mini|Max Wronker, um 1932 220px|zentriert|rahmenlos Max Wronker (geboren am 19. Mai 1892 in Frankfurt am Main; gestorben am 6. Mai 1966 in New York City, Vereinigte Staaten) war ein deutscher Kaufmann und Unternehmer.Wronker, Hermann und Ida. In: Stadt Frankfurt am Main, Stolperstein-Biographien in der Innenstadt, auf: frankfurt.de Ab 1931 in der altersbedingten Nachfolge seines Vaters Hermann Wronker Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender des Warenhauskonzerns Hermann Wronker A.-G., wurde er bereits 1933 durch die Nationalsozialisten zur Emigration genötigt, über die Zwischenstationen Paris und Kairo nach New York City. Enteignet und expatriiert,Dr. Stefan Appelius: Lili und die Kaufhauskönige. In: Der Spiegel, 25. Oktober 2007, auf: spiegel.deIn dem von Carl Misch 1939 herausgegebenen Gesamtverzeichnis der Ausbürgerungslisten zwischen 1933 und 1938 ist Max Wronker nicht verzeichnet, während dessen Expatriierung aus dem Deutschen Reich nach den Angaben des Historikers Dr. Stefan Appelius in seinem Spiegel-Artikel vom 25. Oktober 2007 bis etwa 1936 erfolgt sein müsste, da sie ihm als Begründung dafür dient, dass Max Wronker für seinen etwa dreijährigen Aufenthalt in Ägypten lediglich ein Touristenvisum und keine Arbeitserlaubnis erhalten habe. bis 1954 als Staatenloser in häufig prekären Lebensverhältnissen und auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht restituiert, verstarb er verarmt.

Familie mini|150px|Der 13-jährige Max Wronker, 1905 mini|Privathaus Hermann & Ida Wronker, Bj. 1911, Hohenzollernplatz 76 / ab 1919: Platz der Republik 76 – Sohn Max Wronker bewohnte ab etwa 1920 mit seiner Ehefrau das Obergeschoss mini|Max Wronker mit seiner Ehefrau Irma Martha, geb. Lichter, und den beiden Kindern Gerda Rosi und Erich Ludwig, um 1927 mini|Hermann Wronker mit Enkelin Gerda Rosi (* 1924), Ehefrau Ida, geb. Friedeberg (1871–1942), und Enkel Erich Ludwig (* 1921) auf dem durchgehenden Balkon (1. Etage) der Südseite des 1927 durch Hermann Wronker erworbenen Landhauses Haus Romberg in Königstein im Taunus (heute: Rombergweg 8), um 1929 Max war das erste Kind des Warenhausbesitzers Hermann Wronker (geboren am 5. August 1867 in Kähme (heute: Kamionna, Gmina Międzychód) bei Birnbaum an der Warthe, Provinz Posen, Königreich Preußen), und dessen Ehefrau Ida, geb. Friedeberg (geboren am 6. April 1871 in Birnbaum an der Warthe). Beide Eltern starben nach dem 23. September 1942 im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.Werner Röder, Herbert A. Strauss: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933–1945, DeGruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-096854-5, S. 836.Wronker, Hermann. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 (Bundesarchiv), auf: bundesarchiv.deHermann Wronker. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgHerman Wronker. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.orgWronker, Ida, geb. Friedeberg. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 (Bundesarchiv), auf: bundesarchiv.deIda Wronker. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgIda Wronker. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org Seine Großmutter Johanna Friedeberg, geb. Tietz (1835–1879), war eine Schwester der Warenhausbesitzer Hermann Tietz (1837–1907), Marcus (1849–1901), Chaskel „Carl“ (1841–1907) und Julius Tietz (1844–1911) sowie eine Tante der Warenhausbesitzer Leonhard (1849–1914) und Oscar Tietz (1858–1923).

Max hatte zwei jüngere Geschwister, Erich (geboren am 28. August 1894 in Frankfurt am Main; gestorben am 10. März 1918 in Davos, Graubünden, Schweiz) und Alice (geboren am 5. Juli 1898 in Frankfurt am Main; gestorben als Alice Engel am 6. Februar 1985 in New York City).Erich Wronkers Asche wurde am 19. März 1918 durch seine Eltern Ida und Hermann von seinem Sterbeort Davos nach Frankfurt am Main überführt und am 24. März 1918 auf dem Jüdischen Friedhof an der Rat-Beil-Straße beigesetzt. – Zitiert nach: Handschriftliche Aufzeichnungen seines Bruders Max Wronker, in: Lili Wronker Family Collection, 1843–2002 (AR 25255 / MF 737). In: Leo Baeck Institute, New York City. – Zitiert nach: Sterbeanzeige Erich Wronker. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 62. Jahrgang, Nr. 80, 21. März 1918, Zweites Morgenblatt, S. 3, Spalte 4. – Zitiert nach: Sterbeanzeige Erich Wronker. In: Frankfurter Nachrichten und Intelligenz-Blatt, 197. Jahrgang, Nr. 81a, 22. März 1918, S. 6.Gedenktafeln am Portal des Alten Jüdischen Friedhofes an der Rat-Beil-Straße, Frankfurt am Main (Erich Wronker ist auf einer dreiteiligen Tafel verzeichnet). In: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, auf: denkmalprojekt.orgHeike Drummer: Wronker, Hermann. In: Frankfurter Personenlexikon, auf: frankfurter-personenlexikon.deSterbeanzeige Alice Engel, geb. Wronker. In: Aufbau – Reconstruction, Vol. LI, No. 7, 15. Februar 1985, S. 17, Spalten 5–6. Beide wurden um 1900 durch Adolf Ziegler porträtiert.Erich und Alice Wronker by Adolf Ziegler (1892–1959). In: Leo Baeck Institute, auf: lbi.org Am 27. Mai 1905 feierte Max seine Bar Mitzwa.

