mini|Der Bikini von Prinzessin Leia.
Der Bikini von Prinzessin Leia, auch Goldener Bikini oder Sklavin-Kostüm von Prinzessin Leia, ist ein Filmkostüm aus dem 1983 erschienenen Science-Fiction-Star-Wars-Film Die Rückkehr der Jedi-Ritter und wurde dort von der Schauspielerin Carrie Fisher in ihrer Rolle der Prinzessin Leia getragen. Das Kostüm wurde in Szenen verwendet, in der die Figur der Leia in die Position einer leichtbekleideten, angeketteten Sklavin des Antagonisten Jabba the Hutt gezwungen ist. Durch die Popularität der Star-Wars-Filme gewann das Kostüm schnell ikonischen Kultstatus in der Popkultur, wobei vor allem seine Freizügigkeit und die damit verbundene erotische Komponente dazu führte, dass es mitsamt seiner Trägerin Carrie Fisher ab 1983 zu einem Sexsymbol wurde.
Ab den 1990er-Jahren gewann das Kostüm weiter an Popularität durch zunehmende Adaptionen in anderen kulturellen Werken. Gleichzeitig gilt es aufgrund der Darstellungen in den Filmszenen, der Drängung der Figur der Leia in die Rolle einer Sklavin und damit einhergehenden Debatten um Sexismus, Unterdrückung von Frauen sowie der Kritik des Feminismus, als eines der kontroversesten Filmkostüme aller Zeiten und wird entsprechend stark in der Filmwissenschaft und Gender Studies thematisiert.
Während das Kostüm einerseits als eines der bekanntesten Beispiele für Sexualisierung und Objektivierung von Frauen in Filmen angesehen und daher von vielen Feministen abgelehnt wird, existiert innerhalb des Feminismus auch eine Gegenbewegung, die versucht das Kostüm und den Filmkontext als Symbol des Kampfes gegen die Unterdrückung der Frau und das Patriarchat zu deuten. Als solches findet es auch Einzug in den politischen Diskurs.
Geschaffen wurde das Kostüm auf Wunsch von Star-Wars-Schöpfer George Lucas von der Kostümbildnerin Aggie Guerard Rodgers, die Konstruktion übernahm der Bildhauer und Spezialeffekt-Künstler Richard Miller. Das Originalkostüm wurde 2015 für eine Summe von 96.000 US-Dollar versteigert; 2024 wurde eine frühere Original-Fassung für eine Summe von 175.000 US-Dollar versteigert, Käufer war das deutsche Bikiniartmuseum in Bad Rappenau, wo es seither ausgestellt ist.Outfit von „Prinzessin Leia“: Original Star-Wars-Bikini kommt in Bad Rappenauer Museum – Stuttgarter Zeitung, 2. August 2024, abgerufen am 6. Mai 2025. Nach dem Dr.-No-Bikini, den Ursula Andress in dem ersten James-Bond-Film James Bond – 007 jagt Dr. No trug, und der 2022 für 240.000 US-Dollar verkauft wurde, war der Bikini von Prinzessin Leia damit der zweitteuerste Bikini-Verkauf der Geschichte.
Das Kostüm mini|Logo von Die Rückkehr der Jedi-Ritter.
Verwendung im Film Rückkehr der Jedi-Ritter In Die Rückkehr der Jedi-Ritter, dem dritten Teil der Original-Star-Wars-Trilogie (Krieg der Sterne (1977), Das Imperium schlägt zurück (1980) und Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983)), versuchen zu Beginn des Films die Protagonisten Luke Skywalker (gespielt von Mark Hamil) und Leia Organa ihren Freund Han Solo (gespielt von Harrison Ford) aus den Fängen des Antagonisten Jabba the Hutt zu befreien. Leias nächtlicher Rettungsversuch misslingt jedoch und sie gerät selbst in Gefangenschaft von Jabba, der offenkundig Gefallen an Leia findet und ihr mit seiner Zunge über das Gesicht leckt. In der nächsten Szene am nächsten Tag liegt Leia vor dem schlafenden Jabba in seinem Thronsaal, wobei sie nur noch in das spärliche Kostüm einer Sklavin gekleidet und am Hals angekettet ist; die Kette endet in der Hand von Jabba. Leia ist nur eine mehrerer leichtbekleideter Sklavinnen in Jabbas Palast, wobei sie alle verschiedenen Spezies angehören.Valerie Estelle Frankel: Star Wars Meets the Eras of Feminism - Weighing All the Galaxy’s Women Great and Small, Rowman and Littlefield, London 2018, S. 24.Die Rückkehr der Jedi-Ritter, Spielfilm, Lucasfilm, 1983, Filmausschnitt 20:06 min bis 36:35 Während Luke Skywalker den Palast betritt, mit Jabba verhandelt und letztlich kämpfen muss, letztlich aber auch gefangen genommen wird, bleibt Leia in der gefangenen Position, passiv und nahezu wortlos. Jabba will Luke an das Sarlac-Monster verfüttern und fährt dazu mit einer schwebenden Barke in die Wüste hinaus. Als Luke schließlich einen gewaltsamen Fluchtversuch startet, nutzt Leia die Kette, an die sie gefesselt ist, um sie um Jabbas Hals zu legen und erwürgt ihn damit. Schließlich lässt sie sich von dem Droiden R2-D2 die Kette zerschneiden und flieht mit Luke und den anderen von der explodierenden Barke.
