Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im November 2003.
Tagesgeschehen
Samstag, 1. November 2003 Berlin/Deutschland: In Berlin demonstrieren circa Menschen gegen die „Agenda 2010“ genannten Sozialreformen der rot-grünen Regierung und bezeichnen deren Vorhaben als „sozialen Kahlschlag“. Berlin/Deutschland: Der Ministerpräsident von Thüringen Dieter Althaus (CDU) tritt sein Amt als Präsident des Bundesrates an. Althaus ist der erste Bundesratspräsident, den das Land Thüringen stellt. Frankfurt am Main/Deutschland: Jean-Claude Trichet wird neuer Präsident der Europäischen Zentralbank. Er will die Linie seines Vorgängers Wim Duisenberg fortsetzen.
Sonntag, 2. November 2003 Bagdad/Irak: Nahe der irakischen Hauptstadt wird ein Hubschrauber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten abgeschossen. 15 Soldaten verlieren sofort ihr Leben und mindestens 20 weitere werden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Durham/Vereinigte Staaten: In New Hampshire wird mit Gene Robinson zum ersten Mal in der Geschichte der anglikanischen Kirche ein bekennender Homosexueller zum Bischof geweiht. Konservative Teile der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika kritisieren den Aufstieg Robinsons. Sumatra/Indonesien: Auf der indonesischen Insel Sumatra wurden durch eine Springflut mindestens 101 Menschen getötet. Über 100 weitere Personen werden vermisst, sie sind wahrscheinlich ebenfalls tot. Tiflis/Georgien: In Georgien fanden Parlamentswahlen statt, deren ordentliche Durchführung u. a. wegen langer Wartezeiten vor den Wahllokalen und dem Fehlen von Wahlberechtigten auf den Wählerlisten bezweifelt wurde.
Montag, 3. November 2003 Israel: Das öffentliche Leben in Israel wurde durch einen Generalstreik stark beeinträchtigt. Die Gewerkschaften hatten dazu aufgerufen, um gegen Sparmaßnahmen der Regierung Ariel Scharon zu protestieren. Ein Arbeitsgericht hat jedoch nur einen Streik von 4 Stunden erlaubt. Kabul/Afghanistan: Die afghanische Regierung hat den Entwurf für eine neue Verfassung vorgelegt. Der Entwurf sieht den Namen 'Islamische Republik Afghanistan' vor. Der Entwurf muss nun von der Loja Dschirga ratifiziert werden. Mekka/Saudi-Arabien: In einer Polizeiaktion, bei der 2 Menschen ums Leben kommen, gehen saudische Einheiten gegen Terrorverdächtige vor, die vermutlich während des Ramadan einen Anschlag auf die heiligen Stätten geplant haben. Palästinensische Autonomiegebiete: Die Terrororganisation Hamas hat gegenüber dem palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmad Qurai das Zugeständnis gemacht, in Zukunft möglicherweise die Zivilbevölkerung zu verschonen. Frühere Waffenstillstandsvereinbarungen scheiterten an den gezielten Tötungen der israelischen Armee.
Dienstag, 4. November 2003 Hessen/Deutschland: Gegen den Sparkurs des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch gehen mehr als 10.000 Menschen auf die Straße. Österreich: Die Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen demonstrieren mit einem Warnstreik von 0 Uhr bis 12 Uhr gegen die Privatisierung der ÖBB und gegen gesetzliche Änderungen der Dienstverträge. Tiflis/Georgien: Rund Menschen demonstrieren gegen den schleppenden Verlauf der Stimmenauszählung der Wahl am Wochenende. Es wird Manipulation befürchtet, zumal das in Umfragen abgeschlagene Regierungsbündnis Für ein neues Georgien bei den vorläufigen Auszählungen vorne liegt. Vereinigte Staaten: Der Netzwerkspezialist Novell gibt die Übernahme der SuSE Linux AG zum Preis von 210 Millionen US-Dollar bekannt. Die Transaktion soll bis Februar 2004 abgeschlossen sein. Damit wird Novell einer der größten Anbieter für Lösungen um das freie Betriebssystem Linux.
Mittwoch, 5. November 2003 Ankara/Türkei: Die Türkei erklärt, sie werde keine Truppen in den Irak schicken, solange die Sicherheitslage sich dort nicht verbessere. Sonne: Astronomen verzeichnen seit Tagen eine extreme Sonnenaktivität mit den heftigsten Flares, die je beobachtet wurden. Mehrere Satelliten fallen daraufhin aus, in Skandinavien kommt es zu Stromausfällen, die Besatzung der Internationalen Raumstation im erdnahen Orbit wird in den am besten abgeschirmten Teil der Station verlegt.
