mini|alt=Logo der deutschen Nachrichtensendung „tagesschau“. Es besteht aus einer blauen Weltkugel mit weißen Umrissen der Kontinente, wobei Europa sowie Teile von Afrika und Asien erkennbar sind. In der Mitte der Weltkugel befindet sich eine weiße Zahl „1“, die stilisiert ist und die Form Deutschlands andeutet. Rechts von der Weltkugel ist das Wort „tagesschau“ in schwarzen Kleinbuchstaben geschrieben.|Logo der tagesschau-Auftritte mit der charakteristischen Weltkugel

Die Tagesschau ist die zentrale Medienmarke der ARD für Nachrichten. Aus dem anfänglichen Angebot an die Zuschauer in Form einer Fernsehsendung zur Hauptsendezeit hat sie sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer umfassenden multimedialen Nachrichtenplattform entwickelt. Besonders in den letzten Jahren hat die zuständige Redaktion ARD-aktuell die digitale Präsenz stark ausgebaut, um auf veränderte Mediennutzungsgewohnheiten und die wachsende Bedeutung mobiler und sozialer Medien einzugehen. mini|Die Onlineauftritte nutzen oft Erklärgrafiken, um komplexe Themen zu veranschaulichen

Markenfamilie Unter der Marke Tagesschau werden heute unter anderem die folgenden journalistischen Medienprodukte angeboten:

mini|alt=Bild zeigt eine Seite aus dem ARD-Teletext. Ganz oben steht in großen weißen Buchstaben „ARD Text“ auf einem blauen Hintergrund. Darunter sind zahlreiche Nachrichten und Programminformationen aufgelistet, zusammen mit Seitenzahlen, die dazu dienen, zu den jeweiligen Themen zu navigieren. Die Nachrichtenüberschriften umfassen aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft, Sport und Unterhaltung. Beispiele sind: „Söder bester Kanzlerkandidat“ (Seite 104), „Lufthansa verhandelt Milliarden-Hilfen“ (Seite 107), „Bundesliga startet am 16. Mai“ (Seite 204). Zusätzlich finden sich Programminformationen für den Abend, etwa „Die Florian Schroeder Satireshow“ und Details zu anderen Sendungen. Am unteren Rand des Bildes sind Links zu weiteren Teletextseiten wie Wettervorhersagen und der Tagesschau angezeigt. Die Darstellung ist textlastig, klar strukturiert und auf schnelle Informationsbeschaffung ausgerichtet.|Der ARD-Text bezieht seine Nachrichten von der Tagesschau-Redaktion ARD-aktuell aus Hamburg. die Fernsehsendungen Tagesschau und Tagesthemen der Nachrichtensender Tagesschau24 das Webportal Tagesschau.de die Tagesschau-App für Mobilgeräte Social-Media-Präsenz auf den Plattformen YouTube, Instagram, TikTok, Twitch, Facebook, Mastodon und X (ehemals Twitter) verschiedene Podcasts die Rubrik tagesschau & Information in der ARD Mediathek der Auftritt im Teletext der ARD

Die Wortmarke Tagesschau ist seit dem 21. März 1984 unter der Nummer 1061269 für die Produktion von Fernseh-Nachrichtensendungen (Klasse 41) im Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts eingetragen. Markeninhaber ist der Norddeutsche Rundfunk. Des Weiteren existiert eine Unionsmarke tagesschau, die am 27. September 2012 registriert wurde und von allen Landesrundfunkanstalten der ARD gemeinsam gehalten wird.

Social-Media-Auftritte Die Tagesschau ist auf den gängigen Plattformem aktiv. Per Youtube werden die klassischen Fernsehsendungen Tagesschau und Tagesthemen zum Nachschauen angeboten (neben dem Livestream in der ARD-Mediathek), aber auch Clips aus tagesschau24 sowie eigene Produktionen der Social-Media-Redaktion. Über X (Twitter) werden automatisiert die Schlagzeilen von tagesschau.de getweetet. Für die anderen Plattformen werden spezifische Formate erstellt, z. B. Fotokacheln und Kurzvideos. Es sei eine schwierige Aufgabe, die oft komplexen Zusammenhänge hinter einer Schlagzeile auf wenige Worte plus Bild zu kondensieren, sagt André Steins als Leiter der Redaktion, weil nicht davon ausgegangen wird, dass die Nutzer die Begleittexte lesen. Auch das Community-Management gehört zu den Aufgaben der Social-Media-Redaktion, da etwa alle 3 Sekunden eine Rückmeldung empfangen wird, die ausgewertet wird. (Stand: 2021) Rund zwei Drittel der Follower sind jünger als 35 Jahre alt; in Schülergruppen ist die Erwartung vorhanden, dass wichtige Nachrichten zu ihnen hindiffundieren. Die Tagesschau hat es geschafft, ihre Reputation als Quelle von seriösen, gut recherchierten Nachrichten ins Netz zu übertragen – bzw. nicht durch die auf den Social-Media-Kanälen üblichen Kurznachrichten zu beschädigen.

