Der 12-cm-Luftminenwerfer M.16, oder 12-cm-Luftminenwerfer M.16 System Bartelmus, ist ein pneumatischer Minenwerfer der ehemaligen Streitkräfte Österreich-Ungarns, welcher im Ersten Weltkrieg an allen Fronten zum Einsatz kam.
Entwicklung Im September 1915 präsentierte die Metallwarenfabrik Austria in Brünn den 8-cm-Pressluftminenwerfer System Gustav Spitz. Dieser wurde aber vom Technischen Militär Komitee (kurz TMK) der K.u.K.-Streitkräfte abgelehnt, weil die Leistungsparameter weniger gut waren als beim 15-cm-Pressluftminenwerfer der deutschen Maschinenfabrik Esslingen. Die technische Grundkonzeption wurde jedoch als ein Entwurf mit Potential eingestuft.
Das Entwicklungsbüro der Metallwarenfabrik Austria führte deshalb das Projekt sofort nach der ersten Ablehnung durch die Prüfkommission weiter und verbesserte Details und erhöhte das Kaliber auf 12-cm. Schon im Oktober 1915 war der Neuentwurf eines 12-cm-Luftminenwerfer fertig und konnte im November 1915 erneut präsentiert werden.
Nunmehr war der Entwurf im Kaliber dem eingeführten 10,5-cm-Luftminenwerfer M.15 und in den Leistungsparametern dem 15-cm-Pressluftminenwerfer M.E. überlegen. Das Modell überzeugte bei Reichweite und Präzision.
Das TMK führte diesen Minenwerfer als 12-cm-Luftminenwerfer M.16 System Bartelmus ein, welcher sich als erfolgreichster Entwurf eines österreich-ungarischen Pressluftwerfer im Fronteinsatz bewährte.
Produktion Die Fertigung des Luftminenwerfer begann Anfang 1916 bei der Metallwagenfabrik Austria. Ein erster Auftrag der Streitkräfte umfasste 100 Werfer und 50.000 Geschosse. Bis Ende 1916 waren bereits 280 Werfer produziert worden.
Im weiteren Kriegsverlauf wurde die ebenfalls in Brünn ansässige Firma Brand&Hullier mit in die Fertigung eingebunden. Bis zum Jahresende 1917 fertigten beide Unternehmen insgesamt ca. 930 12-cm-Luftminenwerfer für den Fronteinsatz.
Technische Beschreibung mini|12-cm-Luftminenwerfer M.16 beim Laden mini|12-cm-Luftminenwerfer M.16nach dem Feuern mini|Modifizierte Abschussvorrichtung "System Dreyschock" ca. August 1918 Der Luftminenwerfer bestand aus einer Grundplatte, einem Druckluftbehälter, dem Werferrohr und Armaturen. Das Projektil besaß am Ende einen Haken, welcher an einer gelochten Ladeplatte verschraubt war. Beim Abschuss wurde Druckluft hinter das Projektil geleitet. Durch den luftdichten Abschluss im Rohr stieg der Druck immer weiter an, bis der Haken manuell geöffnet wurde und das Projektil fortgeschleudert wurde. Die Reichweite konnte durch Anschrauben einer Rohrverlängerung angepasst werden. Die maximale Reichweite betrug dabei 800 m.
Beim Abfeuern entstanden weder Rauch noch Mündungsfeuer. Der Druckluftbehälter verfügte über einen Inhalt um bis zu elf Granaten abfeuern zu können. Diese hatten ein Gewicht von 5 kg. Der Minenwerfer wog insgesamt 240 kg. Um den Luftminenwerfer schwenken zu können, musste das ganze Geschütz gedreht und erneut anvisiert werden.
Museale Rezeption Vom 12-cm-Luftminenwerfer sind einige wenige Exemplare erhalten geblieben.
Militärgeschichtliches Museum - Kecel / Ungarn Musée Royal de l’Armée - Brüssel / Belgien Museo Storico Italiano de Grande Guerra (MITAG) - Rovereto / Italien
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Geschütz Kaliber 100 mm bis 200 mm Kategorie:Militärtechnik (Erster Weltkrieg) Kategorie:Mörser (Österreich-Ungarn) Kategorie:Druckluftwaffe