Donnerstag, 6. November 2003 Berlin/Deutschland: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche stellt in einem Interview mit der Zeitung „Der Selbständige“ des Bunds der Selbständigen die Behauptung auf, dass einem „Moslem eher der Arm abfaule“, als dass er „bei der Christlich-Demokratischen Union ein Kreuz macht“. London/Vereinigtes Königreich: Michael Howard wird Chef der britischen Konservativen. New York/Vereinigte Staaten: Bei der UNO entscheidet sich der Rechtsausschuss gegen eine Entscheidung zum Thema Klonverbot. Möglich macht dies die Stimme der Bundesregierung, die sich damit nach Kommentatorenansicht gegen eine ausdrückliche Entscheidung des Bundestages stellt. New York/Vereinigte Staaten: Associated Press gibt die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten mit 2.664 an, daneben starben 117 britische, 32 italienische, 18 ukrainische, 17 polnische, 13 bulgarische und 11 spanische Soldaten.
Freitag, 7. November 2003 Manila/Philippinen: Unbekannte haben den Tower des Flughafens unter ihre Kontrolle gebracht.
Samstag, 8. November 2003 Irak: Im Irak wurden bislang 260 Massengräber entdeckt, die die Überreste von mindestens 300.000 Opfern des Saddam-Regimes enthalten. Irak: Auf Grund der Sicherheitslage schließt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seine irakischen Büros in Basra und Bagdad. Riad/Saudi-Arabien: In der saudi-arabischen Hauptstadt Riad wurde in der Nacht zum Sonntag ein schwerer Sprengstoffanschlag in einem Wohngebiet verübt. 122 Menschen wurden verletzt 11 getötet. Der Anschlag wurde von einem Selbstmordattentäter in einem Auto ausgeführt. Die Regierungen in Saudi-Arabien und den USA vermuten die Terrororganisation Al-Qaida hinter den Anschlägen.
Sonntag, 9. November 2003 Gorleben/Deutschland: Rund ein Dutzend Atomkraftgegner der Umweltschutzorganisation Robin Wood haben um 6 Uhr 30 den Turm des Erkundungslagers in Gorleben besetzt. Sie fordern den Stopp der Castor-Transporte, die endgültige Absage an ein atomares Endlager Gorleben und den sofortigen Atomausstieg. Die Polizei, die zu diesem Zeitpunkt bereits in großer Zahl wegen des bevorstehenden Castor-Transports auf dem Gelände des Bergwerks einquartiert war, konnte die Aktion nicht verhindern. Die Aktivisten beendeten ihre Aktion nach ca. 12 Stunden. Tokio/Japan: Bei den Unterhauswahlen in Japan hat die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) Verluste hinnehmen müssen und besitzt nicht mehr die absolute Mehrheit der Sitze im Unterhaus. Sie kann jedoch die Regierungskoalition mit zwei kleineren Parteien fortsetzen. Die oppositionelle Demokratische Partei konnte hingegen große Stimmgewinne verbuchen. totale Mondfinsternis in Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und Zentralasien
Montag, 10. November 2003 Genf/Schweiz: Die Welthandelsorganisation erklärt die von den Vereinigten Staaten erhobenen Stahlzölle für unrechtmäßig. Gegen die Zölle hatte insbesondere die Europäische Union protestiert.
Dienstag, 11. November 2003 Berlin/Deutschland: Die Führung der Bundestagsfraktion der Unionsparteien erwägt den Ausschluss des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann. Gleichzeitig kündigt Roland Koch den Parteiausschluss an. Daraufhin kommt es im Internetforum der CDU zu heftigen Protesten. Birresborn/Deutschland: Der Birresborner Phönix Sprudel muss wegen verunreinigter Quellen schließen. Alle Angestellten verlieren den Arbeitsplatz.