Die Followerzahlen (Stand: April 2025) lauten:

Instagram: 5,8 Millionen X (ehemals Twitter): 5,2 Millionen Facebook: 2,3 Millionen YouTube: 1,8 Millionen TikTok: 1,8 Millionen Mastodon: 69 Tausend

Im Oktober 2024 startete man auf der Gamingplattform Twitch zunächst als Pilotprojekt eine speziell für die junge Zielgruppe gestaltete Sendung Tagesschau together. Darin werden zwei bis drei aktuelle Themen intensiv mit der Community diskutiert. Übertragen wird die Sendung auf dem ARD-Twitch-Kanal. Produziert wird die Sendung von NDR und SWR.

Podcasts Im Oktober 2019 startete mit dem Podcast „Mal angenommen“ ein Zukunfts-Format, in dem ein fünfköpfiges Korrespondenten-Team aus dem ARD-Hauptstadtstudio in Berlin jede Woche eine aktuelle politische Idee in die Zukunft weiterdenkt und die möglichen Konsequenzen theoretisch durchspielt. Dieser Podcast sollte nach 141 Folgen zum Ende des Jahres 2024 eingestellt werden – in der letzten Folge wird aber deutlich, dass es mit einem neuen Team weitergeht.

Der tagesschau-Podcast, 11KM, ging am 9. Januar 2023 erstmals auf Sendung. Der Name bezieht sich auf den 11 km unter dem Meeresspiegel liegenden tiefsten Punkt des Weltmeeres im Marianengraben und soll für den Tiefgang (die Tiefgründigkeit) der Podcastinhalte stehen. Produziert wird 11KM von NDR und BR. Am 3. Juni 2024 startete ein weiterer werktäglicher Podcast der Marke Tagesschau. In „15 Minuten. Der tagesschau-Podcast am Morgen“ sprechen zwei Moderatoren über die wichtigsten Themen des Tages. Produziert wird der Podcast gemeinschaftlich von NDR, WDR und MDR.

Faktenfinder Die ARD gründete im April 2017 das Ressort Faktenfinder zur Aufklärung von Fake News, das werktäglich mit 4 Redakteuren besetzt wurde (2 am Wochenende). Es soll nach eigenen Angaben dazu dienen, Phänomene wie Lügen, Gerüchte, Verschwörungstheorien und auch Hass im Netz zu verifizieren und ggf. entkräften. Im Internet kursierende Halbwahrheiten und Legenden mutieren zu „alternativen Fakten“, die es klarzustellen gelte. Ein weiteres Ziel der Faktenfinder-Gruppe ist die Entwicklung von Medienkompetenz bei Nachrichtenkonsumenten: wie sind gefälschte oder unseriöse Meldungen zu erkennen? Das Team um Projektleiter Patrick Gensing gehe dabei aktiv auf die Suche, untersuche auffällige Websites, Blogs und Foren und sammle Informationen, um Fake News zu entdecken und davor zu warnen. Weiterhin stelle sich die Redaktion der Frage, wie man die Auswirkungen von Falschnachrichten begrenzen könne und wie im Tagesgeschäft einer Nachrichtenredaktion am besten damit umzugehen ist.

Kritische Stimmen fragen zum Thema Faktencheck, warum die Aspekte der Faktenrecherche und der Relevanzprüfung einer dedizierten Redakteursgruppe zugewiesen wurden – dies sollte in jeder seriösen Redaktion der Standard ordenlichen Journalismus sein. Wenn die von finsteren Mächten lancierten Falschnachrichten seltener seien als gedacht, bestehe die Gefahr, dass Faktenchecker ihre Kapazitäten dazu benutzen, oppositionelle Andersdenkende auszugrenzen. Der Soziologe Nils Kumkar arbeitet in seinem Buch Alternative Fakten heraus, dass alternative Fakten auf einen politischen Konflikt hinweisen, der nicht durch einen Faktencheck geklärt werden kann. Auf die Probe gestellt wurde das Faktenfinder-Konzept während des Fallbeispiels „Pflanzensprengstoff“, einem Übersetzungsfehler im Rahmen der Berichterstattung zum Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines. Redaktionelle Fehler können immer auftreten, allerdings wurde kritisiert, warum bei dieser politisch sensiblen Berichterstattung das Vier-Augen-Prinzip vernachlässigt wurde und ein einzelner Redakteur mit dem Artikel alleine beauftragt wurde, was dem besonderen Qualitätsversprechen eines Faktenchecks widerspreche. Weiterhin sei die Reaktion auf den veröffentlichten Fehler relativ langsam gewesen: während der Spott über den Fehler in den Sozialen Medien tobte, blieb die dort auch tätige ARD-Nachrichtenredaktion lange untätig.

