mini|Verfolgung und Widerstand 1933–1945: Westdeutsche Briefmarke von 1983 mit einer weißen Rose

Die Würdigung der Weißen Rose ist sehr vielseitig. Sie umfasst unter anderem das Gedenken mittels Denkmälern und Ausstellungen, die Arbeit der Weiße Rose Stiftung und des Weisse Rose Instituts, die Ehrung durch Benennungen und die kulturelle Rezeption beispielsweise in Bühnenwerken und Filmen.

Gedenkorte und Denkmale München Bodendenkmal mini|Mahnmal für die Weiße Rose vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München (Teilansicht). Mit Porträts von Sophie Scholl (unten), Hans Scholl (links), Christoph Probst (rechts). mini|Teilansicht des Bodendenkmals, mit Porträt von Willi Graf

Seit 1988 erinnert vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) ein bekanntes Bodendenkmal an die Weiße Rose. Das Mahnmal am Geschwister-Scholl-Platz wurde von dem Bildhauer Robert Schmidt-Matt geschaffen. Es zeigt Flugblätter der Weißen Rose als in den Boden eingelassene Nachbildungen aus Keramik. Mit den Flugblättern vermischt sind weitere Motive wie Fotos und Beschreibungen der Widerstandskämpfer, Gerichtsurteile und Briefe.Mahnmal für die Weiße Rose vor der LMU München worldwartours.be

Die nachgebildeten Dokumente sind in größeren und kleineren Gruppen, teils auch als Einzelstücke, auf dem Bodenpflaster angeordnet. Die verstreute Anordnung auf dem Boden erinnert an die letzte Widerstandsaktion der Weißen Rose. Diese endete damit, dass Flugblätter aus dem zweiten Stock in den Lichthof des Gebäudes fielen, wo sie dann verstreut am Boden lagen.

Ein großer Teil der Platten wurde im April 2006 von Unbekannten gestohlen. Robert Schmidt-Matt verlegte neue Platten, die im November 2006 eingeweiht wurden.

Lichthof mini|Kennzeichnung des Ortes, von dem Flugblätter in den Lichthof fielen (seit 2025) mini|Östlicher Gewölbeflügel des Lichthofs, oben die Pfeifen der Weiße-Rose-Orgel

Der Lichthof des Hauptgebäudes der Universität repräsentiert in besonderem Maß das Schicksal der Weißen Rose. Am 18. Februar 1943 verteilten die Geschwister Scholl Flugblätter in den Gängen des Gebäudes. Zuletzt stieß Sophie Scholl einen Stapel Flugblätter von einer Balustrade im zweiten Stock in den Lichthof.Sven-Felix Kellerhoff: „Moment des Leichtsinns“ – Die letzte Aktion der Weißen Rose welt.de, 4. Juli 2022. Diese spontane Handlung führte zur Verhaftung der Geschwister Scholl. In der Folge wurden sie und weitere Mitglieder hingerichtet.

Eine Tafel erinnert heute an den Ort, von dem Flugblätter in den Lichthof fielen (siehe Bild rechts). Auf der Tafel wird das Hinabwerfen der Flugblätter beiden Geschwistern Scholl zugeschrieben. Die Erinnerungstafel wurde im Februar 2025 von LMU-Präsident Bernd Huber und Hildegard Kronawitter enthüllt.Neue Erinnerungstafel zur Flugblattaktion der Geschwister Scholl Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München, Februar 2025.

Ganz in der Nähe erinnert eine 1946 von Theodor Georgii geschaffene Gedenktafel mit lateinischer Inschrift an die sieben hingerichteten Mitglieder der Weißen Rose (siehe Bild unten). Zu diesen wird hier, außer den sonst zumeist genannten sechs Mitgliedern, auch Hans Leipelt gerechnet. Er setzte zusammen mit Marie-Luise Jahn die Arbeit der Weißen Rose fort, als die Geschwister Scholl und Christoph Probst hingerichtet worden waren.

Im Erdgeschoss erinnert zudem ein Bronzerelief, kombiniert mit dem Motiv der weißen Rose, an diese sieben Mitglieder (siehe Bild unten). Ihre Namen sind unter dem Relief in die Wand gemeißelt. Das Denkmal wurde von Lothar Dietz geschaffen und 1958 enthüllt.Weiße Rose Stiftung e. V.: Denkmäler für die Widerstandsgruppe Weiße Rose an der LMU. Handzettel, Stand Juni 2019 (PDF; 267 KB).

