Lim Kimya (; * 1951 oder 1952 in Battambang, Protectorat français du Cambodge; † 7. Januar 2025 in Wat Bowonniwet, Bangkok, Thailand) war ein kambodschanischer und französischer Politiker. Er war Mitglied der Nationale Rettungspartei Kambodschas (Cambodia National Rescue Party, CNRP) und wurde 2013 erstmals ins Parlament (សភាតំណាងរាស្ត្រ, Saphea Tamnang Reas [sapʰiə tɑmnaːŋ riəh]) gewählt, wo er bis 2018 Mitglied war.

Leben Jugend und Ausbildung Lim wurde 1951 oder 1952 in der Provinz Battambang in Kambodscha geboren. Er erwarb einen Bachelor-Abschluss in Mathematik an der Royal University of Phnom Penh. Anfang der 1970er Jahre, als der Vietnamkrieg eskalierte und Kambodscha erfasste, zog Lim nach Frankreich.

Karriere Während seiner Jahrzehnte in Frankreich baute Lim eine berufliche Karriere als Beamter auf. Von 1982 bis 2014 arbeitete er für das französische Wirtschafts- und Finanzministerium.

Politik Im Jahr 2012 kehrte Lim im Vorfeld der Parlamentswahlen 2013 nach Kambodscha zurück und wurde Mitglied des Exekutivkomitees der CNRP. Er wurde erfolgreich zum Abgeordneten gewählt und amtierte bis 2018. Diese Wahl war ein Wendepunkt in der kambodschanischen Politik. Die CNRP erzielte ein „überraschend gutes Ergebnis“ („surprisingly good showing“) und sicherte sich 44 % der Sitze (55 von 123) in der Nationalversammlung, im Gegensatz zur regierenden Kambodschanischen Volkspartei (CPP), die ihr „schlechtestes [Wahl-]Ergebnis seit 1998“ („poorest [electoral] performance since 1998“) hatte. Während seiner Zeit als Parlamentsabgeordneter etablierte sich Lim als bemerkenswert lautstarker und unnachgiebiger Kritiker der kambodschanischen Regierung. Er stellte den Status quo in zentralen Fragen der Regierungsführung, der Menschenrechte und der nationalen Entwicklung konsequent in Frage und legte dabei den Schwerpunkt auf Rechenschaftspflicht und Transparenz. Lim galt weithin als „unermüdlicher Regierungskritiker“ („tireless government critic“), der sich bei sensiblen Themen wie Korruption und Menschenrechten standhaft „nicht zum Schweigen bringen ließ“ („refused to be cowed into silence“). Er diente als wichtige „abweichende Stimme in einem Kambodscha, das zunehmend durch politische Repression und Zensur erstickt wurde“ („dissenting voice in a Cambodia increasingly stifled by political repression and censorship“), und stellte die Darstellung und Politik des herrschenden Establishments aktiv in Frage. Im April 2014 war er einer von zehn Anhängern des führenden CNRP-Mitglieds Mu Sochua, welche von den Sicherheitskräften der Regierung im Freedom Park in Phnom Penh zusammengeschlagen wurden. Der Park war ein Ort der Proteste, bis die Regierung dort Versammlungen verbot.

Im Jahr 2017 löste der Oberste Gerichtshof Kambodschas die CNRP auf und demontierte damit faktisch die primäre Opposition. Diese Maßnahme erfolgte strategisch kurz vor den Parlamentswahlen 2018 und beseitigte effektiv die größte Wahlbedrohung für die regierende CPP. Als direkte Folge dieser Auflösung wurde Lim, zusammen mit über 100 anderen CNRP-Mitgliedern, für einen Zeitraum von fünf Jahren von der Teilnahme an der Politik ausgeschlossen. Trotzdem traf er die bewusste Entscheidung, in Kambodscha zu bleiben und seinen Aktivismus fortzusetzen, selbst als viele andere prominente CNRP-Führer beschlossen, das Land zu verlassen und im Ausland Exil zu suchen.

Ermordung Am 7. Januar 2025 wurde Lim in Bangkok bei einer Schießerei in der Nähe des Wat Bowonniwet getötet. Sowohl Kollegen als auch Phil Robertson, Direktor von Asia Human Rights Labour Advocates, bezeichneten die Schießerei als Attentat. Lim war kurz zuvor mit seiner Frau und seinem Onkel mit dem Bus aus Siem Reap, Kambodscha, in Bangkok angekommen. Der Schütze war auf einem Motorrad unterwegs.

Am 8. Januar 2025 erließ das thailändische Strafgericht (ศาลอาญา; RTGS: San-aya; IPA: [sǎːn.ʔaː.jaː]) einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Mörder Ekaluck Paenoi. Nach einer tagelangen Fahndung durch das Metropolitan Police Bureau wurde in der kambodschanischen Provinz Battambang ein Verdächtiger von der örtlichen Polizei festgenommen. Der Verdächtige ist ein 41-jähriger thailändischer Staatsbürger, der als Motorradtaxifahrer arbeitete und früher bei der Marine war.

Am 9. Januar 2025 erließ das thailändische Strafgericht einen weiteren Haftbefehl gegen den kambodschanischen Staatsbürger Pich Kimsrin, worin ihm Beteiligung an Lims Tötung vorgeworfen wurde. Das Metropolitan Police Bureau gab an, er sei mit demselben Kleinbus wie Lim nach Thailand eingereist und habe das Land nach dem Angriff wieder verlassen.

Am 15. Januar 2025 erließ das thailändische Strafgericht einen weiteren Haftbefehl gegen Somwang Bamrungkit, einen thailändischen und kambodschanischen Staatsbürger mit doppelter Staatsangehörigkeit, der in Battambang, Kambodscha, als „Ly Rotanakraksmey“ bekannt ist. Somwang ist Berater des ehemaligen kambodschanischen Premierministers Hun Sen.

Am 3. Oktober 2025 verurteilte das Strafgericht in Bangkok den Schützen Ekkalak Pheanoi zum Tode. Aufgrund des Geständnisses des Mannes wurde das Urteil umgehend auf lebenslange Haft reduziert.

Persönliches Lim war mit Ana Lim Ani, einer französischen Staatsbürgerin, verheiratet. Lim hielt sowohl die französische, als auch die kambodschanische Staatsbürgerschaft.

Einzelnachweise

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