Idee, Konzeption und Aufbau mini|Das Sklavin-Kostüm von Prinzessin Leia.Die Idee zu dem Kostüm ging auf den Star-Wars-Schöpfer George Lucas zurück, der das Kostüm speziell für den letzten Film der Star-Wars-Originaltrilogie angefordert hatte.The painful, problematic history of Princess Leia’s gold ‘slave’ bikini, The Telegraph, 30. Juli 2024, abgerufen am 7. Mai 2025. Beauftragt mit der Skizzierung wurde die Kostümbildnerin Aggie Guerard Rodgers. Lucas wies sie zur Inspiration auf die Werke des Fantasy-Künstlers Frank Frazetta hin.
Dabei sollte das Kostüm die Reifung bzw. das Erwachsenwerden der Figur Prinzessin Leia im Laufe der Trilogie verdeutlichen. Ihre Darstellerin Carrie Fisher war bei der Veröffentlichung des ersten Films 21 Jahre alt gewesen, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Die Rückkehr der Jedi-Ritter 27 Jahre.
Auf Basis der Skizzen von Aggie Guerard Rodgers und Nilo Rodis-JameroIs Princess Leia's 'Star Wars' Bikini the Most Controversial Costume in Sci-Fi History?, Smithsonian Magazine, 31. Juli 2024, abgerufen am 7. Mai 2025. wurde das Kostüm schließlich von dem Chefbildhauer Richard Miller von Industrial Light & Magic hergestellt.Richard Miller Dead: ILM Sculptor Was 80, The Hollywood Reporter, 10. Dezember 2022, abgerufen am 7. Mai 2025. Den Bikini fertigte er aus steifem Harz und Urethan an. Miller formte die verschiedenen Kostümteile mit Hilfe einer Schaufensterpuppe, die von Fishers Körper abgeformt worden war. Fisher verlor später an Gewicht, und als die Szene mit Jabba the Hutt gedreht werden sollte, passte das Kostüm nicht mehr so gut, wie in einem Dokumentarfilm hinter den Kulissen zu sehen war. Die ursprüngliche Absicht des Kostüms war eindeutig. „Es war ein Sklavenkostüm und es sollte knapp (freizügig) sein.“, so Richard Miller.
Streng genommen handelt es sich um keinen Bikini, da das Kostüm weder für einen Bade-Kontext konzipiert wurde, noch in einem solchen verwendet wurde. Das Oberteil ist daher faktisch ein Büstenhalter (BH). In der 1983 zum Film erschienenen Buchadaption von James Kahn wird Leias Bekleidung als „überaus knappe(s) Kostüm eines Tanzmädchens“ beschrieben.James Kahn: Star Wars - Die Rückkehr der Jedi-Ritter, Blanvalet Verlag, München 1998, S. 36.
Das fertige Kostüm war ein siebenteiliges Set mit einem kupfernen BH mit geometrischen Mustern und einem Unterteil, das aus zwei Stoffstücken besteht, die durch einen ebenfalls kupfernen Riemen zusammengehalten werden, begleitet von verschiedenen Accessoires, darunter ein Halsband mit einer Kette.Il bikini nel cinema: empowerment o sessualizzazione?, NPC Magazine, 5. Juli 2023, abgerufen am 7. Mai 2025. Es wurden verschiedene Versionen des Kostüms erstellt, darunter eine harte Metallversion für reguläre Szenen und eine Gummiversion für Actionszenen (getragen von der Stuntfrau Tracy Eddon). Der Bikini hatte ein Lederfutter, um zu verhindern, dass er Fishers Körper scheuerte.