Tagesschau-App mini|alt=Das hochgeladene Bild zeigt eine Eilmeldung auf Deutsch. Diese Information betrifft einen großen Polizeieinsatz in Mannheim und gibt einige wichtige Details dazu an: Überschrift: „Eilmeldung“ Hauptinformation: Die Polizei ruft dazu auf, die Innenstadt Mannheims wegen eines größeren Einsatzes zu meiden und sie weiträumig zu umfahren. Möglicher Hintergrund: Zeugen berichten, dass ein Auto Menschen erfasst haben soll, doch es gibt noch keine näheren Angaben von der Polizei. Zeitstempel: Stand: 03.03.25, 13:19 Uhr Hinweis: Es wird angekündigt, dass weitere Informationen bald folgen. Die Darstellung ist in klaren und kontrastreichen Farben gehalten, um die Dringlichkeit der Nachricht hervorzuheben. Der Text ist gut lesbar, auf einem sauberen weißen Hintergrund.|Eilmeldung in der Tagesschau-App

Ende 2009 wurde eine kostenlose Tagesschau-App für das iPhone und den iPod Touch für das erste Quartal 2010 angekündigt, was seitens Medien und Politik kritisiert wurde. Die Axel Springer AG charakterisierte dieses Vorhaben in einer Pressemitteilung als „Wettbewerbsverzerrung“: Das Angebot entspreche dem einer Tageszeitung mit den Vorteilen des öffentlich-rechtlichen Rahmens. Es folgte gleichlautende Kritik von Politikern (Wolfgang Börnsen, Bernd Neumann und Burkhardt Müller-Sönksen) sowie des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger., vdz.de, abgerufen am 31. Dezember 2009. Nachdem er als Chefredakteur im Gespräch mit der dpa die App angekündigt hatte und damit die Debatte startete, verteidigte Kai Gniffke in zwei Beiträgen seines Blogs die Pläne zur Veröffentlichung der Tagesschau-App., blog.tagesschau.de, abgerufen am 31. Dezember 2009; musste leider mittlerweile „depubliziert“ werden., blog.tagesschau.de, abgerufen am 31. Dezember 2009; musste leider mittlerweile „depubliziert“ werden. Entgegen den Plänen, die Tagesschau-App bereits im ersten Quartal des Jahres zu veröffentlichen, startete das Angebot erst am 21. Dezember 2010. Über die vorerst kostenlose App sollen keine zusätzlichen Inhalte angeboten werden, vielmehr stellt das neue mobile Angebot nach eigenen Angaben von NDR-Intendant Lutz Marmor einen zeitgemäßen Service für die Zuschauer dar. Seit 2011 wird das Logo der Tagesschau-App auch im Vorspann gezeigt. Am 20. Juni 2012 gewann die Tagesschau-App den Grimme-Online-Award-Publikumspreis und im Oktober 2012 den Eyes & Ears Award. In: Tagesschau (ARD), 26. Oktober 2012.

Nachdem das Oberlandesgericht Köln im Dezember 2013 noch den sogenannten Drei-Stufen-Test als ausreichend erachtet hatte, um sicherzustellen, dass die Tagesschau-App kein presseähnliches Produkt darstellt, gab der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs dem Revisionsantrag der klagenden Zeitungsverlage statt und verwies den Fall im April 2015 an die Vorinstanz zurück. Diese musste erneut prüfen, inwieweit die Inhalte der App zu starke Presseähnlichkeit haben und damit ein unlauterer Wettbewerb der öffentlich-rechtlichen Sender gegenüber den klagenden Printmedien vorliege. Die Gewerkschaft ver.di bedauerte in einer Pressemitteilung die Entscheidung gegen den NDR. Im September 2016 bewertete das OLG Köln die App in ihrem Gesamtcharakter als nichtsendungsbezogenes presseähnliches Angebot. Die App mit den von den Klägern eingereichten Nachrichtenbeispielen vom 15. Juni 2011 ist damit als Telemedienangebot im Sinne des Rundfunkstaatsvertrags unzulässig. Auch die aktualisierte personalisierbare App von 2016 wurde aus den gleichen Gründen erneut kritisiert, obwohl sie mehr Videoinhalte bietet.