mini|Die Brauerei Cardinal in Freiburg bis 22. Juni 2011 mini|Kleines Cardinal Cardinal ist eine Westschweizer Biermarke und ehemalige Brauerei in Freiburg im Üechtland in der Schweiz. Die Brauerei wurde 1788 gegründet, 1996 von der Feldschlösschen-Hürlimann-Holding übernommen und 2011 geschlossen. Die Marke Cardinal besteht weiterhin. Seit der Schliessung der Brauerei wird das Bier nicht mehr in Freiburg, dem ehemaligen Hauptsitz der Marke, produziert, sondern in Rheinfelden, dem Hauptsitz der Feldschlösschen Getränke AG.
Geschichte Die Brauerei wurde 1788 im Au-Quartier (Freiburger Unterstadt) von François Piller (Gastwirt des Gasthauses „Zum Lachs“) für seinen Sohn gegründet, der kurz zuvor seine Ausbildung bei einem bayrischen Braumeister beendet hatte.Brauerei Cardinal, auf oldtimerclub-feldschloesschen.ch Nach dem Tod des Vaters zog der Sohn 1802 ins Neustadt-Quartier (Neuveville), und das Geschäft wechselte bis 1877 mehrmals den Besitzer. Schliesslich wurde es vom Industriellen Paul-Alcide Blancpain, der einer Uhrmacherfamilie aus dem Berner Jura entstammte, übernommen und zu einem modernen Industriebetrieb ausgebaut.mini|Die Brauerei im Stadtquartier Neuveville von 1802 bis 1904 mini|Erinnerungstafel in der Freiburger Unterstadt
Als Papst Leo XIII. am 23. Juni 1890 mit Gaspard Mermillod erstmals einem Bischof von Freiburg die Kardinalswürde verlieh, brachte die Brauerei Blancpain ein Festbier auf den Markt, das "Cardinal". Dieses Produkt war so erfolgreich, dass Paul-Alcide Blancpain beschloss, seiner Brauerei künftig den Namen Cardinal zu geben.Jeanne Niquille: Origines de la brasserie du Cardinal. In: Annales Fribourgeoises, 44, 1960, S. 91–104.
mini|Die Brauerei besass eigene Güterwagen für den Biertransport. Dieser Wagen war von 1893 bis 1960 im Einsatz. Bis zum Jahr 1904 entwickelte sich das Geschäft sehr gut, und ein Umzug der noch in der Freiburger Unterstadt gelegenen Brauerei war erforderlich. Die Brauerei bezog ab 1904 einen neuen Standort auf der Pérolles-Ebene, nahe dem Freiburger Bahnhof mit direktem Gleisanschluss.
1907 erfolgte die Eintragung der Brasserie du Cardinal Fribourg SA (später umbenannt in Bières Cardinal S.A.) im Handelsregister des Kantons Freiburg.
1957 wurde der Vertrieb des alkoholfreien Getränkes Sinalco aufgenommen. 1961 erfolgte die Einführung des Dosenbiers und 1967 jene der Einwegflaschen.
mini|Historisches Luftbild von Walter Mittelholzer von 1931 1970/71 verbanden sich die Brasserie du Cardinal und die Brasserie Beauregard in Freiburg, Salmenbräu in Rheinfelden AG, die Brasserie de la Comète in La Chaux-de-Fonds und die Brauerei Wädenswil zur Sibra Holding. Zwei Jahre später erhielt die gesamte Holding den Namen Cardinal. Cardinal wurde von nun an zu einer nationalen Marke und auch in die USA exportiert. Angesichts des allgemeinen Rückgangs des Bierkonsums und des Durchbruchs der ausländischen Biere verfolgte die Cardinal Holding eine Strategie von Export und Diversifizierung. Der ehemalige Tessiner Bundesrat Nello Celio war Verwaltungsratspräsident der Holding, als er 1978 die Unternehmensberatung Hayek Engineering zur Hilfe rief. 1981 wurde die Brauerei Beauregard geschlossen. 1988 kündigte die Sibra Holding, damals unter der Leitung von Sam Hayek, dem Bruder von Swatch-Gründer Nicolas Hayek, an, per Ende Jahr aus dem Bierkartell auszutreten.
1991 wurde Sibra von Feldschlösschen aufgekauft. 1995 lancierte Cardinal mit Cardinal Draft das erste Draft-Bier der Schweiz.
Am 29. Oktober 1996 kündigte die Feldschlösschen-Hürlimann-Holding, die inzwischen die Aktienmehrheit der Cardinal Holding erworben hatte, die Schliessung der Freiburger Brauerei an. Nach massiven Protesten der Freiburger Bevölkerung und einer Kampagne der Tageszeitung La Liberté unterzeichneten die Feldschlösschen-Hürlimann-Holding und die Behörden von Stadt und Kanton Freiburg am 25. Februar 1998 ein Abkommen, das die vorläufige Fortsetzung des Betriebes am Standort Freiburg garantierte.
Die Zahl der Mitarbeitenden verringerte sich von 1996 bis 2010 von 220 auf 75. Die dänische Carlsberg-Gruppe, seit 2000 Inhaberin von Feldschlösschen, entschied 2010, die Cardinal-Bierproduktion 2011 nach Rheinfelden zu verlegen und den Standort Freiburg zu schliessen. Am 31. August 2010 kündigte die Feldschlösschen Getränke AG die Schliessung des Produktionsstandortes in Freiburg für Juni 2011 an. Am 22. Juni 2011 wurden die letzten Flaschen in Freiburg abgefüllt, der Produktionsort von Cardinal wurde anschliessend zu Feldschlösschen nach Rheinfelden verlegt.
Der Staat und die Stadt Freiburg übernahmen das Fabrikgelände zum 1. Juni 2012 für 21,5 Millionen Franken, um dort einen Technologie- und Innovationspark zu errichten.
Heute steht auf dem Areal der Technologie- und Innovationspark blueFACTORY mit weiteren Unternehmen und dem Cardinal-Restaurant «Les Menteurs». Das Cardinal Biermuseum zeigt Informationen zur Geschichte von Cardinal.
Sortiment Aktuelle Produkte Cardinal Blonde (4,8% vol) Cardinal Blanche (4,8% vol) Cardinal Spéciale (5,2% vol) Cardinal 0,0% (0,0% vol) Cardinal Bière de Noël (5,4% vol)
Ausgelaufene Produkte Cardinal Non-Filtrée (4,7% vol) Cardinal Lime Cut (4,6% vol) Cardinal 2.4 (2,4% vol) Cardinal Rousse (5,2% vol) Cardinal Brunette (5,5% vol) Cardinal Bière de Printemps (5,5% vol) Cardinal Edition d’été (4,3% vol) Cardinal Bière d’automne (5,3% vol) Cardinal sans alcool (0,5% vol) Cardinal Draft (4,7% vol) Cardinal Draft Absinth (6,0% vol) Cardinal Draft Cola (2,0% vol) Cardinal Vodka Citrus (5,9% vol) Cardinal Best Lager (4,9% vol) Cardinal Millennium (6,5% vol) Cardinal Monsoon (4,9% vol) Cardinal Bière des Vignerons (6,9% vol) Cardinal Lemon (4,6% vol) Cardinal Angel Granatapfel Holunder (0,5% vol) Cardinal Angel Orange-Lotusblüte (0,5% vol)
Weblinks
Website der Marke Cardinal Website Cardinal Biermuseum
Einzelnachweise
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