Die Tour de France 2025 war die 112. Austragung des wichtigsten Etappenrennens im professionellen Straßenradsport. Sie führte die Fahrer über eine Strecke von 3302 Kilometer Länge und 51.550 Höhenmeter von Lille bis nach Paris. Sie fand vom 5. bis 27. Juli 2025 statt und beinhaltete zwei Ruhetage.

Sieger der Rundfahrt wurde zum vierten Mal in seiner Karriere der Slowene Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG). Der amtierende Weltmeister setzte sich mit einem Vorsprung von vier Minuten und 24 Sekunden vor dem Dänen Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) durch. Platz drei ging mit einem Rückstand von elf Minuten an den Deutschen Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe), der mit seinem Alter von 24 Jahren zugleich in der Nachwuchswertung siegte.

Neben der Gesamtwertung gewann Tadej Pogačar auch die Bergwertung mit einem Vorsprung von 15 Punkten vor Jonas Vingegaard. In der Punktewertung wurde der Slowene Zweiter hinter dem Italiener Jonathan Milan (Lidl-Trek), der letztlich mit einem soliden Vorsprung von 78 Punkten triumphierte. Die Mannschaftswertung ging an das Team Visma-Lease a Bike, während der Ire Ben Healy (EF Education-EasyPost) zum kämpferischsten Fahrer der 112. Austragung gewählt wurde.

Mit fünf Etappensiegen feierten die Belgier die meisten Tageserfolge, gefolgt von Slowenien, das durch Tadej Pogačar vier Abschnitte für sich entschied. Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) sorgte am Mont Ventoux für den einzigen französischen Etappensieg. Mit insgesamt fünf Etappensiegen durch Tadej Pogačar und Tim Wellens war das UAE Team Emirates-XRG die erfolgreichste Mannschaft, gefolgt von Soudal Quick-Step und Alpecin-Deceuninck mit vier bzw. drei Tagessiegen. Insgesamt stellten acht Nationen und neun der 23 Teams bei der 112. Austragung einen Etappensieger.

Teams und Fahrer

Nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale waren die 18 UCI WorldTeams zum Start berechtigt und verpflichtet. Zudem qualifizierten sich automatisch die zwei in der UCI-Weltrangliste des Vorjahres bestplatzierten UCI ProTeams Lotto und Israel-Premier Tech. Bereits im Februar setzten sich RCS und ASO für eine zusätzliche Wildcard ein, um insgesamt drei weiteren UCI ProTeams den Zugang zu den Grand Tours zu ermöglichen. Dies wurde Ende März von der UCI gestattet, womit daraufhin 23 Mannschaften an der 112. Austragung der Tour de France teilgenommen hatten. Die Wildcards erhielten die UCI Pro Teams TotalEnergies, Uno-X Mobility und Tudor Pro Cycling.

Am 3. Juli 2025 – zwei Tage vor Beginn der Rundfahrt – wurden die Fahrer im Rahmen einer Teampräsentation in Lille vorgestellt.

Favoriten Als Top-Favorit auf den Gesamtsieg galt im Vorfeld der Titelverteidiger Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG), der die Tour de France bei der diesjährigen Ausgabe zum vierten Mal gewinnen konnte. Im Jahr 2025 nahm er das Rennen im Regenbogentrikot des Weltmeisters in Angriff. Der 26-jährige Slowene bestritt in der laufenden Saison 22 Renntage, wobei er sich im Frühjahr vermehrt auf die großen Eintagesrennen konzentrierte. Sein Saison-Debüt gab er bei der UAE Tour, bei der er beide Bergankünfte und die Gesamtwertung gewann. Danach setzte er sich bei der Strade Bianche durch und ging bei Mailand–Sanremo, der Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix an den Start. Bei allen drei Monumenten des Radsports stand er dabei auf dem Podium. Bei Mailand–Sanremo eröffnete er das Rennen bereits früh im Anstieg der Cipressa, musste sich im Sprint einer drei Fahrer umfassenden Gruppe mit dem dritten Platz begnügen. Im Anschluss gewann er zum zweiten Mal die Flandern-Rundfahrt, wobei er sich rund 18 Kilometer vor dem Ziel als Solist absetzte. Weiters überzeugte er auch bei seinem Paris-Roubaix-Debüt, wo er hinter dem Klassiker-Spezialisten Mathieu van der Poel den zweiten Rang belegte. Auch bei den Ardennen-Klassikern stand Tadej Pogačar bei allen drei Rennen auf dem Podium und gewann den Flèche Wallonne und das Monument Lüttich–Bastogne–Lüttich. Einzig beim Amstel Gold Race musste er sich im Sprint einer drei Fahrer umfassenden Gruppe überraschend dem Dänen Mattias Skjelmose Jensen geschlagen geben. Nach seinem erfolgreichen Frühjahr legte Tadej Pogačar Ende April eine Wettkampfpause ein, ehe er mit dem Critérium du Dauphiné seinen letzten Wettkampf vor der Tour de France bestritt. Dabei gewann er drei der acht Etappen und setzte sich in der Gesamtwertung souverän vor Jonas Vingegaard durch, der als sein größter Kontrahent bei der Frankreich-Rundfahrt galt. Auch im Jahr 2025 konnte Tadej Pogačar auf ein starkes Team bauen, das um ihn als klaren Leader aufgebaut wurde. So fuhr beispielsweise der Portugiese João Almeida in seinen Diensten, der mit der Baskenland-Rundfahrt, Tour de Romandie und Tour de Suisse selbst drei Etappenrennen der UCI WorldTour 2025 gewinnen konnte. Auch Adam Yates, der bereits auf dem Podium der Tour de France 2023 stand, kehrte als Helfer des Slowenen zur Grande Boucle zurück.

