mini|Schülerzahlen im 20. Jahrhundert auf Basis der Schulchronik Das Markgraf-Albrecht-Gymnasium ist ein allgemeinbildendes Gymnasium in Osterburg in der Altmark, benannt nach Albrecht I. (Brandenburg).
Geschichte Die Wurzeln des heutigen Markgraf-Albrecht-Gymnasiums reichen zurück bis in das Jahr 1821, als das Königliche Lehrerseminar in Gardelegen gegründet wurde. In den folgenden Jahrzehnten wuchs der Bedarf an einer fundierten Lehrerausbildung stetig an. Im Jahr 1855 scheiterten geplante Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen an einem Mangel an geeigneten Räumlichkeiten.
Von Gardelegen nach Osterburg Nach dem Erwerb eines passenden Grundstücks konnte in Osterburg in den Jahren 1858 und 1859 ein erstes Gebäude im neoromanischen Baustil errichtet werden. Anfang Oktober 1859 zog das gesamte altmärkische Lehrerseminar auf Frachtwagen von Gardelegen nach Osterburg um. Am 6. Oktober desselben Jahres wurde das neue Seminargebäude in Osterburg feierlich eingeweiht.
In der Folgezeit wurde der Standort kontinuierlich ausgebaut. 1888 vollendete man den Erweiterungsbau am Großen Markt. Der ursprüngliche Ostflügel beherbergte fortan die Aula, Dienstwohnungen für den Direktor und zwei Lehrer sowie Schlafsäle für die Schüler. Zur Verbesserung der praktischen Ausbildung entstand 1908 ein weiteres Gebäude an der Wallpromenade, das zunächst als Übungsgebäude diente und später spezialisierte Fachkabinette für Physik, Chemie, Biologie und Geographie aufnahm.
In den 1920er-Jahren verändert sich die Ausbildungsschule grundlegend. Während die klassische Lehrerausbildung im September 1925 offiziell endete (bereits ab 1922 wurden keine neuen Anwärter mehr aufgenommen), entstand am selben Standort eine „Deutsche Aufbauschule“, die zum Abitur führte. Im Jahr 1926 erfolgte die Bestätigung als Deutsche Oberschule, die fortan den Namen Markgraf-Albrecht-Schule trug.
Kriegsfolgen und Neuanfang Das Ende des Zweiten Weltkriegs markierte eine Zäsur. Das Schulgebäude wurde von den Besatzungsmächten zeitweise als Kaserne und Lazarett zweckentfremdet. Obwohl der Schulbetrieb bereits 1945 offiziell wieder aufgenommen wurde, kehrte die Schule erst ab 1947 in das heutige Gebäude zurück.
Die FDJ beantragte am 31. August 1948 die Umbenennung der Markgraf-Albrecht-Schule. Der Antrag wurde angenommen und die Markgraf-Albrecht-Schule einstimmig in Oberschule der Kreisstadt Osterburg umbenannt.
Im Jahr 1969 wurde sie zur erweiterten Oberschule EOS Ernst Schneller umbenannt. Nach der Wiedervereinigung, im Jahr 1991, erhielt die Schule den Namen Markgraf-Albrecht-Gymnasium.
Das Gymnasium profitierte im Zuge von Sanierungen 2017–2019 vom Fördermittelprogramm STARK III.
Gebäude Das Gymnasium besteht aus vier Gebäuden: dem 1857/1859 erbauten Hauptgebäude an der Werbener Straße im Bereich des ehemaligen Werbener Stadttores. Im Jahr 1888 erfolgte eine Erweiterung mit Turm und einem Westflügel. Östlich des Hauptgebäudes schließt eine Sporthalle an.
Im Osten wird das Schulgelände von der 1908 erbauten Seminarübungsschule an der Wallpromenade begrenzt.
Die künstlerisch-musischen Fachbereiche werden im Gebäude der 1888/89 errichteten ehemaligen städtischen Mädchenschule in der Burgstraße unterrichtet.
Persönlichkeiten Gottfried Kiesow (1931–2011), Kunsthistoriker. Anlässlich eines Vortrags von Victor Klemperer am 10. Januar 1950 in Osterburg ist Gottfried Kiesow von der Schule verwiesen worden. Nach einer kontroversen Diskussion weigerte er sich beim Abspielen der Nationalhymne aufzustehen. Martina Guse (* 1962), Schauspielerin Gunnar Solka (* 1970), Schauspieler Nico Schulz (* 1973), Politiker
Weblinks Webpräsenz Markgraf-Albrecht-Gymnasium
Einzelnachweise
Kategorie:Gymnasium in Sachsen-Anhalt Kategorie:Organisation (Osterburg (Altmark)) Kategorie:Bauwerk in Osterburg (Altmark) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1859 Kategorie:Schule im Landkreis Stendal