Im Jahr 1960 wurde im östlichen Gewölbeflügel am Lichthof die Weiße-Rose-Orgel installiert. Die Orgel wurde 1961 im Rahmen einer Gedenkfeier für die Weiße Rose eingeweiht. Zwischenzeitlich wurde sie vernachlässigt und war lange nicht mehr spielbar. In den Jahren 2012/13 wurde sie vollständig renoviert und modernisiert.Weiße-Rose-Orgel auf der Website Uni-Kunst der LMU München. Am 18. Februar 2014 fand ein Weiße-Rose-Gedenkkonzert im Lichthof statt: Musik auf der Weiße-Rose-Orgel verbunden mit Lesungen von Texten, die an die Weiße Rose erinnern.18. Februar 2014 – Weiße-Rose-Gedenkkonzert auf der Website Uni-Kunst der LMU München. Seit 2016Überblick über Weiße-Rose-Gedenkkonzerte und andere Veranstaltungen (2013 bis 2020) auf der Website Uni-Kunst der LMU München. finden diese Konzerte jährlich im Februar statt.Angaben zum Weiße-Rose-Konzert 2023 auf der Website des Vereins UniKult. Siehe Hinweis im gelben Kasten, Zitat: „das jährliche Weiße-Rose-Gedenkkonzert“.

Im Jahr 2003 schuf Nicolai Tregor eine Bronze-Büste von Sophie Scholl.Büste von Sophie Scholl stadtgeschichte-muenchen.de Die Büste wurde im Jahr 2005 in der nordwestlichen Ecke aufgestellt und von Julia Jentsch enthüllt. Außer den beiden viel älteren Sitzfiguren von König Ludwig I. und Prinzregent Luitpold (vgl. Bild rechts) befinden sich sonst keine Personendenkmäler im Lichthof.

DenkStätte Weiße Rose

In Nachbarschaft zum Lichthof befindet sich die DenkStätte Weiße Rose. Der Ausstellungsraum wurde von der Weiße Rose Stiftung in Kooperation mit der Universität im Jahr 1997 geschaffen. Die aktuelle Dauerausstellung wurde im Februar 2017 eröffnet. Die Weiße Rose Stiftung bietet Führungen an.DenkStätte Weiße Rose am Lichthof der LMU, München weisse-rose-stiftung.de

Justizpalast mini|Weiße-Rose-Saal im Justizpalast (2008) mini|Installation im Weiße-Rose-Saal (2024)

Im Münchener Justizpalast fanden die beiden Weiße-Rose-Prozesse statt, in denen jeweils drei Mitglieder der Weißen Rose zum Tode verurteilt wurden. Der erste Prozess fand am 22. Februar 1943 im Schwurgerichtssaal statt, der zweite Prozess am 19. April 1943 im damaligen Sitzungssaal 216 (heute: Sitzungssaal 253).

Im Jahr 2007 wurde zum Gedenken an die Weiße Rose eine kleine Dauerausstellung im Sitzungssaal 253 eingerichtet,Bayerisches Staatsministerium der Justiz (Hrsg.): Willkür im Namen des Deutschen Volkes. Zertrümmerung des Rechtsstaats im Nationalsozialismus: Die Weiße Rose Prozesse im Münchner Justizpalast. Gedenkschrift anlässlich der Eröffnung der neugestalteten Ausstellung, Stand März 2024, S. 61. der seitdem „Weiße-Rose-Saal“ genannt wird.

Im April 2023 wurde eine neue Dauerausstellung eröffnet.Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz zur Eröffnung der neuen Weiße-Rose-Ausstellung im Justizpalast, 19. April 2023.Dauerausstellung zur Weißen Rose auf justiz.bayern.de. Die Ausstellung wurde damit thematisch und räumlich erweitert. Sie nimmt nicht nur die Weiße Rose in den Blick, sondern auch den Umgang der Justiz mit den Widerstandskämpfern. Räumlich werden auch die Gänge im zweiten Stock genutzt.Annette Ramelsberger: Als hätte Freisler gerade noch hier gesessen sueddeutsche.de, 18. April 2023. Anlässlich der Eröffnung der neuen Ausstellung veröffentlichte das Bayerische Staatsministerium der Justiz eine Gedenkschrift zu den Weiße-Rose-Prozessen.Bayerisches Staatsministerium der Justiz (Hrsg.): Willkür im Namen des Deutschen Volkes. Zertrümmerung des Rechtsstaats im Nationalsozialismus: Die Weiße Rose Prozesse im Münchner Justizpalast. Gedenkschrift anlässlich der Eröffnung der neugestalteten Ausstellung, Stand März 2024.

Friedhof am Perlacher Forst Auf dem Friedhof am Perlacher Forst sind die Geschwister Scholl und Christoph Probst in einer gemeinsamen Grabanlage bestattet. Auch die Eltern der Geschwister Scholl und die Mutter von Christoph Probst ruhen in dieser Grabanlage.

In einem anderen Grab auf dem Friedhof ist Alexander Schmorell mit seinem Vater und seiner Stiefmutter bestattet. Auch Marie-Luise Schultze-Jahn fand auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte.Marie-Luise Schultze-Jahn im Münchner Friedhofsportal, stadtgeschichte-muenchen.de.

