mini|Das Familiengrab von Çakıroğlu İsmail Ağa in Of, Trabzon Çakıroğlu Hacı İsmail Ağa (* 1787 in Of, Trabzon; † 1839) auch als Çakırzade Hacı İsmail Ağa bezeichnet, war ein osmanischer Ağa und Derebey im Bezirk Of. Aufgrund seines regionalen Einflusses war er mit der Rekrutierung von Soldaten und der Steuereintreibung im Auftrag der Zentralregierung betraut. Er stieg zwischen 1811 und 1818, während der Amtszeit des Provinzgouverneurs Süleyman Paşa Hazinedaroğlu, zu seiner Position auf und etablierte sich als Notabel im unteren östlichen Talsystem. Anmerkung: Meeker verwendet in seinen Forschungsarbeiten für die Familie das Pseudonym „Muradoğlu“. Der historische Nachweis, dass es sich bei den von ihm beschriebenen Muradoğlu um die Çakıroğlu handelt, wird erbracht in:

Herkunft Er stammte aus der Çakıroğlu-Familie, die auf den Çakırlı-Zweig der Akkoyunlu zurückgeht. Nach dem Niedergang der Akkoyunlu-Herrschaft im Otlukbeli-Krieg (1471) zogen Familienmitglieder in osmanisch kontrollierte Gebiete im östlichen Schwarzen Meer, darunter Trabzon und Of. Die familiäre Überlieferung besagt, dass İsmail Ağa einer von drei Brüdern war, die etwa zur Zeit der ersten Tuzcuoğlu-Rebellion aus Ostanatolien in die Küstenregion migrierten.

Die Çakıroğlu-Familie kontrollierte das Maki-Tal zwischen Eskipazar und Hayrat.

Der Urenkel von Çakıroğlu İsmail Ağa, İsmail Ağa, der Sohn von Genç Ağa, und seine 150 Mann leisteten 1916 während des Ersten Weltkriegs in der Nähe des Dorfes Sıraağaç in Of bedeutenden Widerstand gegen die russische Armee.

Leben mini|Der Grabstein von Çakıroğlu İsmail Ağa in Of und die darauf vermerkten Daten Çakıroğlu İsmail Ağa war mit einer Frau aus der einflussreichen Ekşioğlu-Familie aus Rize verheiratet. Das Paar hatte sechs Kinder.

Im Jahr 1805 ließ İsmail Ağa das Herrenhaus Çakıroğlu İsmail Ağa Konağı im Dorf Sıraağaç bauen. İsmail Ağa herrschte über einen der fruchtbarsten und bevölkerungsreichsten Abschnitte der Küstenregion östlich von Trabzon, der nahe dem Ausgangspunkt einer wichtigen Überlandroute ins Hochland lag. Spätestens ab 1822 fungierte er als Hauptnotabeln des östlichen Teils von Of und war für 33 Dörfer zuständig. Als solcher unterstand er offiziell dem Bezirksgouverneur von Of.

İsmail Ağa gewährte 1817 Tuzcuoğlu Memiş Ağa aus Rize während des ersten Lazen-Aufstands Schutz. Zu dieser Zeit blieb İsmail Ağa von den massiven militärischen Strafmaßnahmen, wie Inhaftierungen und Umsiedlungen, die Süleyman Paşa gegen andere Ağas in Of verhängte, völlig unberührt und konnte inmitten der Unruhen weiter florieren. Als ein Erlass aus Istanbul eintraf, sagte Çakıroğlu İsmail Ağa zu Memiş Ağa:

Aufgrund einer Fehleinschätzung von Memiş Ağa antwortete dieser:

Daraufhin verließ er den Schutz von İsmail Ağa und wurde später in der Nähe des Dorfes Çufaruksa (heute Uğurlu) in Of gefangen genommen.

Die von İsmail Ağa aufgebaute Machtbasis und die Verhältnisse in seinem Einflussgebiet wurden 1844 durch den deutschen Botaniker Karl Heinrich Koch dokumentiert. Koch bereiste das Gebiet und traf auf İsmail Ağas Sohn, Memiş Ağa, den er fälschlicherweise als Bezirksgouverneur (Mutessellim) ansah. Koch hielt fest, dass das Land von Of wegen Räubereien im ganzen Gebirge gefürchtet war und man die Bewohner weithin als "wilde und grausame Menschen" schilderte. Zugleich stellte er fest, dass gerade diese gefürchtete Unabhängigkeit zu einem relativen Wohlstand führte. Da osmanische Steuerbeamte die Gegend aus Angst mieden, konnten die Bewohner den Ertrag ihres Bodens ungeschmälert behalten und mussten ihn nicht vor habsüchtigen Beamten verbergen. Das Herrschaftsgebiet der Familie umfasste laut den direkten Angaben von Memiş Ağa gegenüber Koch hauptsächlich die Täler des Flusses Kalapotamos, mit einer Ausdehnung von etwa vier Stunden in der Breite und acht bis zehn Stunden aufwärts in das Gebirge.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Trabzon) Kategorie:Person (Of, Trabzon) Kategorie:Geboren 1787 Kategorie:Gestorben 1839 Kategorie:Mann