Als größte Herausforderer von Tadej Pogačar galten Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike), Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) und Primož Roglič (Red Bull-Bora-hansgrohe). Die drei Fahrer wählten unterschiedliche Saisonplanungen, um sich auf die Tour de France vorzubereiten. Jonas Vingegaard, der die Frankreich-Rundfahrt in den Jahren 2022 und 2023 gewinnen konnte, absolvierte in der laufenden Saison nur 19 Renntage, wobei er diese im Rahmen der Algarve-Rundfahrt, bei Paris–Nizza und dem Critérium du Dauphiné bestritt. Zu Saisonbeginn gewann der 28-jährige Däne die Gesamtwertung der Algarve-Rundfahrt mit einem Etappensieg im Abschlusszeitfahren, ehe er bei Paris–Nizza zu Sturz kam und das Rennen aufgrund einer Gehirnerschütterung aufgeben musste. Beim Critérium du Dauphiné belegte er hinter Tadej Pogačar den zweiten Gesamtrang, wobei sein Rückstand rund eine Minute betrug. Bei der Tour de France konnte Jonas Vingegaard auf eine starke Mannschaft bauen. Der US-Amerikaner Matteo Jorgenson, der in der laufenden Saison zum zweiten Mal Paris–Nizza gewonnen hatte, sollte dabei die Rolle eines Co-Leaders einnehmen, während der amtierende Giro-d’Italia-Sieger Simon Yates und der ehemalige Vuelta-a-España-Sieger Sepp Kuss als wichtige Helfer in den Bergen fungieren sollten. Weiters planten auch Wout van Aert, Tiesj Benoot, Victor Campenaerts und Edoardo Affini für die niederländische Mannschaft zu starten.

Mit Remco Evenepoel startete auch der Gesamtdritte des vergangenen Jahres. Der 25-jährige Belgier, der im Vorjahr die Nachwuchswertung für sich entschieden hatte, kehrte als Einzelzeitfahrweltmeister und Doppel-Olympiasieger zur Tour de France zurück und hoffte, näher an das Level von Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard heranzukommen. Seine Saisonvorbereitung wurde jedoch von einem Trainingssturz Anfang Dezember behindert, wobei er sich Frakturen an einer Rippe, dem rechten Schulterblatt und der rechten Hand, sowie eine Lungenprellung und eine Luxation des Schlüsselbeins zuzog. Er kehrte erst Mitte April beim Pfeil von Brabant ins Renngeschehen zurück und setzte sich dabei im Zwei-Mann-Sprint vor Wout Van Aert durch. Bei den anschließenden Ardennen-Klassikern konnte Remco Evenepoel nur bedingt überzeugen, wobei er als Dritter auf dem Podium des Amstel Gold Race stand. In Vorbereitung auf die Tour de France bestritt er mit der Tour de Romandie und dem Critérium du Dauphiné zwei Etappenrennen, womit er in seiner Vorbereitung auf 18 Renntage kam. Bei beiden Rundfahrten setzte er sich jeweils im Einzelzeitfahren durch und fuhr als Fünfter bzw. Vierter in die Top 10 der Gesamtwertung. Zu den wichtigsten Helfern des Belgiers zählten Ilan Van Wilder, Valentin Paret-Peintre und Maximilian Schachmann, während Mikel Landa die Frankreich-Rundfahrt nach seinem Sturz beim Giro d’Italia verpasste.