Weiße-Rose-Zaun mini|hochkant=1.5|Plakat am ehemaligen Weiße-Rose-Zaun (Februar 2022). Die beiden größeren Fotos zeigen, wie Sophie Scholl am 23. Juli 1942 an diesem Zaun Abschied von ihrem Bruder Hans und seinen Freunden nahm. Das kleinere Foto zeigt Sophie Scholl zwischen Hans Scholl (links) und Christoph Probst.

Der sogenannte Weiße-Rose-Zaun am Ostbahnhof war bis 2024 ein weiterer Erinnerungsort in München. Am 23. Juli 1942 entstanden mehrere Fotos, auf denen vier Mitglieder der Weißen Rose zusammen an diesem Metallzaun an der Orleansstraße zu sehen sind: Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf in einer Gruppe sowie – allein auf der anderen Seite des Zauns – Sophie Scholl. Ein weiteres Foto, das unweit des Zauns aufgenommen wurde, ist das bekannteste Bildmotiv zur Weißen Rose. Es zeigt Sophie Scholl in der Mitte zwischen Hans Scholl und Christoph Probst, die beide nach unten blicken.Sven-Felix Kellerhoff: Warum gerade Sophie Scholl zur Ikone des Widerstands wurde welt.de, 8. Mai 2021.

Der Anlass der Fotografien war, dass Hans Scholl und andere Medizinstudenten an die Ostfront reisen sollten, um dort als Sanitäter zu helfen. Sophie Scholl und Christoph Probst kamen zum Ostbahnhof, um sich von ihnen zu verabschieden. Die Fotos wurden von Jürgen Wittenstein aufgenommen, der ebenfalls zur Ostfront aufbrach.

Bereits seit 2003 gab es Protest gegen einen geplanten Abbau des Zauns. Im Jahr 2017 wurde bekannt, dass der Zaun wegen der geplanten Errichtung neuer Gebäudekomplexe bald abgerissen werden soll.Der Zaun, vor dem das berühmteste Foto der „Weißen Rose“ entstand, soll bald weichen sonntagsblatt.de, 13. Februar 2021. Unter anderem der Bezirksausschuss Au-Haidhausen setzte sich nun für den Erhalt des Zauns als „Originalschauplatz von historischer Bedeutung“ ein.Andreas Schubert: Ein rostiger Zaun mit historischer Bedeutung sueddeutsche.de, 19. Dezember 2017. Der Weiße-Rose-Zaun wurde jedoch abgetragen und vorläufig eingelagert. Ende 2024 wurde das letzte Teilstück entfernt.Myriam Siegert: Der Weiße-Rose-Zaun in München ist weg! Aber er kommt wieder… abendzeitung-muenchen.de, 18. Oktober 2024.

Eine zweiteilige Gedenktafel am Haus Orleansstraße 61 zeigt eines der Fotos. Auf dem historischen Foto ist das Erdgeschoss dieses Gebäudes im Hintergrund zu sehen.Gedenktafel – Weiße Rose stadtgeschichte-muenchen.de

Logo der Studierendenvertretung der LMU Das Logo der Studierendenvertretung der LMU ist eine stilisierte weiße Rose auf grünem Grund.Homepage der Studierendenvertretung der LMU München. Das Logo ist hier sowie auf allen Unterseiten oben zu sehen. Auf der Website ist keine Erläuterung zu dem Logo zu finden (Stand Oktober 2025). Für diverse Referate der Studierendenvertretung wurden Varianten des Logos entwickelt, z. B. mit anderen Farben.Referate auf stuve.uni-muenchen.de.

Fulda mini|Platz der Weißen Rose in Fulda mit Denkmal, dahinter die Geschwister-Scholl-Schule

In Fulda gibt es seit Anfang der 1960er Jahre einen Platz der Weißen Rose mit einem Denkmal, dessen Gestaltung an eine Rose erinnert. Die Geschwister-Scholl-Schule und die St.-Paulus-Kirche sind unmittelbar benachbart. Der Platz wurde im Jahr 2018 saniert.Ein Ort mit historischem Charakter: Der Platz der Weißen Rose wird saniert osthessen-news.de, 21. Juli 2018.

Hamburg Im Hamburger Stadtteil Volksdorf trägt seit 1977 eine Fußgängerzone den Namen „Weiße Rose“. Dort steht seit 1978 ein Mahnmal des Künstlers Franz Reckert, das an ermordete Mitglieder der Weißen Rose in München und der Weißen Rose Hamburg erinnern soll. Nach einem vorübergehenden Abbau wegen Bauarbeiten wurde das Denkmal im Jahr 2007 an einem zentraleren Ort in der Fußgängerzone wieder aufgebaut.Mahnmal für die „Weiße Rose“ gedenkstaetten-in-hamburg.de

Marburg mini|Denkmal auf dem Platz der Weißen Rose in Marburg, im Vordergrund die Gedenktafeln