signes, Fragments of Desire) sowie für Inszenierungen des Bernhard Ensembles (006 am Psychosee, Sommerhundtstraum) und der Kompanie Freispiel. Ihre Arbeiten wurden bei Festivals wie ImPulsTanz Wien oder dem Festival der Regionen präsentiert. Als Videokünstlerin realisierte sie internationale Ausstellungen, unter anderem in Berlin, Wien und Seattle, und erhielt mehrere Auszeichnungen für experimentelle Videokunst, darunter beim Best Austrian Animation Festival.

Weblinks

Website von Eva Maria Jägle Research Catalogue Research Catalogue: FWF-Projekt

Einzelnachweise

Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Videokünstler (Deutschland) Kategorie:Performancekünstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1990 Kategorie:Frau