Max verlobte sich zu Pfingsten 1919 und heiratete am 2. November desselben Jahres in Stuttgart Irma Martha Lichter (geboren am 21. Mai 1898 in Stuttgart; gestorben am 29. Mai 1983 in New York City),Sterbeanzeige Irma Wronker, geb. Lichter. In: Aufbau – Reconstruction, Vol. XLIX, No. 22, 3. Juni 1983, S. 25, Spalten 5–6. die Tochter des Weinbrand-Fabrikanten Wilhelm J. Lichter (geboren am 12. Oktober 1865 in Bruchsal; gestorben am 6. Februar 1943 im Ghetto Theresienstadt, Protektorat Böhmen und Mähren)Lichter, Wilhelm. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 (Bundesarchiv), auf: bundesarchiv.deWilhelm Lichter. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgWilhelm Lichter. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org und dessen Ehefrau Anna, geborene Groß (geboren am 1. November 1870 in Bingen am Rhein; gestorben am 18. September 1942 im Ghetto Theresienstadt),Anna und Wilhelm Lichter, Lenzhalde 61, auf: stolpersteine-stuttgart.deLichter, Anna. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945 (Bundesarchiv), auf: bundesarchiv.deAnna Lichter. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgAnna Lichter. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org die er wohl seit 1917 kannte. Dazu gratulierten u. v. a. Oscar Tietz und Gattin,Telegramm vom 10. November 1919 von Oscar Tietz und Frau aus Berlin an Hermann Wronker in Frankfurt am Main, Hohenzollernplatz 76. In: Lili Wronker Family Collection, 1843–2002 (AR 25255 / MF 737). In: Leo Baeck Institute, New York City. der Universitätsprofessor Selly Gräfenberg mit Ehefrau, den Max wohl durch Vorträge im Jüdisch-Liberalen Jugendverein kannte, der Mitinhaber von Frankfurts größter Lebensmittel-Kette Schade und Füllgrabe, Julius Halberstadt (1883–1939) nebst Gattin, der Lungenarzt David Rothschild (1875–1936) mit Ehefrau sowie der Chirurg Sidney Lilienfeld (1876–1943) mit Gattin.Prof. Dr. Hans-Otto Schembs: Rothschild, David. In: Frankfurter Personenlexikon, auf: frankfurter-personenlexikon.deSabine Hock: Lilienfeld, Sidney Adolph. In: Frankfurter Personenlexikon, auf: frankfurter-personenlexikon.de Max war ein regelmäßiger Besucher von Oper, Schauspielhaus, Neuem Theater, Varieté, Vorträgen der U.O.B.B. Frankfurt-Loge und Konzerten im Saalbau,Handschriftliche Aufzeichnungen Max Wronkers in Taschenkalendern der Jahre 1917 und 1918. – Zitiert nach: Lili Wronker Family Collection, 1843–2002 (AR 25255 / MF 737). In: Leo Baeck Institute, New York City. ein Philatelist und spätestens nach Beginn seiner Ehe auch ein Hobbyfotograf.

Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, der nach Max’ verstorbenem jüngeren Bruder benannte Erich Ludwig (geboren am 15. Mai 1921 in Frankfurt am Main; gestorben am 9. Juni 1996 in New York City) und Gerda Rosi (geboren am 3. November 1924 in Frankfurt am Main; gestorben als Gerda R. Sussmann am 5. November 1986 in New York City).Geburtsanzeige Erich Ludwig Wronker. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 65. Jahrgang, Nr. 357, 17. Mai 1921, Morgenblatt, S. 4, Spalten 1–2.Sterbeanzeige Erich Wronker. In: Aufbau – Reconstruction, Vol. LXII, No. 14, 5. Juli 1996, S. 21, Spalten 5–6.Sterbeanzeige Gerda R. Sussmann, née Wronker. In: Aufbau – Reconstruction, Vol. LII, No. 49/50, 5. Dezember 1986, S. 33, Spalten 1–2.

Ab 1927 konnte die Familie Max Wronkers ein auf weitläufigem Grundstück „à la manière suisse“ errichtetes Landhaus für ihre Sommerfrische mitnutzen (Gebäude leicht modifiziert auf stark verkleinertem Grundstück erhalten; unter Denkmalschutz), das seine Eltern Ida und Hermann in Königstein im Taunus im selben Jahr erworben hatten und für ihre familiären Zwecke umbauen ließen. Das Landhaus, zeitgenössisch als Haus Romberg bezeichnet, war bis 1899 im Auftrag des Frankfurter Kommerzienrats und langjährigen Stadtrats Heinrich Flinsch an einem Hang des Rombergs erbaut worden und stand einige Jahre nach dessen Tod durch dessen Sohn, den Kommerzienrat Wilhelm Flinsch (1841–1928),Königstein, Alphabetisches Verzeichnis der Einwohner. In: Frankfurter Adreßbuch 1926, V. Teil, S. 52, Spalte 4.Sabine Hock: Flinsch, Wilhelm. In: Frankfurter Personenlexikon, auf: frankfurter-personenlexikon.de zum Verkauf.Villa Flinsch (Haus Romberg) mit angegliedertem Wirtschaftstrakt als Chalet, Rombergweg 8 sowie separatem Gesindehaus für Hausangestellte und Gärtner mit Remise, Rombergweg 4. In: Kulturdenkmäler in Hessen, auf: denkmalpflege-hessen.deSabine Hock: Flinsch, Heinrich (1802–1865), Beitrag aus der Frankfurter Biographie (1994/96). In: Frankfurter Personenlexikon, auf: frankfurter-personenlexikon.de