Bewertung durch Darstellerin Carrie Fisher mini|Prinzessin-Leia-Darstellerin Carrie Fisher, 2013. Carrie Fisher äußerte sich bis zu ihrem Tod im Jahr 2016 immer wieder kritisch und abneigend zu dem Kostüm; auch dass sie sich in ihm unwohl gefühlt habe. „Fast nackt“ zu sein, war „keine Stilentscheidung für mich“, so Fisher. Als George Lucas ihr das Kostüm bei den Dreharbeiten präsentierte, hatte sie es anfangs für einen Scherz gehalten.Carrie Fisher Opens Up About 'Star Wars,' The Gold Bikini And Her On-Set Affair, NPR, 28. November 2016, abgerufen am 7. Mai 2025.The painful, problematic history of Princess Leia’s gold ‘slave’ bikini, The Telegraph, 30. Juli 2024, abgerufen am 7. Mai 2025. Es sei nicht „ihre Wahl“ gewesen, doch habe sie sich – auch aufgrund von Druck von George Lucas – schließlich fügen müssen. Das Kostüm selbst beschrieb sie als sehr unangenehm zu tragen;Bikini Style Trends History: From String Bikinis to Ancient Swimwear, wwd.com, 19. Mai 2023, abgerufen am 7. Mai 2025. als das „was Supermodels irgendwann im siebten Ring der Hölle tragen werden“. „Das war kein Bikini. Es war Metall. Es ging nicht dahin, wo du hingingst.“
Da das Kostüm nicht gut passte, musste der Sitz an ihrem Körper beständig vom Requisiteur überprüft werden. Zudem fühlte sie sich unwohl durch die Männer am Set. „Ich war anfangs verlegen, als hundert Männer verrückt nach meinem entblößten Selbst waren. Würdegefühl war ausgeschlossen.“ Aggie Guerard Rodgers, die Designerin des Kostüms, bestätigt diese Eindrücke Fishers. Die meisten Crew-Mitglieder waren Männer, und hätten genossen, am Set zu sein, so Rodgers.
Fisher erklärte, dass sie ihre Freude daran gehabt habe, am Ende der Szenen den Peiniger ihrer Figur töten zu dürfen, da sie das Kostüm gehasst habe. „Ich habe das wirklich genossen, weil ich es gehasst habe, dieses Outfit zu tragen und starr geradeaus zu sitzen, und ich konnte es kaum erwarten, ihn zu töten.“ Zudem sah sie das Kostüm als antifeministisch an.Tanya D. Zuk: “Carrie Fisher Sent Me” - Gendered Political Protest, Star Wars, and the Women’s March, S. 122. In: Linda Mizejewski und Tanya D. Zuk (Hrsg.): Our Blessed Rebel Queen: Essays on Carrie Fisher and Princess Leia, Wayne State University Press, Detroit 2021, S. 106–126. In ihren Memoiren schreibt sie rückblickend: „Die Frauen vergeben mir den Auftritt im Metall-Bikini, da sie wissen, dass ich ihn nicht freiwillig trug, und so ‘dürfen’ ihn auch ihre Männer mögen - sogar, wenn sie recht harmlose ‘kleine’ Erektionen haben. Den Frauen ist klar, dass ich nicht für ein sexuelles Element im Film stehe, sondern andere Aspekte widerspiegele. Fähig, zuverlässig und gleichberechtigt, wenn nicht sogar den Männern überlegen.“Carrie Fisher: Das Leben der Prinzessin Leia, Hannibal Verlag, Höfen 2017; S. 213; im englischen Original: Carrie Fisher: The Princess Diarist - A Sort of Memoir, Black Swan, 2016, S. 230.Valerie Estelle Frankel: Star Wars Meets the Eras of Feminism - Weighing All the Galaxy’s Women Great and Small, Rowman and Littlefield, London 2018, S. 24.
Spätere Verwendung Im Mai 2015 wurde das Originalkostüm aus dem Film für die Summe von 96.000 US-Dollar versteigert. 2024 wurde ein weiteres Exemplar des Kostüms von dem texanischen Auktionshaus Heritage für eine Summe von 175.000 US-Dollar versteigert.Prinzessin Leia bei Star Wars: Carrie Fishers goldener Bikini versteigert, FAZ, 31. Juli 2024, abgerufen am 6. Mai 2025. Dabei handelte es sich um eine frühere Version, die Fisher am Set bei Probeaufnahmen trug. Käufer war das deutsche Bikiniartmuseum in Bad Rappenau, wo das Kostüm seither ausgestellt ist. Nach dem Dr.-No-Bikini, den Ursula Andress in dem ersten James-Bond-Film James Bond – 007 jagt Dr. No trug, und der 2022 für 240.000 US-Dollar verkauft wurde,Outfit von „Prinzessin Leia“: Original Star-Wars-Bikini kommt in Bad Rappenauer Museum - Esslinger Zeitung, 2. August 2024, abgerufen am 6. Mai 2025. war es damit der zweitteuerste verkaufte Bikini der Geschichte.
Geschichte als Kultobjekt und Sexsymbol mini|Die Schauspielerin Olivia Munn als Sklavin Leia auf einer Star-Wars-Fan-Veranstaltung im Jahr 2007.
Entwicklung zum Kultobjekt und Sexsymbol ab 1983