Mittwoch, 12. November 2003 Karlsruhe/Deutschland: Das Bundesverfassungsgericht erklärt das Briefmonopol der deutschen Post für nicht-verfassungswidrig. Damit bleibt dieses gemäß Frist bis 2007 bestehen. Nasiriyya/Irak: Bei einem Anschlag auf das italienische Hauptquartier im Irak in Nassirijah starben mindestens 25 Menschen, 17 Italiener und 8 irakische Zivilisten. Weiterhin gab es weit über 70 Verletzte. Dies war der größte Anschlag gegen Verbündete der Vereinigten Staaten im Irak seit Ende des Irakkriegs. Straßburg/Frankreich: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet, dass die im November 1993 von der Republik Türkei veranlasste Auflösung der Sozialistischen Türkischen Partei das Recht auf Meinungsfreiheit verletzte.doctrine.fr, Material von Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: (französisch)
Donnerstag, 13. November 2003 Berlin/Deutschland: Die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus sollen in Berlin ein nationales Denkmal bekommen, so wie andere Opfergruppen zuvor. Der entsprechende Beschluss des Kulturausschusses des Bundestags kommt ohne Unterstützung der Unionsparteien zustande. Die Gestaltung des Denkmals soll ein künstlerischer Wettbewerb klären.ikvu.de: Irak: Anders als geplant wird Japan nun doch keine Truppen zum Wiederaufbau des Iraks senden. Portugal hingegen hält am Plan, 128 Polizisten als Ausbilder zu schicken, fest. Vereinigte Staaten: Die Vereinigten Staaten wollen die Hoheitsgewalt über den Irak schneller als geplant in die Hände demokratisch legitimierter Volksvertreter überführen. Innerhalb der nächsten 6 Monate sollen Wahlen stattfinden. Diese Planänderung wird als Antwort der USA auf zahlreiche Anschläge in den letzten Monaten gesehen.
Freitag, 14. November 2003 Berlin/Deutschland: Die Bundestagsfraktion der Unionsparteien vollzieht den Ausschluss des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann aufgrund seiner als antisemitisch eingestuften Äußerungen am 3. Oktober. Frankfurt am Main/Deutschland: Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen stellt Strafanzeige gegen Martin Hohmann und 17 weitere Mitglieder der CDU-Ortsgruppe Neuhof bei Fulda wegen Volksverhetzung und anderer Delikte. Österreich: Nach dem am Mittwoch begonnenen Streik der Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen gegen die geplanten Änderungen der Dienstverträge nimmt die Bahn den Betrieb wieder auf. Paris/Frankreich: Am zweiten Europäischen Sozialforum nehmen rund 40.000 Globalisierungskritiker teil. Stade/Deutschland: Mit der Stilllegung des Atomkraftwerk Stade beginnt der vereinbarte Atomausstieg früher als erwartet. Da das kleine Kraftwerk nicht mehr rentabel ist, schlägt e.on die Reststrommenge auf andere Atomkraftwerke um.
Samstag, 15. November 2003 Istanbul/Türkei: Bei zwei Anschlägen mit Autobomben auf Synagogen im Zentrum der Stadt sind 22 Menschen getötet worden. Über 300 Menschen wurden verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich die Front der Kämpfer für den Islamischen Großen Osten. Behörden vermuten allerdings Al-Qaida hinter den Anschlägen. Mossul/Irak: Bei einem Gefecht mit irakischen Widerstandskämpfern stießen zwei Hubschrauber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten zusammen, nachdem auf sie gefeuert wurde. 17 Soldaten starben. St-Nazaire/Frankreich: Bei einem Zusammenbruch der Landungsbrücke zum Luxusschiff Queen Mary II starben 16 Personen, 32 weitere wurden verletzt. Die Opfer des Unglücks waren Angehörige der Arbeiter, die das unfertige Schiff besichtigen wollten. Unter ihnen befanden sich auch viele Kinder. Wien/Österreich: Bei der 4. Verleihung des Nestroy-Theaterpreises werden Maria Happel als beste Schauspielerin und Markus Hering als bester Schauspieler ausgezeichnet.
Sonntag, 16. November 2003 Belgrad/Serbien und Montenegro: Die Präsidentschaftswahl in der Republik Serbien scheitert auch im dritten Anlauf, da bei einer Wahlbeteiligung von 38 % die erforderlichen 50 % klar verfehlt werden. Nach Stimmen liegt der rechtsgerichtete Tomislav Nikolić vor Dragoljub Micunović, aber die Wahl muss zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden.
Montag, 17. November 2003 mini|150px|Arnold Schwarzenegger mit George W. Bush Sacramento/Vereinigte Staaten: Der in der Steiermark geborene Filmschauspieler Arnold Schwarzenegger (Republikanische Partei) wird in sein Amt als 38. Gouverneur von Kalifornien eingeführt.
Dienstag, 18. November 2003