Enriqueta Corina Duarte Ibarra García (* 26. Februar 1929 in Buenos Aires; † 3. Juli 2025 ebenda) war eine argentinische Schwimmerin. Die aus Buenos Aires stammende Athletin feierte bereits in jungen Jahren Erfolge und gewann in den 1940er Jahren zahlreiche nationale Meisterschaften. Sie nahm 1948 an den Olympischen Spielen in London in drei Disziplinen teil. Drei Jahre später, am 16. August 1951, durchschwamm sie als erste Lateinamerikanerin den Ärmelkanal. Später nahm Duarte an Masters-Schwimmwettbewerben teil und gewann viele nationale und internationale Masters-Meisterschaften.

Leben mini|Duarte nach ihrer Durchquerung des Ärmelkanals Duarte wurde am 26. Februar 1929 in Palermo (Buenos Aires), Argentinien geboren. Ihr Vater, Roque Duarte, war Sportler und Journalist. Sie erlernte im Alter von neuen Jahren ihre beiden bevorzugten Schwimmstile im Club Obras Sanitarias de la Nación, wo ihr Vater arbeitete. 1942, mit zwölf Jahren, gewann sie ihr erstes Turnier im Club Obras Sanitarias. Der Trainer des Vereins war so beeindruckt, dass er ihre Eltern bat, sie im Vereinsteam trainieren zu lassen.

Duarte trat dem Team der Obras Sanitarias bei und besuchte die Escuela Normal Superior Presidente Roque Sáenz Peña, wo sie eine Ausbildung zur Lehrerin absolvierte. Sie war Kapitänin des Schwimmteams ihrer Schule und gewann 1944, 1945 und 1946 die Hochschulmeisterschaften. Sie war nationale Meisterin im Freistilschwimmen über 100, 200, 400 und 800 Meter und gewann zudem mehrere Staffeltitel. Sie brach in diesen Disziplinen mehrere nationale Rekorde. Ihren ersten internationalen Wettkampf bestritt sie 1946 bei den Südamerikameisterschaften (Campeonato Sudamericano de Natación).

Nach ihrem Schulabschluss wurde Duarte Lehrerin und trainierte weiterhin als Schwimmerin. 1948 wurde sie für die Olympischen Sommerspiele in London in drei Disziplinen nominiert. Sie belegte den 32. Platz über 100 m Freistil, den 18. Platz über 400 m Freistil und war Teil der 4×100-m-Freistilstaffel mit Liliana Gonzalias, Adriana Camelli, Eileen Holt, die den neunten Platz erreichte. 1949 erkrankte sie an einer Ohrverletzung und dachte, ihre Schwimmkarriere sei beendet. Daraufhin begann sie mit dem Fechten. Später kehrte sie zum Schwimmen zurück und nahm an den Südamerikanischen Meisterschaften 1950 teil. 1951 begann sie ein Jurastudium an der Universität Buenos Aires.

In jenem Jahr erfuhr Duarte von Antonio Abertondos Durchquerung des Ärmelkanals und beschloss, es selbst zu versuchen, obwohl sie noch nie zuvor an einem Freiwasserschwimmwettkampf teilgenommen hatte. Sie wurde von Ernesto Caraciolo trainiert und nahm am 16. August 1951 an einer vom Daily Mail organisierten Ärmelkanaldurchquerung teil. Sie durchquerte den Kanal erfolgreich in 13 Stunden und 26 Minuten, belegte den dritten Platz und war damit die erste Lateinamerikanerin, der dies gelang. Sie stellte einen südamerikanischen Rekord auf und übertraf damit Abertondos Leistung.

Während der Revolución Libertadora Mitte der 1950er Jahre engagierte sich Duarte für Juan Perón und wurde selbst verfolgt, weshalb sie mehrere Jahre im Exil in London leben musste. Sie beendete ihre Schwimmkarriere, um sich um ihre drei Kinder zu kümmern, bevor sie 1963 zurückkehrte, um den Nahuel-Huapi-See zu durchschwimmen. Obwohl ihr die Organisatoren aufgrund ungünstiger Bedingungen rieten, den Schwimmversuch auf einen anderen Tag zu verschieben, ignorierte sie dies und sprang trotzdem ins Wasser („ignored them and jumped into the water anyway“), bevor sie bemerkte, dass sie an der falschen Stelle in den See gesprungen war. Sie schwamm 8 km bis zum vorgesehenen Startpunkt und dann weitere 10 km, um die Durchquerung abzuschließen. Duarte durchquerte den Nahuel-Huapi-See später noch vier weitere Male und durchschwamm 1965 auch den Lago Lácar.

Duarte nahm auch an Masters-Schwimmwettkämpfen teil und gewann zwischen 1985 und 2006 nationale, südamerikanische, panamerikanische und Weltmeisterschaften. Aufgrund der schwierigen Beziehung zu ihrem Ehemann zog sie 1975 nach Venezuela. Gegenüber der Zeitung La Nación erklärte sie, er habe sie „angelogen und versucht, sie durch ein Gasleck im Haus zu töten“ („lied to me [and] tried to kill me by causing a gas leak in the house“). In Venezuela durchquerte sie 1998 im Rahmen eines Wettkampfs den Orinoco und den Río Caroní und belegte in ihrer Kategorie unter 600 Teilnehmern den ersten Platz. 2005 kehrte sie nach Argentinien zurück. Ab 2006 organisierte sie einen jährlichen Schwimmwettbewerb im Nahuel Huapi.

Duarte wurde vom argentinischen Senat mit einer Auszeichnung geehrt und erhielt 2007 den Sportpreis der Abgeordnetenkammer. 2011 wurde sie in der Stadt Buenos Aires und der Gemeinde Tigre zur „Herausragenden Sportpersönlichkeit“ ernannt. Sie starb am 3. Juli 2025 im Alter von 96 Jahren.

Einzelnachweise

Weblinks

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