Gras ist ein Lied des deutschen Liedermachers Gerhard Gundermann aus dem Jahr 1992.

Inhalt Der Text besteht aus zwei Strophen und einem Refrain. Die erste Strophe beschreibt die frühen, die zweite die späten Lebensjahre. Der Refrain „Immer wieder wächst das Gras …“ setzt das Wachsen und Sensen von Gras dem menschlichen Leben gleich.

Entstehung Gundermann schrieb die Texte der Strophen in den frühen 1980er-Jahren, als er noch bei der Brigade Feuerstein aktiv war. Die Strophen wurden zunächst zu einer anderen Musik gesungen. 1988 entstanden der Text des Refrains und die heute bekannte Melodie. Zu der Zeit musizierte Gundermann mit Jens Quandt. Mit einem Yamaha DX7 erzeugten sie Pizzicati in den Strophen und eine Blaskapellen-Tuba im Refrain.

Bei der Studioarbeit für das Album Einsame Spitze 1991/1992 schufen Uwe Hassbecker und Rüdiger Barton von Silly als Produzenten und Musiker die charakteristische wiederkehrende Violinenmelodie. Die von Barton mitkomponierte Instrumentalversion „Gras II“ mit Andreas Bicking am Sopransaxophon steht am Ende der A-Seite, „Gras“ mit Gesang an vorletzter Stelle der B-Seite. Danach folgt nur noch „Komm nicht zu spät“. Weiter einspielende Musiker waren Hans-Jürgen Reznicek am Bass und Herbert Junck am Schlagzeug, beide ebenfalls von Silly. Recording und Mastering übernahm Lothar Kramer.

Wirkung Für Jürgen Balitzki gehört das Lied „zu den Top 5“ der „Gundermann-Hits.“ Diese These wird durch folgende Indizien gestützt:

Zu Gundermanns Beerdigung leitete Heinrich Fink die Grabrede mit dem Zitieren des Refrains ein. Es wurde auch in der Friedhofskapelle instrumental gespielt.

„Immer wieder wächst das Gras“ ist der Name des ersten Albums der Randgruppencombo, eine Gundermann-Coverband. Auf diesem Live-Album gibt es drei Gras-Titel: „Gras (Intro)“, „Gras I“ und „Gras II“. Auch ein musikalischer Abend zu Gundermann am Staatstheater Cottbus unter der Regie von Christiane Pohle trägt den Namen der Liedzeile.

Zu dem Lied gibt es eine weitere Strophe vom WenzelBooklet von Leinen los. und Übersetzungen in niederländische, tschechische und englische Sprache.

Eine „Bild- und Fotomontage zu Orgel und Saxophon“ befindet sich auf der 2009 veröffentlichten Gundermann-Tribut-DVD. Ein anderes Arrangement befindet sich am Ende der Dokumentation Gundermann Revier: Hier singt der Bürgerchor Hoyerswerda. Anschließend wird zur instrumentalen Studioversion übergeleitet, über die ein poetischer Text mit vielen Anspielungen auf Gundermannlieder gesprochen wird. Auch Daniela Kriens Roman Der Brand (2021) endet mit Gras, wenngleich schon durch die Form bedingt als wörtliches Zitat. Es wird als Lieblingslied der Protagonistin Rahel Wunderlich bezeichnet.Daniela Krien: Der Brand. Zürich 2021. S. 270.

Offizielle Aufnahmen (Auswahl) Interpret(en)TitelAlbumJahrSpracheGerhard GundermannGras IIEinsame Spitze1992instrumentalGrasdeutschGerhard Gundermann (solo)GrasKrams – Das letzte Konzert1998deutschSilly + Gundermann & SeilschaftGrasUnplugged1999deutschBUNTGrasMan gehört einfach dazu2004deutschGerhard Gundermann (solo)GrasTorero – Das zweite Soloalbum2005deutschGerhard Gundermann (solo) & Petra Kelling (darüber sprechend)[ohne Titel]Oma Else – Eine Hör-Geschichte in Liedern2006deutschJohan MeijerGrasHondsdraf2008niederländischJens Goldhardt (Orgel) und Ralf Benschu (Saxophon)Immer wieder wächst das GrasAlle oder Keiner – Tribut an Gerhard Gundermann (DVD)2009instrumentalKonstantin WeckerGrasGundis Lieder – Gundis Themen2015deutschDresen, Prahl und Band (Gesang: Wenzel)GrasLeinen los – Sonderkonzert zum 60. Geburtstag …2015deutschJan ŘepkaTrávaGundermanns Lieder in Europa2019tschechischDave RobbGrassFilling Station for Losers – Songs of Gundermann2024englisch

Ausgewählt sind ausschließlich offizielle Erstveröffentlichungen von Aufnahmen, die eine der folgenden besonderen Bedingungen erfüllen: Gerhard Gundermann ist beteiligt oder erste Veröffentlichung einer spezifischen Textbearbeitung (Übersetzung oder zusätzliche Strophe) oder Interpret covert sonst kaum Gundermann und hat einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag. Darüber hinaus gehört das Lied zum Standardrepertoire von Gundermanncoverinterpreten.

Liederbücher Gundermann. Das Liederbuch. Herausgegeben von Mario Ferraro. Buschfunk, Berlin 1996, ISBN 3-931925-34-X, Nr. 25. 33 Lieder für Schauspieler. zum Vorsprechen, Studieren und Kennenlernen. Herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Frank Raschke. Henschel, Leipzig 2013, ISBN 978-3-89487-728-6, S. 121–122. Gundermanns Lieder in Europa. „Mit ’nem Lied fang ich erst mal an.“ Internationales Liedprojekt. Symposium, Workshop & Audio-CD, Großräschen / Hoyerswerda, 17.–22.6.2018. Herausgegeben von Gundermanns Seilschaft e. V., Stichting Holländerei und Stowarzyszenie Literacko Muzyczne „Ballada“. Buschfunk, Berlin 2019, ISBN 978-3-931925-41-3, S. 56–57.

Einzelnachweise

Kategorie:Gerhard Gundermann Kategorie:Lied 1992 Kategorie:Rocksong