Der Langflügel-Sturmvogel (Pterodroma macroptera) ist ein Sturmvogel, der im Südlichen Ozean lebt und brütet.
Beschreibung Der Langflügel-Sturmvogel ist ein langflügeliger Hakensturmtaucher. Ober- und Unterseite sind schwärzlich braun gefärbt, bei einigen Individuen ist die Kehle von heller brauner Farbe. Der kurze, kräftige Schnabel ist wie die Beine und Füße schwarz. Die Augen sind braun. Die Gesamtlänge kann 38 bis 43 cm erreichen, die Flügelspannweite bis 102 cm. Der schnelle Flug mit angewinkelten Handschwingen und der massige, nach unten geneigte Kopf geben dem Vogel ein charakteristisches Erscheinungsbild.
Die Geschlechter sind gleich gefärbt, die Männchen sind etwas größer. Juvenile Tiere sind von adulten Tieren nicht zu unterscheiden.
Die Art ist dem Gould-Sturmvogel ähnlich. Beide Arten sind dunkle, mittelgroße Sturmvögel mit langen Flügeln und vollständig dunklen Flügelunterseiten. Der Gould-Sturmvogel hat mit durchschnittlich 320 mm längere Flügel (Langflügel-Sturmvogel im Durchschnitt 304 mm), einen insbesondere an der Spitze kräftigeren Schnabel und ein mehr weißes Gesicht. Die Bestimmung auf See, oft nur durch Gefiedermerkmale ist schwierig, das Fehlen von Weiß im Gesicht junger Gould-Sturmvogel erschwert die Unterscheidung erheblich.
Verbreitung und Lebensraum Der Langflügel-Sturmvogel brütet auf der Südhalbkugel – zwischen 30 und 50 Grad Süd – mit einzelnen Kolonien auf den Inseln Tristan da Cunha, Gough Island, den Crozet Islands, den Prince Edward Islands, den Kerguelen und an den Küsten Südaustraliens. Er ist ein seltener Irrgast in der Antarktis.
Der Lebensraum des Langflügel-Sturmvogels erstreckt sich über die offenen Gewässer des Indopazifiks. Er bevorzugt küstennahe Gebiete sowie tiefe Ozeane, in welchen reichlich Nahrung vorhanden ist. Besonders in der Nähe von abgelegenen Inseln ist die Art deshalb häufig anzutreffen, da dort der Nestbau und ungestörtes Brüten möglich ist. Ein gutes Beispiel dafür sind die Chatham-Inseln in Neuseeland.
Ernährung Die Art ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen und in geringerem Maße von Fischen und Krebstieren. Die Nahrung wird von der Wasseroberfläche oder durch das Eintauchen des Schnabels erbeutet. Die Nahrungssuche erfolgt vorwiegend nachts. Möglicherweise findet der Langflügel-Sturmvogel einige Kopffüßer durch ihre Biolumineszenz. Gelegentlich ist zu beobachten, dass die Vögel Walen folgen oder sich mit anderen Röhrennasen vergesellschaften.
Fortpflanzung Die Brutzeit beginnt im April, im Winter auf der Südhalbkugel. Die Vögel nisten einzeln oder in kleinen Kolonien, meist unterhalb einer Höhe von 400 m. Auf Tristan da Cunha wurden allerdings auch Tiere bis in Höhen von bis zu 1400 m beobachtet. Die Nester befinden sich in Erdhöhlen, oberirdisch in Felsspalten, zwischen Baumwurzeln oder unter Gestrüpp.
Taxonomie Der Langflügel-Sturmvogel wurde von Smith in der Gattung Procellaria erstbeschrieben.Roger Safford: Great-winged Petrel Pterodroma macroptera. In: The Birds of Africa: Volume VIII: The Malagasy Region. Helm, 2013, ISBN 978-0-7136-6532-1, S. 150–151. Die ehemalige Unterart Pterodroma macroptera gouldi, der Gould-Sturmvogel, wird inzwischen als eigene Art Pterodroma gouldi angesehen.Jamie R. Wood, Hayley A. Lawrence, R. Paul Scofield, Graeme A. Taylor, Phil O'B. Lyver, Dianne M. Gleeson (2016): Morphological, behavioural, and genetic evidence supports reinstatement of full species status for the grey-faced petrel, Pterodroma macroptera gouldi (Procellariiformes: Procellariidae). In: Zoological Journal of the Linnean Society Vol. 179, 1, S. 201–216, doi:10.1111/zoj.12432
Gefährdung Die Populationsgröße scheint zwar abzunehmen, die Vogelart hat aber ein extrem großes Verbreitungsgebiet mit sehr hohem Bestand. Die IUCN stuft die Art deshalb in der Roten Liste als nicht gefährdet (Least Concern, LC) ein.
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Kategorie:Sturmvögel