Als weiterer Favorit auf den Gesamtsieg galt der Slowene Primož Roglič, der in seiner Karriere bereits einmal den Giro d’Italia und viermal die Vuelta a España gewinnen konnte. Der 35-jährige bestritt zu Beginn der Saison die Algarve-Rundfahrt, ehe er mit zwei Etappensiegen die Gesamtwertung der Katalonien-Rundfahrt gewann. Im Gegensatz zu den anderen Top-Favoriten ging er im Mai beim Giro d’Italia an den Start, wo er für zwei Tage die Maglia Rosa trug. Nach vier Stürzen und einem massiven Zeitverlust auf der 15. Etappe, verließ er die Italien-Rundfahrt frühzeitig. Unklar war im Vorfeld, ob sich Primož Roglič die Kapitänsrolle bei der Tour de France mit dem jungen Deutschen Florian Lipowitz teilen würde, der in der laufenden Saison die Nachwuchswertung von Paris–Nizza und dem Critérium du Dauphiné gewann. Als Helfer war mit Alexander Wlassow ein bekannter Gesamtklassement-Fahrer vorgesehen.

Weitere bekannte Gesamtklassement-Fahrer, die bei der 112. Austragung am Start standen, waren: Geraint Thomas, Carlos Rodríguez (beide Ineos Grenadiers), Enric Mas, Einer Rubio (beide Movistar Team), Ben O’Connor, Eddie Dunbar (beide Team Jayco AlUla), Felix Gall (Decathlon AG2R La Mondiale Team), Mattias Skjelmose Jensen, Tao Geoghegan Hart (beide Lidl-Trek), Guillaume Martin (Groupama-FDJ), Lenny Martinez, Santiago Buitrago (beide Bahrain Victorious), Emanuel Buchmann (Cofidis), Lennert Van Eetvelt (Lotto), Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), Oscar Onley (Team Picnic PostNL), Harold Tejada und Sergio Higuita (beide XDS Astana Team).

Sprinter Da die 1. Etappe mit einem flachen Abschnitt um Lille ausgetragen wurde, hatten die Sprinter zum ersten Mal seit 2019 die Chance auf das erste Gelbe Trikot. Mit Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck), Tim Merlier (Soudal Quick-Step), Jonathan Milan (Lidl-Trek) und Dylan Groenewegen (Team Jayco AlUla) starteten mehrere Top-Sprinter. Mit zehn Saisonsiegen war Tim Merlier in der laufenden Saison am erfolgreichsten, gefolgt von Jonathan Milan mit sieben Siegen. Jasper Philipsen hingegen war bis zur Tour nur zweimal erfolgreich, entscheid jedoch mit Kuurne–Brüssel–Kuurne ein großes belgisches Eintagesrennen für sich, ehe er sich Tim Merlier beim Scheldeprijs geschlagen geben musste. Hinzu kamen weitere endschnelle Fahrer wie Biniam Girmay (Intermarché-Wanty), Arnaud De Lie (Lotto), Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck), Wout van Aert (Team Visma-Lease a Bike) und Magnus Cort Nielsen (Uno-X Mobility), die auch mit hügligerem Terrain gut zurechtkommen.

Weitere mögliche Etappensieger auf den flacheren Abschnitten waren Phil Bauhaus (Bahrain Victorious), Fernando Gaviria (Movistar Team), Tobias Lund Andresen (Team Picnic PostNL), Danny van Poppel (Red Bull-Bora-hansgrohe), Pascal Ackermann, Jake Stewart (beide Israel-Premier Tech) und Søren Wærenskjold (Uno-X Mobility), der zu Beginn der Saison den Omloop Het Nieuwsblad gewann.

Bergfahrer Als Favoriten auf das Gepunktete Trikot galten im Vorfeld meist gute Bergfahrer sowie Gesamtklassement-Fahrer, die auf den ersten Etappen bereits viel Zeit verlieren würden. Besonders bei den einheimischen Fahrern und Teams spielte das Bergtrikot vor allem zu Beginn der Rundfahrt eine große Rolle. Bekannte Bergfahrer, die keine Helferdienste für ihre Team-Leader leisten mussten, waren Kevin Vauquelin (Arkeá-B&B Hotels), Ion Izagirre (Cofidis), Clément Champoussin (XDS Astana Team), Frank van den Broek (Team Picnic PostNL) und Georg Zimmermann (Intermarché-Wanty).

Weitere interessante und abwesende Fahrer