Der Gelblichweiße Lauch (Allium ericetorum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium) in der Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae) innerhalb der Pflanzenfamilie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Er kommt in Süd- und Südosteuropa auf Trockenrasen und Felsfluren vor.

Beschreibung mini|Habitat an einem steinigen Hang mini|Illustration aus Franz Adam von Waldstein-Wartenberg: Descriptiones et icones plantarum rariorum Hungariae, Band 2, 1805, Tafel 186 mini|Blütenstand mit reifenden, eiförmigen Kapselfrüchten

Vegetative Merkmale Der Gelblichweiße Lauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimeter erreicht. An einem kurzen Rhizom befinden sich dichtgedrängt die Zwiebeln. Die bei einem Durchmesser von bis zu 1,5 Zentimetern zylindrischen Zwiebeln sind von parallelfaserigen Hüllen umgeben. Die Laubblätter umhüllen nur das untere Fünftel des Stängels.

Die drei bis vier fast grundständigen Laubblätter sind bei einer Länge von 6 bis 25 Zentimetern und einer Breite von 0,5 bis 3 Millimetern schmal-linealisch, flach und unterseits gerundet.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Der aufrechte, schlanke, runde Blütenstandsschaft ist 10 bis 40 Zentimeter lang. Der mehr oder weniger dichte doldige Blütenstand ist bei einem Durchmesser von 1 bis 2,5 Zentimetern halbkugelig und enthält 15 bis 40 Blüten, jedoch keine Brutzwiebeln. Die beständige Doldenhülle ist in zwei ungleich, etwa 1 Zentimeter langen Doldenhüllblätter geteilte und kürzer als die Dolde und kürzer als der Blütenstand. Die ungleich langen Blütenstiele sind 4 bis 10 Millimeter lang.

Die zwittrige, breit glockenförmige Blüte ist dreizählig. Die Blütenhüllblätter sind 4 Millimeter lang, 2 Millimeter breit, gelblichweiß oder weiß, oft auch rosafarben überlaufen, mit einem oft undeutlichen grünen oder rötlichen Mittelstreifen. Die Blütenhüllblätter werden deutlich (bis doppelt so weit) von den Staubblättern überragt. Die Staubblätter besten aus weißen Staubfäden und gelben oder braunen Staubbeuteln. Die drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der eiförmig, leicht kantig, anfangs hell-grün, später rot-braun überlaufen ist. Der Griffel ist ausgestreckt.

Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8; es tritt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 16 auf.

Vorkommen Das Verbreitungsgebiet des Gelblichweißen Lauchs erstreckt sich von Portugal und Nordspanien über West- bis Südwestfrankreich, Norditalien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Slowenien, Kroatien, Tschechien, die Slowakei, Rumänien und die Ukraine. Besiedelt werden Trockenrasen, Heiden, Gebüsche und Felsfluren in Höhenlagen von 200 bis 1800 Metern.

Systematik Die Erstveröffentlichung von Allium ericetorum erfolgte 1803 durch Jean Thore in Essai d'une chloris du département des Landes, S. 123. Das Artepitheton ericetorum bedeutet „von den Heiden“ und bezieht sich hier auf das Vorkommen dieser Pflanzenart in Heidegebieten. Weitere Synonyme für Allium ericetorum sind Allium ochroleucum und Allium xanthicum .

Die Art Allium ericetorum gehört zur Sektion Daghestanica der Untergattung Polyprason in der Gattung Allium. Allium ericetorum ist eng verwandt mit Allium suaveolens und wurde auch als Unterart Allium suaveolens subsp. ericetorum beschrieben.

Verwendung Der Gelblichweiße Lauch wird selten als Zierpflanze verwendet. Im Garten bevorzugt er warme, sonnige Standorte mit durchlässigem Boden und ist winterhart bis −34 °C (Zone 4).

Der Gelblichweiße Lauch gilt als potenzielle Genquelle (z. B. zur Erhöhung der genetischen Variabilität und Resistenz) für wichtige Nutzpflanzen der Gattung Allium wie Küchenzwiebel, Winterzwiebel, Porree und Knoblauch.

Literatur Dilys Davies: Allium (Zierlauch). Aus dem Engl. von Marion Zerbst, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart Hohenheim 1992, ISBN 3-8001-6439-6, S. 95.

Weblinks

Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos. Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Italien bei Schede di botanica. Datenblatt mit Fotos und Verbreitung in Frankreich bei Tela Botanica.

Einzelnachweise Datenblatt Allium ericetorum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. Dilys Davies: Allium (Zierlauch). Aus dem Engl. von Marion Zerbst, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart Hohenheim 1992, ISBN 3-8001-6439-6, S. 95. Nikolai Friesen, Reinhard M. Fritsch, Frank R. Blattner: Phylogeny and new intrageneric classification of Allium (Alliaceae) based on nuclear rDNA ITS sequences. In: J. T. Columbus, E. A. Friar, C. W. Hamilton, J. M. Porter, L. M. Prince, M. G. Simpson (Hrsg.): Monocots: Comparative Biology and Evolution I. In: Aliso. Band 22, 2006, S. 372–395, (PDF). Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Allium ericetorum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.

Kategorie:Lauch Kategorie:Zierpflanze