Karl Horst Hödicke (* 21. Februar 1938 in Nürnberg; † 8. Februar 2024 in Berlin) war ein deutscher Maler.
Er gilt „als einer der Wegbereiter des deutschen Neoexpressionismus […] und als einer der wichtigsten Anreger der sogenannten Neuen Wilden und – neben Baselitz, Immendorff, Lüpertz, Koberling und Penck – als bedeutender Vertreter der Neuen Figuration.“Zitiert nach
Leben mini|Bronzeskulptur Kaspar (in der Viersener Skulpturensammlung) mini|Das Grab von Karl Horst Hödicke auf dem Waldfriedhof Zehlendorf Karl Horst Hödicke wurde 1938 in Nürnberg geboren; seine Familie floh mit ihm 1945 nach Wien, wo die Mutter starb. 1957 zog er mit seiner Familie nach Berlin, wo er von 1959 bis 1964 Architektur an der Technischen Universität Berlin studierte, jedoch bereits nach einem Semester an die Hochschule der Künste Berlin wechselte und bei Fred Thieler Malerei studierte.
1961 wurde er zusammen mit Bernd Koberling Mitglied der Gruppe Vision. 1964 gründete er u. a. mit Markus Lüpertz und Bernd Koberling die legendäre Produzenten- oder Selbsthilfegalerie Großgörschen 35. Für ein Werk seiner ersten Ausstellung dort erhielt er den Deutschen Kunstpreis der Jugend für Malerei. Hödicke hielt sich von 1966 bis 1967 in Amerika auf, wo er experimentelle Kurzfilme produzierte, die zumeist seinen New-York-Aufenthalt reflektieren.
Von 1966 bis 1967 erhielt er ein Stipendium für die Villa Massimo. Anschließend widmete er sich auch plastischen Experimenten, bei denen er aus an der Wand oder Decke hängenden Eimern oder Tonnen schwarzen Teer ausfließen ließ (Kalter Fluß, 1969), was bei Zimmertemperatur Wochen dauerte und so den Prozesscharakter betonte.
1974 wurde Hödicke als Professor einer eigenen Malereiklasse an die Berliner Hochschule der Künste berufen, wo er bis 2005 unterrichtete. In seiner Klasse studierten u. a. Helmut Middendorf, Barbara Heinisch, Salomé, Cheng Yuzheng und Jan Muche. Ab 1980 war er ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin. 1983 erhielt er den Deutschen Kritikerpreis und 1998 den Fred-Thieler-Preis für Malerei der Berlinischen Galerie. Er war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.
Hödicke lebte und arbeitete in Berlin, wo er im Februar 2024 im Alter von 85 Jahren starb.Berliner Maler Karl Horst Hödicke im Alter von 85 Jahren gestorben, rbb24.de, veröffentlicht und abgerufen am 9. Februar 2024.
Werke (Auswahl)
1977: Tageszeiten, Dispersion auf Leinwand, 4-teilig, 190 × 155 cm
Ausstellungen (Auswahl)
2026: GERMAN POP ART - Zwischen Provokation und Mainstream. Die Sammlung Heinz Beck zu Gast in der LUDWIGGALERIE, LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, 25. Januar 2026 bis 3. Mai 2026
Öffentliche Sammlungen
Literatur
Eckhart J. Gillen (Hrsg.): Großgörschen 35. Aufbruch zur Kunststadt Berlin 1964. Ausstellungskatalog mit Texten von Barbara Esch Marowski, Lothar C. Poll, Eckhard J. Gillen. Haus am Kleistpark in Kooperation mit der Kunststiftung Poll, Berlin 2014.
Weblinks
Bildbeispiel Malerei: Dreaming König Galerie
Einzelnachweise
Kategorie:Absolvent der Universität der Künste Berlin Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Bildhauer (Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann